Klarheit

Was ist eigentlich emotionales Management

Was ist eigentlich emotionales Management

Emotionales Management ist die Basis der Selbstführung

Was bedeutet emotionales Management und weshalb ist es so wichtig, sich darin zu üben? Nur wenn du die Logik in deiner eigenen Psyche verstehst und Zusammenhänge erkennst, kannst du lernen, dich zu lenken. Dann kannst du reagieren, wie du möchtest. Du handelst nicht aus Reflexen heraus.

 

Martin B. schwitzt. Er muss seinen Mitarbeitern eine wichtige Entscheidung mitteilen. Dabei ist er sich nicht sicher, ob alle Mitarbeiter diese mittragen werden. Das ist eine Situation, die er eigentlich lieber vermeidet. Doch wenn er sein Geschäft voranbringen will, kommt er nicht drum herum. Sein Herz klopft bis zum Hals und seine Knie sind weich. Die Stimme zittert und er fürchtet, jeder im Raum könnte seine Aufregung bemerken. Er hasst es, so im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Er schaut etwas zu häufig in seine Unterlagen und meidet den Blickkontakt mit den Mitarbeitern. Diese werden misstrauisch, weil sie die Unsicherheit des Chefs spüren und negative Entwicklungen daraus ableiten. Martin schafft es nicht, die Mitarbeiter für die Entscheidung zu gewinnen. Genau das hat er befürchtet. Er fühlt sich miserabel und überlegt einmal mehr, ob er die Firma nicht besser verkaufen soll. Er hatte sie vor einigen Jahren von seinem Vater übernommen. Martin weiß noch nichts vom emotionalen Management und davon, dass es Möglichkeiten gibt, die eigenen Gefühle gezielt zu steuern.

 

Weiche Faktoren und emotionales Management

Als Unternehmer brauchst du auch „weiche Faktoren“. Dabei ist ganz besonders wichtig, wie du mit deinen eigenen Gefühlen umgehst.  Und genau das kannst du lernen. Du musst nur wissen, wie, und wodurch du deine Gefühlslage beeinflussen kannst. Und genau das ist „emotionales Management“. Es funktioniert nur, wenn du deine eigene Persönlichkeitsstruktur kennst und die eigenen Stärken situationsgerecht einsetzen kannst. Das lernst du in einem Mindguide-Coaching.

Martins Entscheidung war richtig. Doch sie verlangte seinen Mitarbeitern für die nächsten Monate besonders hohen Einsatz und Flexibilität ab. Dies durchzusetzen, obwohl er genau spürte, dass nicht alle Mitarbeiter hinter ihm standen, machte es Martin ganz besonders schwer. Deshalb schaffte er es einfach nicht, die Mitarbeiter für seine Entscheidung zu begeistern. Er brachte das, was er eigentlich sagen wollte, nicht klar genug heraus. Am liebsten hätte er sich in sein Büro verkrochen und wäre gar nicht mehr herausgekommen. Deshalb kam er zu mir ins Coaching.

 

Die verschiedenen Seiten in der eigenen Psyche

Situationen wie die, in der Martin sich befand, sind ein Hinweis darauf, dass in ein Teil in dir sagt: „Stell dich nicht in den Vordergrund! Nimm dich zurück!“ Dann hältst du dich zurück, obwohl du das gerade besser nicht tun solltest. Dann denkst du vielleicht, du sprichst Klartext, aber dein Anliegen kommt nicht klar heraus, weil du auch noch gegen diese innere Stimme ankämpfen musst, die sagt „halt dich zurück“. Sie gibt dir quasi nicht die Erlaubnis, deutlich aufzutreten. Aber genau das müsstest du tun, wenn du deine Mitarbeiter begeistern und mit ins Boot holen willst.

Der erste Schritt zur Veränderung ist, dass du diesen Teil in deiner Persönlichkeit, der dir sagt, „halt dich zurück“, näher anschaust. Nur wenn du ihn erkennst, kannst du die größeren Zusammenhänge herausfinden und dein persönliches „warum“ verstehen. Dein Verhalten kannst du erst verändern, wenn du den guten und nachvollziehbaren Grund in dir entdeckt hast. Denn hinter deinem Verhalten stecken immer reale Gefühle. Und die sind ein starker Antrieb weiterzumachen. Meistens sind aber die ursprünglichen tiefen Gefühle gar nicht bewusst.

 

Für jedes Verhalten gibt es einen Grund

Niemand tut jemals etwas ohne Grund. Denk mal darüber nach. Auch wenn dein Verhalten irrational zu sein scheint, hast du mit Sicherheit einen inneren Grund dafür. Meistens ist dir der Grund nicht bewusst. Doch in einem Mindguide-Coaching finden wir ihn heraus. Glaub mir, da gibt’s eine Menge guter Methoden, die dir beim Suchen helfen, wie zum Beispiel systemische Methoden oder auch die hypnosystemische Interventionen oder einfach Körperfeedback. Die tieferen Schichten deiner Gefühlslage kannst du in der Regel nur über Symbole und Bilder berühren und verändern. Sie sind sehr archaisch. Ein rein kognitives Gespräch hilft meistens nicht. Du kennst das vielleicht – du denkst über ein Problem nach und wüsstest auch, was du anders machen müsstest. Doch du schaffst es nicht. Nachdenken allein löst keine emotionalen Probleme. Der Kopf kommt nicht an die Emotionen heran. Selbst wenn du glaubst deine Probleme zu verstehen, muss das noch lange nichts ändern. Das liegt daran, dass in der Tiefe mehr dahintersteckt, was du noch nicht gesehen hast. Wenn du einen tieferen Einblick willst, brauchst du emotionales Management.

 

Die Kraft, die im Widerstand steckt

Verhalten, das du hartnäckig immer wieder an den Tag legst, auch wenn du’s gar nicht willst, zeigt dir, dass du einen starken inneren Widerstand gegen die Veränderung hast. Dieser Widerstand schützt den wichtigen tieferen Grund. Da reicht dein Wille nicht heran. Im Widerstand liegt der Schlüssel zur Veränderung deiner Gefühle. Wenn du deinen Widerstand in seinem ursprünglichen Zweck verstehst, kannst du die Kraft, die darin gebunden ist, lösen und für dich nutzen. Du brauchst dann nichts mit eisernem Willen übers Knie brechen. Und das hat auch nichts mit positivem Denken zu tun. Das Denken ist zu oberflächlich. Veränderung in der Tiefe funktionieren nur mit Verstehen und Mitgefühl. Dabei muss nichts brechen. Alles darf bleiben. Nur etwas anders sortiert. Mitgefühl ist der stärkste Katalysator dafür. Es wirkt sowohl in dir selbst als auch im Miteinander mit deinen Mitarbeitern, macht geschmeidig, flexibel und lässt Veränderungen zu.

 

Was ist das Mindguide-Coaching für das emotionale Management

Während eines Coachings suchen wir nach deinen frühen Prägungen und Emotionen, die sich auf deinen heutigen Alltag auswirken, die da aber gar nicht hingehören. Diese frühen Strukturen waren sicherlich irgendwann einmal sinnvoll, sind aber längst überholt. Sie liegen tief im Unterbewusstsein, denn es waren einmal Strukturen, die dir das Überleben gesichert haben. Du entdeckst sie nicht so einfach durch Nachdenken. Du brauchst Methoden, um tiefer zu fühlen. Trotzdem lenken diese Strukturen deinen Alltag und zeigen sich in jeder Situation, sowohl privat als auch beruflich. Sie sind die „Basisstrickmuster“, nach denen dein Verhalten in der Regel abläuft.

Emotionales Management ist ein systemisches Coachingkonzept, das auf Liebe und Mitgefühl basiert. Du kannst deine Gefühle und damit auch dein Verhalten nur ändern, wenn du bedingungslos annimmst, was ist und was war. Solange es in dir noch einen Widerstand oder Ablehnung gibt, bleibt alles beim Alten, einschließlich des Kampfes mit dir selber.

 

Der Unterschied von emotionalem Management zum reinen Business-Coaching

Im beruflichen Coaching werden frühe Prägungen nicht unbedingt mit einbezogen. Sie sind aber enorm wichtig für dein emotionales Management. Nur wenn du deine Prägungen erkennst und die darin gespeicherten Gefühle annimmst, kannst du in der Gegenwart deine Gefühlslage lenken. Und das bringt dann tatsächlich sehr schnell spürbare und nachhaltige Veränderungen in dein Verhalten.

Ein Versuch, Verhalten zu verändern ohne den guten Grund dafür zu kennen, braucht sehr viel Willensanstrengung. Veränderungen entstehen dann nicht aus dem eigenen Inneren und im Einklang mit der eigenen Struktur, sondern sie bleiben an der Oberfläche und brauchen permanent Kraft. Das ist ein Dauerkampf und die Erschöpfung ist dabei vorprogrammiert.

 

Wie kannst du tiefe Verhaltensmuster durch emotionales Management verändern

In einem Mindguide-Coaching bekommst du die Hilfestellung, mit der du deine „Stärken“ und „Schwächen“ neu sortieren kannst. Eine Stärke kann in einem anderen Zusammenhang eine Schwäche sein, eine Schwäche kann eine Stärke sein. Deshalb muss sich nichts in dir verändern. Du brauchst nur bewussten Zugang zu den Teilen deiner Persönlichkeit. Dann kannst du genau den hervorholen, den du für die jeweilige Situation gerade am besten brauchen kannst. Jedes Gefühl und das daraus resultierende Verhalten ist im richtigen Zusammenhang sinnvoll. Wenn du allerdings deine innersten Strukturen noch nicht kennst, kannst du daran nichts verändern. Dann fühlst du dich ausgeliefert, denn alles läuft ab wie immer.  Deine Gewohnheiten bringen dich im unpassenden Moment in ein bestimmtes Verhalten, das dann als Schwäche erscheint. Um die Stärke darin zu finden, brauchst du den richtigen Blickwinkel. Und zwar einen weiteren. Nur wenn du mit großem Abstand auf deine Situation schaust, findest du die relevanten Zusammenhänge. Und nur dann kannst du dein Verhalten anders verstehen. Das nennt man übrigens auch „reframen“ und das ist eine effektive Technik aus dem NLP und der Psychotherapie.

Sobald du dein Verhalten in einem anderen Zusammenhang betrachtest, setzt du es in einen anderen „Rahmen“. Das lockert deine innere Struktur. Wenn du dich dann gemeinsam mit deinem Mindguide-Coach auf die Suche nach dem Ursprung dieser Struktur machst, entdeckst du ganz neue Zusammenhänge, an die du noch nie gedacht hast. Dazu jedoch brauchst du auch Mitgefühl. Wenn du den Prozess durchläufst, begegnest du dir selbst am Ende mit Wertschätzung anstatt mit Ablehnung und Strenge. Du verstehst dich in deiner Komplexität und gibst deinen Widerstand gegen sich selbst auf. Das löst eine große Menge an Energie, die du zuvor in den Kampf mit dir selber gesteckt hast.

Von diesem Moment an kannst du auswählen, welche Seite von dir du in einer Situation zum Einsatz bringen willst. Du spielst auf deiner emotionalen Klaviatur, so wie du es brauchst. Du ersparst dir das Gefühl des Kampfes. Du lehnst dich nicht mehr ab, denkst nicht mehr, dass du vielleicht unpassend, schwach, ängstlich oder sonst etwas bist. Du nimmst dich an so wie du bist und kannst deine Stärken jederzeit aktivieren und dich entsprechend lenken. Diese innere Beweglichkeit bekommst du durch das emotionale Management.

 

Wozu Mindguide-Coaching

Das Konzept des emotionalen Management, das im Mindguide-Coaching zur Anwendung kommt, kann in allen Bereichen verwendet werden, in denen es darum geht, die Beziehungen zu anderen Menschen erfolgreich zu gestalten und dich selber in deiner Gefühlslage zu lenken. Egal, ob in der Mitarbeiter- und Unternehmensführung, im Kundenservice und Vertrieb, in der Beratung und Weiterbildung oder auch in deinen privaten Beziehungen – es gibt keinen Bereich, der nicht von erfolgreichem emotionalem Management profitieren würde.

Die Ursprünge des Mindguide-Coachingkonzepts stammen aus der Psychotherapie. Es hilft heute Unternehmern dabei, ihre Gefühle zu lenken und so zu nutzen, dass sie effektiv und entspannt arbeiten können. Stress, Ängste und Unsicherheiten kennt jeder Mensch, denn diese Gefühle gehören zum Menschsein. Doch sie müssen im Unternehmen nicht hinderlich sein. Wenn du deine Emotionen lenken kannst, findest du innere Ruhe und Gelassenheit, wann immer du das brauchst. Und das ist eine gute Basis für klare Ziele, deutliche Kommunikation und Erfolg.

 

Die Logik in der Psyche verstehen

Emotionales Management bedeutet also in erster Linie, dass du mit deinen eigenen Emotionen umgehen kannst und nichts unterdrücken musst. Du lenkst dich, ohne etwas abschneiden zu müssen. Wenn du dich selber verstehen kannst, dann kannst du auch andere Menschen besser verstehen. Du kannst dann auch mit den Gefühlen von anderen besser umgehen. Es ist nämlich so: Wenn du hart zu dir selber bist, bist du das auch zu anderen. Wenn du mit dir selber verständnisvoll und mit Mitgefühl umgehen kannst, dann kannst du das auch mit anderen.

In der Psyche spielen immer sehr viele Faktoren zusammen. Die Psyche ist ein komplexes System, das geprägt wird von unzähligen familiären und biographischen Erfahrungen. Deshalb ist es auch nicht so leicht, die Logik darin zu verstehen. Doch Erfahrungen erzeugen Gefühle. Diese Gefühle werden gespeichert, und zwar immer.  Sobald eine aktuelle Situation eine alte Erfahrungen berührt, werden auch alte Gefühle abgerufen. Diese beeinflussen das aktuelle Handeln. Und das, obwohl das „alte“ Verhaltensmuster auf die Gegenwart vielleicht gar nicht mehr so richtig passt. Jeder Mensch erlebt seine Welt eigentlich permanent durch den Filter seiner Vergangenheit. Das kann funktionieren, muss es aber nicht.

 

Auch äußere Faktoren gehören beim emotionalen Management dazu

Hast du schon mal über deine Rollen nachgedacht? Du steckst – wie jeder Mensch – in den verschiedensten Rollen. Manche sind selbstgemacht, manche auch von außen aufoktroyiert. Du erlebst Rollenzuschreibungen, Wünsche und Bedürfnisse von anderen genauso wie deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Auch deine Rolle entscheidet über die Reaktion, die in dem Moment abgerufen wird. Das passiert normalerweise reflexartig. Deshalb kannst du deine Reaktionen vielleicht erst mal sehr schwer steuern. Und noch schwerer erklären.

Martin B. erlebte diese Prägung „halt dich zurück“ immer wieder, wenn er vor anderen Menschen stand und sich eigentlich begeistert ausdrücken und andere mitreißen wollte. Er hatte bereits gründlich über dieses Problem nachgedacht und verschiedene Körperentspannungsübungen ausprobiert, aber nur mit geringem Erfolg.

 

Nachdenken reicht nicht tief genug

Du kennst das vielleicht: du hast schon gründlich über ein Problem nachgedacht und meinst, die Zusammenhänge auch zu verstehen. Aber dein Verhalten kannst du trotzdem nicht verändern. Daran merkst du, dass du den entscheidenden Faktor noch nicht gesehen hast. Der Blickwinkel, den du einnimmst, ist noch nicht weit genug gefasst. Deshalb gehört zum Mindguide-Coaching vor allem auch das Sammeln von Informationen über die Herkunftsfamilie und deren Mitglieder. Wie war z. B. die Konstellation in der Kindheit? Gab es schicksalhafte Ereignisse, Verluste etc.? Wie viele Geschwister gibt oder gab es und wie ist die Reihenfolge? Das älteste Kind prägt andere psychische Muster aus als z. B. das Jüngste oder das Mittlere. In jeder Konstellation gibt es bestimmte Gesetzmäßigkeiten, die man dort sehr häufig wiederfindet. Darüber wurde bereits viel geforscht. All das ist wichtig.

Erst dann können wir innere und äußere Faktoren zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Erst dann kannst du dich oder ein Problem in seiner Vielschichtigkeit verstehen und es von innen heraus lösen. Die systemische Grundannahme, dass die Psyche des Menschen immer einer inneren Logik folgt, ist die wichtigste Leitlinie im emotionalen Management.

 

Warum die gute Absicht so wichtig ist

Sie steckt in jedem Verhalten. Das ist unumstößlich. Selbst wenn etwas absolut negativ herauskommt. Doch man erkennt die gute Absicht nicht immer gleich auf den ersten Blick. Deshalb kommen so viele Unternehmer und wollen ein Verhalten und ein bestimmtes Gefühl am besten einfach gleich loswerden. Aber das funktioniert nicht. Aber sobald der Unternehmer die gute Absicht in seinem Verhalten erkennt, öffnet sich in der Psyche ein Raum, der Veränderung und Wachstum möglich macht. Die gute Absicht zu sehen erzeugt nämlich Liebe und Mitgefühl und am Ende auch Wertschätzung. Zuerst sorge ich von außen für diese positive Atmosphäre. Später kann der Unternehmer das dann auch allein. Die Haltung von Liebe und Mitgefühl ist die wichtigste Voraussetzung für Entscheidungsfreiheit und Selbstermächtigung, also für die Kraft, die eigenen Geschicke zu lenken, wie man sich das wünscht. Sie ist natürlich auch die wichtigste Haltung im Umgang und Kontakt mit anderen Menschen, denn sie löst Negativität auf.

In den unbewussten Schichten der Persönlichkeit arbeite ich vor allem mit Bildern. Sie sind zusammen mit dem Körperausdruck die Sprache des Unterbewusstseins.

 

Was wurde aus Martin B.?

Im ersten Mindguide-Coaching schon identifizierte Martin B. diese Seite in seiner Persönlichkeit, die ihn immer wieder dazu brachte, sich zurückzunehmen. Er entdeckte den Hintergrund, der dieses Verhalten geprägt hatte. Und er sah die gute Absicht, die in diesem Verhalten steckte. Um das alles herauszubekommen, ließ ich ihn eine Farbkarte aussuchen, die diese Seite von ihm repräsentierte. Martin B. wählt eine rote Farbkarte.

Er konnte diese zurückhaltende Seite an sich überhaupt nicht ausstehen. Das konnte man sofort an seiner gesamten Körperhaltung ablesen. Trotzdem hielt er die Platte sehr fest in der Hand. Ich bat ihn, sie für einen Moment abzulegen und ein bisschen Abstand zu nehmen. Er trat ein paar Schritte zurück und atmete sofort tief durch. Doch dann kam die Anspannung zurück.

Im zweiten Schritt ließ ich Martin B. eine weitere Farbkarte aussuchen für den Zeitraum, in dem dieses heute störende Verhalten entstanden war. Während Martin B. die nächste Karte in die Hand nahm, zeigt sein Körper bereits die Gefühle, die in diese Zeit gehörten. Er verspannte sich in den Schultern, senkte den Kopf und lehnte sich im Stuhl zurück. Seine Lippen waren plötzlich fest verschlossen.

Die körperlichen Signale sind ein zentraler Bestandteil im Mindguide-Coaching. Der Körperausdruck zeigt Gefühle ungefiltert und oft ohne dass der Betreffende das selber mitbekommt. Deshalb beobachte ich genau, so kann ich Rückmeldung geben.

Auf meine Frage, wie alt er sich gerade fühle, bemerkte Martin B., dass er sich sehr jung fühlte. Dann fiel ihm ein, dass seine jüngere Schwester damals sehr krank gewesen war. Im weiteren Verlauf brachte Martin B. seine Zurückhaltung mit der tiefen Liebe zu seiner Schwester in Verbindung. Er sah die damalige Notwendigkeit, sich zurückzunehmen, damit die Mutter sich um die Schwester kümmern konnte. Seine Zurückhaltung war für das Überleben der Schwester notwendig gewesen. Ihr zuliebe hatte er nicht mehr Aufmerksamkeit beansprucht als unbedingt notwendig gewesen war. Ihm wurde klar, dass er sich aus diesem Grund auch heute noch zurückgenommen hatte, obwohl die ursprüngliche Situation längst vergangen war. Für die aktuelle Situation, seine Mitarbeiter zu begeistern, half ihm dieses Verhalten nicht mehr, im Gegenteil.

Durch die weitere Arbeit mit Symbolen und hypnotischen Gesprächssequenzen gelang es Martin schließlich, die Ablehnung, die er sich in Bezug auf dieses Verhalten selber entgegenbrachte, zu überwinden. Und endlich konnte er sich auch mit den Fähigkeiten, die er heute als Erwachsener hatte, verbinden. Nachdem er an diesen inneren Strukturen gearbeitet hatte, trommelte er erneut seine Mitarbeiter zusammen und erklärte ihnen noch einmal den Sinn der kommenden Veränderungen. Diesmal verstanden die Leute seine Gründe. Martin konnte das beinahe nicht glauben. Die Stimmung besserte sich dadurch enorm und die meisten Mitarbeiter zogen mit an dem Strang, den Martin vorgegeben hatte. Er hatte seine Fähigkeiten eingesetzt so wie er es geplant hatte. Und es war leicht gegangen, ohne inneren Kampf. Martin war erleichtert und glücklich.

 

Mindguide-Impulse fördern das emotionale Management

Um die neuen Strukturen zu festigen, begleitete ich Martin B. eine zeitlang mit wöchentlichen Mindguide-Impulsen online weiter. Sie lenkten seine Aufmerksamkeit auf die Gewohnheiten, die eine Gefahr für seine neuen Strukturen hätten sein können. Er konnte dadurch sein neues Verhalten in sich festigen und es immer schneller abrufen, wenn er es brauchte. Er bekam dazu jede Woche einen neuen Impuls per Mail von mir und gab mir jedesmal darauf Rückmeldung. Wie hatte er den Impuls erlebt, wie hatte er ihn umgesetzt, was war ihm dabei begegnet… Daraus formulierte ich den nächsten Impuls und so weiter. Er entwickelte so ein starkes Bewusstsein für sich und seine Verhaltensmuster. Und dadurch konnte er wählen, welches Muster er hervorholen wollte und was in die Situation gerade am besten passte.

Martin B. hat mittlerweile expandiert und führt heute sein Unternehmen mit etwa 140 Mitarbeitern, so wie er es sich gewünscht hatte. Er ist sehr erfolgreich, was mich riesig freut.

Wenn du dich auch für ein Coaching zum emotionalen Management interessierst, melde dich telefonisch oder per Mail bei mir. Du bekommst bereits in einem kurzen kostenfreien Vorgespräch erste Impulse, die du direkt umsetzen kannst.

 

Hanne Demel

 

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Wie du gute Entscheidungen treffen kannst

Wie du gute Entscheidungen treffen kannst

Wie du gute Entscheidungen treffen kannst, ist eine der wichtigsten Fragen für dich als Unternehmer.

Nicht selten höre ich „Wenn ich’s doch nur eher geschnallt hätte…“, wenn eine Entscheidung eine ungewünschte Auswirkungen in der Zukunft hat.

Ich muss dir kurz eine Geschichte erzählen: 

Kennst du die Geschichte vom Bauern, der sehr arm war? Ein fleißiger Bauer hatte einen guten Sohn, der ihm auf dem Hof half. Für die Feldarbeit besaß er ein altes Pferd. Eines Tages riss sich das Pferd während eines heftigen Gewitters los und galoppierte in Panik davon. Da machte sich der Sohn auf, um das verschreckte Pferd zu suchen und zurückzubringen. Dabei fand er auch ein wunderschönes Wildpferd, das er einfing und mit nach Hause zu seinem Vater brachte.

Als der Sohn jedoch dieses Wildpferd zähmen und zureiten wollte, wehrte es sich und warf ihn ab. Dabei brach sich der Sohn ein Bein.
Der Bauer kratzte sein allerletztes Geld zusammen und brachte seinen Sohn zu einem Arzt, damit er ihm das gebrochene Bein schiente. Doch nun musste er die anstrengende Arbeit auf dem Hof allein verrichten und kam deshalb viel langsamer voran.

Zwei Wochen nach dem Unfall galoppierten ein paar berittene Boten des Königs auf den Hof. Sie waren ausgesandt worden, um im ganzen Land die jungen Männer zusammenzutrommeln, weil sie in den Krieg ziehen sollten. Doch den Sohn konnten sie wegen des gebrochenen Beines nicht gebrauchen und so zogen sie weiter.

Naaaa, bei was warst du gerade?

Bei „Ach so ein Glück!“ oder bei „Oh nein, so ein Unglück“?

Wenn du dir diese Geschichte wirklich reinziehst, erkennst du sehr leicht, dass die eigenen Urteile, die du aus einem sehr kleinen Blickwinkel und kurzen Zeitspannen heraus gefällt hast, sich sehr leicht wieder relativieren lassen.

Die Lehre vom abhängigen Entstehen

Alles, was passiert, wirkt sich wieder auf das aus, was danach folgt. Das nennt man in der buddhistischen Ethik das „abhängige Entstehen“. Nichts existiert allein aus sich heraus ohne Vorgeschichte.

Wenn du herausfinden willst, wie sich eine Entscheidung, die du heute triffst, in der Zukunft auswirken wird, solltest du sie systemisch durchleuchten. Dazu brauchst du einen sehr weiten Blickwinkel. Du solltest mit einer Analyse deiner Optionen beginnen und dabei verschiedenen Ebenen – die rationale und die emotionale, und zwar sowohl bei dir als auch bei anderen – einbeziehen. Dann kannst du in einer systemischen Aufstellung die einzelnen Aspekte noch einmal nachspüren und gewichten. Das ist sehr klärend.

Deinen Entscheidungen folgt deine Entwicklung

Bis zu einem gewissen Punkt kannst du künftige Entwicklung vorwegnehmen. Denn alles hat wieder etwas anderes zur Folge. Dadurch entsteht ein ganz bestimmter Weg, je nachdem, welche Entscheidung du aktuell triffst. Und dieser Weg wirft quasi seine Schatten oder sein Licht voraus. Um das sehen zu können brauchst du innere Klarheit.

Wie entsteht denn nun innere Klarheit

Wenn du an deinen Emotionen anhaftest, vernebelst du dir schon deinen Blick. Klar entscheiden kannst du erst, wenn du innerlich Distanz gewinnst. Dann kannst du deine Optionen betrachten und besser abwägen, welche Wirkung du jeweils damit in der Welt erzeugst. Wenn du in dir Sicherheit hast, kannst du auch angstfrei an die Umsetzung gehen. Denn wenn du dir sicher bist, dass du den richtigen Weg eingeschlagen hast, kommst du mit Hindernissen und Schwierigkeiten besser zurecht. Du lässt dich weniger verunsichern.

Systemaufstellungen helfen, um Klarheit zu gewinnen

Du kannst all diese Aspekte und Ebenen in einer systemischen Aufstellung abbilden und dann auch eine gewisse Entwicklungsstrecke voraussehen. Naja, vielleicht auch eher spüren, denn eine Aufstellung ist eine sehr intuitive Arbeit. Sie hilft dir, deine Optionen von Emotionen – zum Beispiel von Ängsten – zu befreien. Denn erst danach kannst du wirklich gut entscheiden. Entscheidungen, die Ängste oder auch starke Emotionen wie Wut zur Grundlage haben, sind erfahrungsgemäß nicht gerade die besten.

Wichtig ist auch, dass du ethische Aspekte mit einbeziehst. Der Mensch ist nämlich von Natur aus ein ethisches Wesen. Wenn du anderen Kummer und Schmerz zufügst, registriert dein Unterbewusstsein das. Und auf einer tiefen Ebene gibt es keine Unterscheidungen zwischen anderen Menschen und dir selber. Wenn dieser Schmerz dann irgendwann an die Oberfläche und in dein Bewusstsein dringt, leidest du. Woran auch immer du dieses Leid dann aktuell festmachst, die Samen dafür hast du vorher selber in deinen Geist gelegt…

Nichts gibt es umsonst. Wenn du deinen Erfolg auf dem Schaden von anderen aufbaust, wird deine Freude daran nicht lange halten. Auch solche längerfristigen Entwicklungen lassen sich in Systemaufstellungen gut abbilden.

Also entscheide klug und ethisch. Und lass dich unterstützen. Ich bin gern für dich da.

Hanne Demel

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Welcher Stresstyp bist du?

Welcher Stresstyp bist du?

Welcher Stresstyp bist du?

Was tust du zum Beispiel, wenn in deinem Unternehmen eine unangenehme Situation auftaucht?

1. Grübelst du dann viel und denkst drum herum?

Viel Denken und Grübeln vernebelt die Sinne. Du kannst dann nicht mehr klar wahrnehmen, was wirklich los ist. Deine Gedanken machen sich zu breit und schieben sich vor deine Augen und Ohren… Du hältst sie für die Realität. Das schafft eine Trennung zwischen dir und der tatsächlichen Situation. Mit dieser Trennung fällt es dann umso schwerer, etwas zu verändern. Es ist als wenn du einen Nagel einschlagen willst, deine Hand liegt daneben und du siehst vor lauter Denken den Nagel nicht richtig oder kannst nicht zielen….

ReaktionstypAls Unternehmer solltest du dir Grübeln ganz und gar abgewöhnen. Du brauchst einfache Methoden, die dir Klarheit verschaffen und erst mal für innere Ruhe sorgen. Dann kannst du handeln und die Situation zum Besseren wenden.

2. Lenkst du dich lieber ab?

Ablenkung ist manchmal gut, manchmal nicht. Wenn dich die Ablenkung vom Grübeln abhält, ist das hilfreich. Aber ein gewisses Maß an Achtsamkeit für die Situation ist wichtig. Vor allem solltest du auch achtsam für deine Gefühle und Empfindungen sein. Denn wenn du sie mit innerer Distanz beobachtest, gewinnst du Klarheit darüber, was genau die Situation so unangenehm für dich macht.

Für dich als Unternehmer kommt’s aber drauf an, womit du dich ablenkst. Bei Problemen mit Mitarbeitern solltest du lieber genau hinschauen. Sowohl auf dich selbst als auch auf deine Mitarbeiter. Auch sie haben ihren guten Grund, sich genau so und nicht anders zu verhalten. Erst wenn du den erkennst, kannst du eine angespannte Situation wieder lockern.

3. Igelst du dich vielleicht ein und redest nicht mehr viel?

Wenn du dich einigelst, besteht die Gefahr, dass du Beziehungen und Kontakte abschneidest. Im schlimmsten Fall zu Menschen, die dir helfen wollen oder die mit dir geschäftlich in Verbindung stehen. Es ist enorm wichtig, offen zu bleiben. Nur so siehst du, wer es gut meint mit dir und wer nicht.

Als Unternehmer brauchst du Kontakte und Unterstützer. Wenn du dich einigelst, haben diese das Gefühl, du lässt sie ablaufen und schätzt sie nicht. Doch Wertschätzung ist das A und O für und in deinem Business, wenn es wachsen und gedeihen soll.

4. Oder redest du gerade erst recht mit anderen Leuten drüber?

Wenn du mit anderen redest, kommt es darauf an, wie du das tust. Wenn es zu deiner Erleichterung stattfindet, du aber negativ sprichst oder über andere lästerst, schadest du deinem eigenen Ruf. Zusätzlich leidet deine Gesundheit, denn du nimmst dir damit Energie. Deshalb achte auf deine Sprechweise. Wenn du wertschätzend und positiv sprichst, auch wenn eine Situation dich gerade herausfordert, hilft das. Du kannst dann gemeinsam mit deinem Gesprächspartner Klarheit über die Situation bekommen. Und du kannst andere Blickwinkel finden, die dir helfen.

Vor allem als Unternehmer solltest du vorsichtig sein, wo und bei wem du dich öffnest. Die meisten Mitarbeiter sind irritiert, wenn du als Chef aus deiner Rolle fällst und Unklarheit zeigst. Du verlierst dann leicht deren Respekt und hast es hinterher umso schwerer, deine Führungsaufgaben zu übernehmen. Tausche dich lieber mit anderen Unternehmern aus. Zum Beispiel auf meinem Ethikstammtisch. Du kannst dich von überall einwählen, sofern du einen Internetzugang hast. Bequem an deinem Bildschirm sitzend kannst du mit uns diskutieren und deinen Blickwinkel weiten lassen.

5. Holst du dir Rat? Oder vielleicht sogar professionelle Unterstützung?

Wenn du dir Rat holst, dann schau gut, bei wem. Du solltest jemanden fragen, der vor allem mit Klarheit und Mitgefühl auf die Situation schauen kann. So kannst du die wichtigen Punkte am besten herausarbeiten und verändern. Mitgefühl ist ein wichtiger Schutz und die Basis für Veränderung.

 

Als Unternehmer ist es wichtig, immer wieder auch professionelle Unterstützung zu haben. So kannst du strategische und persönliche Unklarheiten beseitigen und gleichzeitig für gute Stimmung im Unternehmen sorgen.

Dafür gibt’s den Ethikstammtisch für emotionales Management

Wenn du dich mit anderen Unternehmern austauschen willst, dann komm doch zum Stammtisch für emotionales Management. Die vertrauensvolle Atmosphäre unterstützt dich bei der Auseinandersetzung mit schwierigen und spannenden ethischen Themen. Du bekommst dabei viele Anregungen und neue Blickwinkel. Das hilft dir, deine Sicht zu erweitern und Lösungen auch für dein Business zu finden, an die du vielleicht noch gar nicht gedacht hast. Ich achte auf einen wertschätzenden und vertraulichen Austausch und freundlichen Tonfall. Die obersten Regeln beim Stammtisch sind nämlich Diskretion und Wertschätzung.

Schau einfach mal hier!

Hanne Demel

 

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Welche Fragen helfen dir, ethisch zu entscheiden

Welche Fragen helfen dir, ethisch zu entscheiden

Foto Pixabay: geralt

Welche Ebenen kannst du abklopfen, wenn du ethisch entscheiden willst?

Gute und ethische Entscheidungen wollen erarbeitet werden. Doch wie geht das? Das ist gar nicht so leicht, ethisch zu entscheiden.

Eine Möglichkeit ist es, darüber zu reflektieren, aus welcher Ebene oder Geisteshaltung heraus du eine Entscheidung treffen willst. Continue reading →

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Wie wirken sich starke Emotionen auf deine Entscheidungen aus

Wie wirken sich starke Emotionen auf deine Entscheidungen aus

Foto Pixabay: Activedia

Starke Emotionen haben eine große Wirkung in deinem Geist 

  • Was passiert in dir, wenn du in starken Emotionen haften bleibst?
  • Wie kannst du da gegensteuern?
  • Wie kannst du deine Entscheidungen auf einer ethischen Basis treffen, die allen nützt?

Schau dir dazu dieses Video auf Youtube an!

Komm in meinen Onlineworkshop!

Hier findest du mehr Infos dazu.

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Hilfe, mein Kopf platzt! Vier edle Wahrheiten fürs Business…

Hilfe, mein Kopf platzt! Vier edle Wahrheiten fürs Business…

Foto iStock.com: castillodominici

Was haben vier edle Wahrheiten mit dem Business zu tun?

Kennst du solche Tage, an denen du alles im Griff hast und es wie am Schnürchen läuft? Und dann wieder hörst du deinen Posteingang förmlich nach Bearbeitung schreien – oder scheint das nur mir so zu gehen? ToDo-Listen werden länger statt kürzer. Gerade schraube ich an einem kniffligen Stück html-Code, weil mein Programmierer nicht erreichbar ist und ich’s dann halt mal eben schnell selber versuchen will. Da klingelt das Telefon. Komplexere Aufgaben türmen sich vor den Bugwellen meiner Tage auf wie Schnee vor einem Schneeschieber.

Geht’s dir auch so?

Deshalb habe ich mir mal wieder Vier edle Wahrheiten und den Achtfachen Pfad aus der buddhistischen Lehre angeschaut, weil sie helfen, den Kopf frei zu bekommen.

Vier Edle Wahrheiten:

1. Edle Wahrheit: Das Leben des Daseinskreislauf ist letztendlich leidvoll, denn das Dasein besteht aus Unvollständigkeit und Unvollkommenheit.

2. Edle Wahrheit: Jedes Leiden hat eine Ursache. Die Ursache des Leidens ist Anhaftung. Die Anhaftung entsteht aus Gier, Hass und Verblendung, also Unklarheit.

3. Edle Wahrheit: Es gibt einen Weg, Leiden zu beenden. Wenn die Ursachen erlöschen, erlischt das Leiden. Erkennt man also die jeweilige Ursache eines leidvollen Zustandes, dann kann man ihn beseitigen.

4. Edle Wahrheit: der Achtfache Pfad führt zur Befreiung aus dem Leiden, denn er beinhaltet Empfehlungen für korrektes Denken und Handeln, was die Anhaftung auflöst:

Foto iStock.com: BradenGunem

  • Rechtes Verständnis
  • Rechtes Denken
  • Rechte Rede
  • Rechte Handlung
  • Rechter Lebenserwerb
  • Rechte Anstrengung
  • Rechte Achtsamkeit
  • Rechte Konzentration

Und wie nützt mir das nun für mein Business?

Die 1. Edle Wahrheit: 
Alles, was ist, ist unvollständig und keinesfalls perfekt. Egal was ist, es wird immer zwei oder mehrere Seiten haben, es wird immer unvollständig bleiben. Es ist nicht möglich, jemals „fertig“ zu werden oder etwas absolut perfekt hinzubekommen. Das heißt, ich brauche auch gar nicht nach absoluter Perfektion zu streben. Das wird sowieso nichts…  100 Prozent geben und mit 60 bis 80 Prozent Ergebnis glücklich sein!

Die 2. Edle Wahrheit: 
Viele Menschen haben enorm hohe Ansprüche an sich selbst und an andere. Auch das ist eine Form von „Gier“ aus buddhistischer Sicht. Die Konzepte im Denken und Handeln, die den Rahmen einer Persönlichkeit bilden, sind auch für diese Erwartungen zuständig. Sie engen den Geist ein. Aus dieser Enge heraus entsteht Leiden, wenn z. B. Erwartungen nicht erfüllt werden.

Die 3. Edle Wahrheit:
Um die eigenen Konzepte zu erkennen, braucht es Ruhe und Selbstreflexion.

Welche Ansprüche habe ich tatsächlich an mich selbst? Was erwarte ich von anderen? Wie muss für mich die Welt sein, damit ich glücklich sein kann?

Wenn ich zum Beispiel den Anspruch habe, noch heute 30 Punkte von meiner To-Do-Liste abzuhaken, dann fühle ich mich am Abend schlecht, weil ich nur 10 Haken hinbekommen habe.

Wenn ich Aufmerksamkeit von meinem Partner erwarte und sie nicht kommt, bin ich enttäuscht.

Wenn ich erneut über ein ärgerliches Erlebnis nachdenke, bis ich mich wieder ärgere, vermiese ich mir mein eigenes Lebensgefühl.

Alles entsteht in mir selber und nur ich kann es tatsächlich ändern, indem ich meine Bedingungen und Erwartungen verändere.

Aber welches Gegenmittel bringt mich aus dem Leiden heraus?

Die 4. Edle Wahrheit: Das ist der Achtfache Pfad. Er beschreibt rechtes Denken und Handeln und die rechte Konzentration (auf die richtigen Dinge).

Wenn ich mich auf Dankbarkeit und Wertschätzung konzentriere, erzeugt das in mir Zufriedenheit. Wenn ich darauf achte, mit anderen respektvoll umzugehen, erzeugt das Respekt. Wenn ich darauf achte, die Qualitäten im Umgang mit anderen zu zeigen, die ich mir wünsche, erzeugt das Resonanz und ähnliches Verhalten. Und so weiter.

Wünschst du dir eine friedliche Welt, sei selber friedfertig. Wünschst du dir Aufmerksamkeit von anderen, wende dich anderen bewusster zu.

Diese Weisheit gibt es in allen Kulturen und Religionen. Da fällt mir ein Spruch ein, den mir schon meine Eltern beigebracht haben: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“ Im Umkehrschluss bedeutet er auch: „Und was du willst, das man dir tu, das füge allen andern zu…! 😉

Tipp für einen freien Kopf:

Stelle dir ein paar Minuten die Weite des blauen Meeres und des blauen Himmels vor.

Öffne deinen Geist und lass dieses Gefühl der Weite in dich hinein. Lass alle Gedanken, die auftauchen, einfach weiterziehen, so wie ein stetiger Fluss, der ins Meer fließt. Lass auch all deine Konzepte und Vorstellungen aus dir herausfließen und räume in deinem Kopf auf. Dahinter entsteht Ruhe. In dieser Ruhe erholt sich das gestresste Gehirn und die Gesichtszüge glätten sich…

In diesem Sinne – sei nicht derjenige, „vor dem uns unsere Eltern immer gewarnt haben“ sondern derjenige, von dem du denkst, dass die Welt ihn dringend braucht. Sei friedlich, glücklich und voller Mitgefühl. Das wünsche ich dir!

Wenn ich dich dabei unterstützen kann, deinen Kopf freizubekommen und dich leicht und klar zu fühlen, dann melde dich bei mir: schreib mir eine Mail!

 

Hanne Demel

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Ethische Entscheidungen treffen – dazu braucht es die richtigen Tools

Ethische Entscheidungen treffen – dazu braucht es die richtigen Tools

Foto Pixabay: Ramdlon

Hast du schon mal vor einer Entscheidung gestanden, die weitreichende Konsequenzen hatte für dich persönlich oder für dein Business? Und warst du dabei emotional belastet? Emotionen können klare Entscheidungen massiv torpedieren.

Emotionen vernebeln den Blick

Wenn du zornig bist, solltest du möglichst gar keine Entscheidung treffen. Du würdest vermutlich das Kind mit dem Bade ausschütten. Wenn du ängstlich bist, zögerst du zu lange.
Du bist dir nicht sicher, welche Ressourcen dir zur Verfügung stehen. Du weißt auch nicht, wer dich unterstützen könnte und wie. Und wenn du vor Freude juchzt, ist das auch keine besonders stabile Entscheidungsgrundlage. Dein Überschwang könnte dich verleiten, zu weit zu gehen. Und so weiter.

Die Refraktärphase der Gefühlswallung

Wenn ein starkes Gefühl auftaucht, entsteht eine kurze Phase, in der die Wahrnehmung eingeschränkt ist. Man nennt sie „Refraktärphase“ und sie ist in etwa wie ein Tunnelblick. Das aktuelle Gefühl überdeckt fast alles andere. In diesem Moment solltest du am besten gar nichts entscheiden. Du kannst keine „vernünftige“ Beurteilung der Situation vornehmen.

Die Refraktärphase dauert mindestens ein paar Sekunden bis einige Minuten. In sehr emotionalen Situationen kann sie sogar einige Stunden anhalten. Erst dann öffnet sich der Blick wieder.

Also lass dir Zeit, wenn du Entscheidungen treffen musst!

Gedankenkreisel versus Vorwärtsenergie

Für- und Wider-Stimmen in deinem Kopf machen es unmöglich, einen klaren Standpunkt zu finden. Das kann sich quälend lange hinziehen, je nachdem, was für ein Typ du bist.

Dann ist es wichtig, Entscheidungen in größeren Zusammenhängen mit ihren Auswirkungen zu betrachten. Es geht dann nicht darum, dass du dir mehr Zeit nimmst, sondern dass du deine Optionen SPÜRST. Gedankenkreisel schneiden dich nämlich von deinem Körpergefühl ab.

Probier mal Folgendes aus:

Wenn du gerade vor einer Entscheidung stehst und sehr emotional bist, dann erlaube dir bewusst, erst morgen oder übermorgen zu entscheiden. Nimm dir mehr Zeit, als du’s üblicherweise tun würdest. Beobachte dabei, wie sich deine Gefühle im Lauf der Tage verändern. Ich bin z. B. jemand, die sehr schnell entscheidet und handelt. Das habe ich oft schon recht teuer bezahlt.

Wenn du eher jemand bist, der in Gedankenkreiseln gefangen ist, dann versetze dich doch mal gedanklich in die verschiedenen Optionen. Stell sie dir vor, du hättest jeweils schon so entschieden. Und nun spüre ganz genau und in aller Ruhe, wie sich das anfühlt. Beziehe deinen ganzen Körper ein. Manchmal kann man so schon spüren, was das Richtige ist.

Manchmal braucht es auch einen Blick von außen

Deine Reaktionen und auch deine Entscheidungen entstehen aus tiefen Gewohnheiten. Ganz so leicht kommst du da nicht raus. Wenn du ein Werkzeug hast, das dir einen Blick von außen ermöglicht, kann dir das Klarheit bringen. Eine systemische Aufstellung z. B. ist so ein Werkzeug.

In einer Aufstellung kannst du deine verschiedenen Optionen ausbreiten und unmittelbar spüren, wie sie sich anfühlen. Du kannst auch verschiedene Aspekte einbeziehen und dir darüber Klarheit verschaffen, wie sie sich auswirken.

Hanne Demel

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Deine Konzepte reichen weiter als du denkst – der Halo-Effekt! 

Deine Konzepte reichen weiter als du denkst – der Halo-Effekt! 

Zeichnungen: Hanne Demel

Hast du schon mal was vom Halo-Effekt gehört? Und hast du schon mal über deine eigenen Konzepte nachgedacht? Es gibt Effekte in deiner Wahrnehmung, die du kennen solltest, wenn du mit anderen Menschen klar umgehen willst.

Landkarten in deinem Kopf

Deine Vorerfahrungen haben bestimmte Landkarten in deinem Gehirn gebildet.Diesen Landkarten entsprechend ordnest du deinem aktuellen Gegenüber immer noch ein paar weitere Eigenschaften zu, die du bei ihm vermutest.

Diesen Effekt nennt man Halo-Effekt. Das bedeutet, dass deine Erwartungen die tatsächlichen Eigenschaften deines Gegenübers „überstrahlen“ können.

Der Halo-Effekt

Dein Kunde ist braunhaarig, trägt eine Hornbrille, Anzug und Krawatte. Unbewusst gehst du davon aus, dass er auch intelligent und zuverlässig ist.

Oder du hast jemanden vor dir, der jemandem, den du kennst, sehr ähnlich sieht. Du glaubst nicht, wie schwer es im Coaching sein kann, dich innerlich immer wieder zur Ordnung zu rufen, weil du denkst, du kennst DIESEN Menschen bereits.

Wie du wachsam bleiben kannst

Max der Coach aus dem Bohnenland„Klar gibt es Menschentypen, die sich charakterlich und äußerlich ähneln“, sagt Max, der Coach aus dem Bohnenland. „Aber bei der Zuordnung solltest du extrem große Vorsicht walten lassen. Am leichtesten geht das, wenn du dich immer wieder ganz öffnest und dich überraschen lässt. Ja, Offenheit kann man üben! Stell dir einfach immer wieder vor, du begegnest diesem Menschen gerade das erste Mal.“

Max erzählte mir mal von einer Klientin, die er ständig mit jemand anderem verwechselt hatte. Sein Gefühl, sie bereits zu kennen, ließ ihn zu forsch vorgehen. Dadurch hatte er sich nicht das Vertrauen dieser Klientin erarbeitet, so wie es zu Beginn des Coachings notwendig und wichtig gewesen wäre. Und sie dadurch verloren.

Sei dir immer deiner eigenen Konzepte und Gedankenmuster bewusst. Nur so kannst du diese auch in Frage stellen oder sie aktiv über Bord werfen. Und findest leichter und direkter Zugang zu deinem Gegenüber.

Dazu habe ich folgende Übung für dich:

Setze dich in ein Café und suche dir verschiedene Menschen aus. Nun denke dir Geschichten zu jedem Einzelnen aus. Wie lebt er, wie ist er. Lass deiner Fantasie freien Lauf.

Und nun vergleiche, welche Geschichten dir zu welchen Körpermerkmalen eingefallen sind. Reduziere deine Geschichten nun auf Stichpunkte und lass dich überraschen, welche Eigenschaften und weitere Zuordnungen du zu Haarfarbe, Größe, Kleidung etc. gemacht hast. Das ist der Halo-Effekt!

Und nun tausche die Geschichten, die du dir zu den einzelnen Menschen ausgedacht hast, aus Spaß und zur Übung einfach mal aus!

Bewusstsein ist alles!

Also vergiss nicht: Coaching ist ein feines Handwerk, das man lernen kann. Sei ein guter Coach!

Und noch was:

Die Coaching Tools sind übrigens auch für Führungskräfte geeignet, die ihre Mitarbeiter gut führen wollen. Wenn du jemanden kennst, empfehle doch diesen Blog oder auch meinen Newsletter einfach weiter. Das würde mich freuen.

 

Hanne Demel 

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Stress im Arbeitsalltag bewältigen, ohne innerlich zu kündigen:

Stress im Arbeitsalltag bewältigen, ohne innerlich zu kündigen:

Foto Pixabay: andreas160578

Stressabbau im Alltag: Warum du Gleichmut brauchst statt Gleichgültigkeit

Viele Menschen begegnen dem Stress im Arbeitsalltag nach einiger Zeit mit Gleichgültigkeit. Sie kündigen quasi innerlich. Doch damit geht’s ihnen nicht besser. Im Gegenteil.
Gleichgültigkeit ist eine Form von stiller Aggression und Abwertung. Sie entspringt einem Geist der Härte und des Getrenntseins. Gleichgültigkeit verletzt andere Menschen, denn wahrgenommen zu werden und wichtig zu sein ist ein menschliches Grundbedürfnis.

Stress im Arbeitsalltag mit Gleichmut auflösen

Gleichmut ist etwas völlig anderes. Es ist ein unerschütterlicher Geist, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Das japanische Wort für diesen unerschütterlichen Geist ist übrigens Fudoshin. In diesem Geisteszustand hast du inneren Raum und haftest an nichts wirklich an. Du verurteilst nichts, sondern behältst deine Mitte und deine Stabilität. Du bist voller Mitgefühl. Du schneidest nichts ab sondern bleibst im Kontakt. Zugleich hältst du innerlich ausreichend Distanz, um deine emotionalen Reaktionen im Griff zu behalten und zu lenken.

Warum verwechseln dann so viele Leute das Wort Gleichmut mit Gleichgültigkeit?

Das Wort Gleichmut wird vor allem in der buddhistischen Ethik benutzt. Es ist für uns „Westler“ noch immer etwas ungewohnt. Doch es gibt auch andere Worte, die diesen inneren Zustand der Verbindung und des Mitgefühls beschreiben: innere Distanz, innerer Friede, Unerschütterlichkeit, innere Ruhe…
Doch warum schreibe ich darüber?

Ich möchte dir ein paar Möglichkeiten zeigen, Gleichmut zu entwickeln:

Denn Gleichmut erzeugt Klarheit. So kannst du die schwierigsten Situationen meistern.

  • Du bist dann in der Lage, einen stressigen Arbeitsalltag zu bewältigen ohne dass dein Blutdruck steigt oder du Tourett kriegst.
  • Du kannst klare Entscheidungen treffen, ohne sie hinterher zu bereuen.
  • Du kannst Konflikte lösen, ohne die Axt auszupacken.
  • Und so weiter…

Gleichmut entsteht immer dann, wenn du es schaffst, innerlich Distanz herzustellen und zugleich dein Mitgefühl zu aktivieren. Mitgefühl hält die Verbindung und hilft dir, im Kontakt zu bleiben.

Deshalb probier mal folgendes aus:

  • Aktiviere in dir ein sehr warmes und herzliches Gefühl, zum Beispiel indem du an jemanden denkst, den du sehr gern magst.
  • Nun spüre, was in deinem Körper passiert. Was fühlst du? Wie ist dein Atem? Wie schlägt dein Herz? Welche Art von Entspannung spürst du im Körper? Gibt es ein Gefühl der Wärme irgendwo?
  • Nun stell dir vor, dein Leben zieht an deinem geistigen Auge vorbei, so als wenn du dich einmal um deine Achse drehst und dabei in alle deine Bereiche mal kurz reinschaust.
  • Versuche dabei, das Körpergefühl, das du gespürt hast, die ganze Zeit über aufrecht zu erhalten. Lass deinen Atem langsam und entspannt fließen.
  • Wenn nun etwas vor deinem geistigen Auge auftaucht, das dieses Gefühl aus deinem Körper vertreibt, rücke dieses Bild innerlich etwas weiter von dir weg. So weit, bis du das schöne angenehme Gefühl wieder in dir spüren kannst.
  • Wenn etwas auftaucht, das dich so richtig aus der Ruhe bringt, dann dreh dich innerlich ein Stückchen davon weg. Lass es einfach „links liegen“ und hol dir dein angenehmes Gefühl zurück.

Geh so immer wieder durch alle Bereiche deines Lebens und rücke alles in die Distanz, in der du sowohl eine liebevolle Verbindung als auch inneren Abstand bewahren kannst. Du kannst das an dem guten warmen Gefühl in dir messen, an deinem Atem und deiner Körperentspannung.

Übe das täglich, dann wird Gleichmut in dir wachsen und sich festigen. Du kannst damit deine Lebensqualität enorm steigern. Und die Leute werden dich fragen, wie du es schaffst, eine solche Ruhe auszustrahlen…

Wenn du ein paar weitere Übungen kennen lernen möchtest, die dir in kurzer Zeit helfen, Stress im Alltag abzubauen, dann hol dir meinen 5-Tage-Onlinekurs „Stressabbau im Alltag“.

Hanne Demel

PS: Dieser Artikel ist im August 2017 auch im XING-Magazin erschienen !

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Warum Mitgefühl hilfreich ist, Mitleid aber nicht

Warum Mitgefühl hilfreich ist, Mitleid aber nicht

Foto iStock.com: m-gucci

Vor kurzem habe ich eine Bekannte getroffen, die mir von der Misere einer Nachbarin erzählte. Ihr Mitleid mit der Nachbarin war grenzenlos. Ebenso ihr Gefühl von Hilflosigkeit. Sie lamentierte und redete sich immer mehr in Rage. Am Ende war sie fix und fertig und total gestresst. Und ich auch…

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl?

Wer „mit-leidet“, hat das Gefühl, nichts entgegensetzen zu können. Er erlebt sich hilflos. Und Hilflosigkeit schwächt das gesamte System.

Außerdem entsteht durch Mitleid leicht ein Gefälle. Spür mal diesen Worten nach: „Du tust mir leid, du Ärmste. Dass es bei dir aber auch immer wieder so dick kommt! Wenn ich nur wüsste, wie ich dir helfen kann…“

Da schwingt auch eine Spur von Arroganz mit. Ich schaue auf den anderen herab, wenn ich so spreche. Außerdem habe ich keine Idee, wie ich wirklich helfen könnte. Mir fehlt der innere Abstand. Und meine Worte tun der Bemitleidenswerten nicht besonders gut, denn sie verstärken das Leiden anstatt es zu lindern. Ich bestätige ihr nur, wie bedauernswert sie ist.

Mitleid fördert Burnout

Wenn ich keinen inneren Abstand habe, setze ich mich selbst zu stark in Bezug zum Leiden.

Dies ist übrigens eine Ursache für Ausbrennen. Psychische Gefährdungsbeurteilungen in Krankenhäusern haben gezeigt, dass Krankenschwestern, die sehr viel Mitleid empfinden,  schneller in einen Burnout rutschen als Krankenschwestern, die Mitgefühl entwickeln. Deshalb ist Mitgefühl so enorm wichtig.

Mitgefühl und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit

Dinge aus eigener Kraft verändern zu können, schafft Selbstvertrauen und Vertrauen ins Leben. Diese Erfahrung der „Selbstwirksamkeit“ brauchst du, um mitfühlen zu können.

Das Vertrauen in dich, dass du hilfreich sein kannst, ist entscheidend. Oft muss es auch gar keine große Handlung sein. Manchmal genügt es, einfach da zu sein und nichts zu sagen. Etwas „aushalten“ zu können und da zu bleiben ist schon Trost spendend.

Du brauchst eigentlich nur genau beobachten, welche Wirkungen deine Handlungen haben. Dann weißt du auch, was gerade am hilfreichsten ist.

Mitgefühl entsteht durch Aufmerksamkeit

Wenn ich mitfühle, geht es nicht um mich. Ich sehe und spüre das Leiden, ohne es in Bezug zu mir selbst zu setzen. Ich halte innerlich Distanz, ohne meine Aufmerksamkeit für das Leiden zu verlieren. Innere Distanz erzeugt Handlungsfähigkeit.

Das erst lässt mich die richtigen Worte finden, die richtigen Dinge tun, die das Leiden nicht verstärken sondern vermindern. In mir bleibt es ruhig, außer Mitgefühl ist kein anderes Gefühl in mir.

Deshalb wird Mitgefühl in allen religiösen und spirituellen Traditionen angestrebt. Es schützt dich und hilft dir, dich nicht als Opfer zu fühlen.

Beobachte dich mal selbst in der nächsten Zeit. Wann fühlst du dich hilflos und wann kraftvoll im Angesicht von Leiden…

 

Mitgefühl ist der wesentliche Faktor für emotionales Management. Wenn du mehr darüber lesen willst, dann hier entlang bitte…

Hanne Demel

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