Foto: Hanne Demel

Neulich erzählte mir eine Unternehmerin, dass sie eine schwierige Situation in ihrem Unternehmen hatte. Sie hatte die Firma von ihrem Vater übernommen und führte sie seit mehr als einem Jahr bereits sehr gut.

Doch der Vater konnte nicht loslassen und tauchte immer wieder auf. Das nervte die Tochter dermaßen, dass sie das gar nicht mehr aus dem Kopf bekam. Sie hatte komplett ihre innere Ruhe verloren.

Seit Monaten versuchte sie eine Lösung zu finden. Sogar nachts wachte sie auf und die Gedanken kreiselten weiter. Das zermürbte sie so sehr, dass sie zu mir kam. Sie wünschte sich, endlich wieder Ruhe zu finden und gut schlafen zu können. Und natürlich die Situation zu lösen.

Kennst du so was auch? Schwierige Situationen, die Gedankenkreisel wachrufen und dir deine innere Ruhe rauben?

Dagegen kannst du etwas tun!

Leidensdruck entsteht durch zwei Arten von gedanklichem Hängenbleiben

  1. Du hast etwas, das dir lieb und teuer ist. Das möchtest du auf gar keinen Fall verlieren.
  2. Du kannst etwas überhaupt nicht leiden. Du wehrst dich dagegen.

Weder das eine noch das andere trägt zur inneren Ruhe bei.

Deine Wahrnehmung füttert dein Denken. Dein Denken erschafft Unterscheidungen. Unterscheidungen erzeugen dein Lebensgefühl.

Mit deinen Gedanken trennst du die Welt in „mag ich“ und „mag ich nicht“. Die Folge daraus: Das eine willst du haben, das andere möchtest du loswerden. Klappt nicht? Dann verstärkst du eben deine Anstrengung. Das eine behalten, das andere loswerden. Zack, da hast du ihn, deinen Gedankenkreisel.

Dein unterscheidender Geist ist wie das Schwungrad, das immer wieder Stoff reingibt. Und weg ist er, dein ungestörter und entspannter Schlaf. Deine innere Ruhe, dein Gleichmut.

Aber kein Mensch bekommt genau nur das, was er haben will. Alles hat zwei Seiten. Und du bekommst immer beide, niemals nur eine.

Jeder Gedanke, der sich in deinem Kopf breitmacht und immer wieder Kreise zieht, zeigt dir, dass du innerlich irgendwo kleben geblieben bist.

Was tun, um deine innere Ruhe zurückzugewinnen

Beobachte dich selbst wie aus der Ferne. Schau, wie du versuchst das Eine zu behalten. Oder das Andere loszuwerden. Tu so, als siehst du jemand anders, wie er sich abmüht damit. Schau einfach zu.  Halte so viel Distanz zu diesem Bild, dass es dich gefühlsmäßig nicht tangiert. Schau dir einfach ungerührt zu, wie du dich abstrampelst.

Nun aktiviere dein Mitgefühl. Sage sanft zu dir selber: „Halte für einen Moment inne.“ So als wenn du jemand anderem sagst, er solle mal einen Moment Ruhe geben. Erklär ihm, dass er zum Beispiel auch einfach mal akzeptieren könnte, wogegen er sich wehrt. Oder dass es nicht schlechter werden muss, wenn Dinge sich ändern.

Wie fühlst du dich nun?

Wenn’s nicht klappt, melde dich. Ich helf dir gern aus deinen Gedankenkreiseln. Damit innere Ruhe zurückkehrt und du gut schlafen kannst.

Hanne Demel

 

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