Musst du auch Mitarbeiter entlassen, die du eigentlich gern behalten würdest? Denen du nur aus Kostengründen kündigen musst? Und fühlst dich deswegen miserabel? Kämpfst sogar mit schlaflosen Nächten deswegen? 

Das muss man erstmal aushalten können. Einem Menschen, mit dem man über lange Jahre eine Arbeitsbeziehung aufgebaut hat, zu sagen, dass man ihn entlassen muss. Das fällt vielen Unternehmern extrem schwer. Man kann jedoch viel tun, um sich diese unangenehme Aufgabe zu erleichtern. In diesem Artikel beschreibe ich zwei kleine aber hilfreiche Methoden, um die Entscheidungen klarer zu treffen und auch mit quälenden Gefühlen besser zurecht zu kommen.

Wenn der Verantwortungs- und Entscheidungsdruck einen nicht mehr schlafen lässt...

Jede Krise schiebt eine Bugwelle von Entlassungen vor sich her. Auch die aktuelle. Da wird das Thema "Outplacement" - die Begleitung der Mitarbeiter während und nach der Entlassung -  wieder interessant. Doch wer begleitet die Unternehmerinnen und Unternehmer oder die Führungskräfte, die die Entlassungen durchziehen müssen? Wer hilft ihnen, das zu verkraften?

Die IHK nennt aktuelle Zahlen zum Thema Mitarbeiter entlassen

Ca. 60 Prozent der Firmen setzen derzeit auf Kurzarbeit und hoffen, so durch die Corona-Krise zu kommen. Trotzdem haben 22 Prozent aller Firmen Liquiditätsengpässe. 2 Prozent stehen vor einer Insolvenz. Das heißt unterm Strich, dass fast die Hälfte aller Unternehmer und Unternehmerinnen Mitarbeiter entlassen müssen. Das trifft gleichermaßen kleine, mittelständische wie große Unternehmen. Die geben sich alle nichts. 

Auch das Münchner Ifo-Institut hat bereits im April 2020 in einer Umfrage herausgefunden, dass in jedem fünften Unternehmen Entlassungen anstehen.  

Wenn du das auch tun musst, bist du jedenfalls nicht allein mit diesem Thema. 

Diese Branchen sind besonders stark von der Entlassungswelle betroffen:

  • Gastronomie: 58 Prozent
  • Hotelbranche: 50 Prozent
  • Reisebüros- und Veranstalter: 43 Prozent
  • Autoindustrie: 39 Prozent

Puh, das läppert sich.

emotionales Outplacement

Der „Fall“ Clarissa: Wie eine Unternehmerin einfache Tools benutzte, um ihre Entscheidungen so zu treffen, dass sie wieder ruhig schlafen konnte...

Clarissa war die Inhaberin einer Werbetechnik-Firma. Angespannt und traurig erzählte sie mir, sie müsse von ihren 28 Mitarbeitern 8 entlassen. Beinahe alle Veranstaltungen waren abgesagt worden. Ihr waren einfach zu viele Aufträge weggebrochen. 

Damit hatte sie schon mehr als eine schlaflose Nacht verbracht. Sie brachte es nicht übers Herz, „ihre“ Leute zu entlassen. Sie wollte sie nicht enttäuschen. Doch es blieb ihr keine andere Wahl. Sie würde sonst das gesamte Unternehmen in existenzielle Gefahr bringen. Allerdings konnte sie sich nicht entscheiden. Wen genau sollte sie entlassen? Je länger sie wartete, umso brenzliger wurde die Situation, denn sie musste Kündigungsfristen einhalten. Die emotionale Belastung wuchs von Tag zu Tag. 

Kündigung

„Das Schlimmste ist das schlechte Gewissen“, meinte Clarissa zu mir. Es grauste ihr vor dem Moment, in dem sie die Worte aussprechen musste: "Ich muss dir leider kündigen". Allein der Gedanke daran verursachte ihr ein absolut mulmiges Gefühl in der Magengegend. 

Was Outplacement für Mitarbeiter ist, ist emotionales Coaching für Unternehmer

Viele Unternehmer sehen es - wie auch Clarissa - als Schwäche an, wenn sie sich so schwertun mit Kündigungen.

Solche Selbsturteile helfen aber nicht weiter. Im Gegenteil. Sie verschlimmern die unangenehmen Gefühle noch. Dann kreiselt auch noch eine Portion Selbstabwertung mit den anderen Gefühlen zusammen im Gedankenkarussell.

Gefühle, die du versuchst, loszuwerden, werden oft sogar noch stärker. Und erzeugen dabei immer mehr Stress. Probier mal, 5 Minuten lang einfach zu fühlen, was alles in dir  ist. Welche Gefühle kannst du spüren? Lass dir dafür ein paar Minuten Zeit. Schreib alles auf, was in deinem Bewusstsein auftaucht. 

Wie geht's dir danach?

Was tun, wenn du dich mit deinen Mitarbeitern so stark verbunden fühlst, dass du sie nicht entlassen kannst...

Im Laufe der Jahre waren in Clarissas Unternehmen viele tragfähige Beziehungen entstanden. Der Mitarbeiter, der als letzter dazugekommen war, arbeitete nun auch schon 3 Jahre bei ihr. Andere waren bereits seit fast 30 Jahren da. Clarissa fühlte zu den meisten eine tiefe Verbundenheit und auch Dankbarkeit. Das konnte sie nicht so ohne Weiteres abschneiden.

Auch ihrem Vater gegenüber schämte sie sich ein bisschen. Sie hatte den Betrieb vor 5 Jahren von ihrem Vater übernommen. Und nun fühlte sie sich nicht mehr in der Lage, sein Lebenswerk „richtig“ fortzuführen. Ihm mochte sie von den geplanten Entlassungen gar nichts erzählen. 

Fühlst du dich mit dem Rücken an der Wand? Auf der einen Seite die schlechten Zahlen – auf der anderen die Menschen, die dir ans Herz gewachsen sind? Dann probier mal folgendes: Stell dir vor, du schaust dir selber dabei zu, wie es dir gerade geht. Beobachte dich dabei, wie du dich fühlst. Und zwar in aller Ruhe aus der Ferne.

Was verändert sich?

Mitarbeiter entlassen

Wie kannst du vorgehen, wenn die Entlassung von einigen Mitarbeitern unumgänglich ist

Um menschlich und ethisch gut entscheiden zu können, brauchst du die richtigen Tools. 

Eine Möglichkeit ist die systemische Symbolarbeit. Da arbeitest du mit Zetteln. Sie helfen dir, deine Gefühle und die der Mitarbeiter deutlicher wahrzunehmen. Du kannst deine Situation damit ausbreiten und von verschiedenen Seiten anschauen. Das schafft Raum in dir. Dabei kannst du das Gefühlschaos in dir leichter ordnen. Du schaust Schritt für Schritt deine Gesamtsituation an.   

Auch Clarissa schrieb den Namen jeden Mitarbeiters, der für eine Entlassung in Frage kam, auf einen kleinen Zettel. Anschließend nahm sie jeden Zettel einzeln in die Hand und ließ sich einen Moment Zeit, zu FÜHLEN, wie es ihr mit diesem Mitarbeiter ging. Bei wem war der Schmerz einer Trennung am größten? Welcher Zettel "fühlte sich weiter stabil an", auch, wenn eine Entlassung notwendig war. 

Bei drei Zetteln spürte Clarissa nicht genug. Ihre Verbindung zu diesen Mitarbeitern war nicht so stark. Deshalb machte ich ihr folgenden Vorschlag. Sie sollte nun AUS SICHT DES UNTERNEHMENS auf diese Angestellten schauen:

  • Wer würde dem Unternehmen am besten dienen?
  • Wer würde sich am stärksten identifizieren?
  • Wer würde am engagiertesten arbeiten?
  • Wer zeigte die größte Loyalität?

In dem Moment konnte Clarissa Unterschiede spüren. Mit diesen Unterschieden konnte sie viel klarer und sicherer entscheiden, wen sie entlassen und wen sie behalten sollte. Das brachte mehr Ruhe in ihre Gedankenkreisel.

Wenn du das Gewicht der Verantwortung auf dir lasten spürst...

...dann brauchst du Werkzeuge, die dir helfen, Kopf und Bauchgefühl zusammenzuschalten. Sobald sie zusammenspielen, entsteht in dir Klarheit - auch über deinen Emotionen. Und die sind verantwortlich dafür, ob du Entscheidungen am Ende gut umsetzen kannst oder ob du dich blockierst. 

Clarissa wollte niemanden vor den Kopf stoßen. Sie hatte das Gefühl, für alle ihre Mitarbeiter verantwortlich zu sein. Das Gefühl wog Tonnen auf ihrer Schulter. Dieses enorme Verantwortungsgefühl kannte sie bereits seit ihrer Kindheit. Das konnte sie nicht einfach abstellen. Deshalb lenkte ich Clarissas Blick auf die Mitarbeiter, die sie durch diesen Schritt "retten" würde. In dem Moment konnte sie spüren, dass sie gerade aus ihrem Verantwortungsgefühl heraus zum Wohl des Ganzen entscheiden musste. Sie wurde gerade dadurch ihrem hohen Anspruch an sich selbst gerecht. Und das half ihr am Ende, sicher hinter ihren einzelnen Entscheidungen zu stehen.

Oft genügen kleine Veränderungen des Blickwinkels, damit du dich anders FÜHLST.

Klarheit entsteht durch klare Wahrnehmung!

Und zwar genau dann, wenn du deine Gefühle wahrnimmst.

Nur das, was du unterdrückst, schwelt im Untergrund. Dort entfaltet es manchmal eine verheerende Wirkung. „Ungefühlte“ Gefühle haben die Tendenz, sich bei Dingen zu entladen, die mit dem ursprünglichen Gefühl eigentlich gar nichts zu tun haben. Dann schreist du z. B. plötzlich jemanden aus nichtigem Anlass an. Das macht dich unberechenbar und versetzt die Menschen in deiner Umgebung in Anspannung. Klarheit ist immer etwas sehr Wohltuendes für alle Beteiligten.

Gedankenkreisel kannst du bewusst stoppen

Entscheidungen über andere Menschen darfst du nie leichtfertig treffen. Wenn du das tust, kann es sein, dass du hinterher noch lange dran kaust.

Wenn du aber hilfreiche Methoden nutzt und dein Möglichstes tust, um die beste Lösung zu finden, dann wirst du bald wieder innerlich ruhig und zufrieden sein können. 

Am besten funktioniert das mit der inneren Ruhe, wenn du deine Gefühle in allen Facetten akzeptierst. Auch unangenehme Gefühle gehören zum Leben dazu. Solange du dich nicht dagegen wehrst, laufen sie einfach durch dich durch. Und machen rasch wieder Platz für fröhlichere Gefühle. Widerstand aber erzeugt so was wie emotionale Widerhaken. Unangenehmes bleibt dann länger hängen. Du leidest viel länger an etwas, wenn du anhaftest. Wenn du mulmige Gefühle auflösen willst, bekommst du hier noch eine detailliertere Anleitung.

Wenn du dich auch mit solchen Entscheidungen herumquälst, dann melde dich einfach bei mir. Ich unterstütze dich gern, damit’s leichter wird für dich.

Ruf mich an: 0931 - 2 90 71

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