Stressabbau

Wie kriege ich meinen Kopf wieder frei?

Wie kriege ich meinen Kopf wieder frei?

Foto iStock.com: castillodominici

Wenn dir der Kopf platzt und du ihn wieder freibekommen willst, helfen dir die „Vier edlen Wahrheiten“ aus der buddhistischen Ethik! 

Sicher kennst du auch diese Tage, an denen du gefühlt alles im Griff hast und es wie am Schnürchen bei dir läuft? Zufrieden lehnst du dich abends in deinem Stuhl zurück, hakst den letzten Punkt deiner ToDo-Liste ab und lächelst leise vor dich hin. Gut geplant, keine unvorhergesehenen Zwischenfälle. Alles in Butter.

Tja, wenn’s von solchen Tagen doch mehr gäbe!

An den anderen Tagen höre ich meinen Posteingang förmlich nach Bearbeitung schreien. Meine ToDo-Listen werden länger statt kürzer. Gerade schraube ich auch noch schnell an einem kniffligen Stück html-Code, weil mein Programmierer nicht erreichbar ist. Oh Mann, muss man sich denn um alles selber kümmern…?? Zum Glück hat’s geklappt, aber zwischendrin klingelt dreimal das Telefon. Jedes Mal vergesse ich beinahe, woran ich gerade gearbeitet habe. Und die komplexeren Aufgaben türmen sich vor mir auf wie die Schneeberge vor einem Schneeschieber. Mein Kopf platzt gleich aus allen Nähten. Er dankt es mir, indem er anfängt, Dinge zu vergessen. Als erstes sind Namen dran. Die werden mal eben aus dem „Arbeitsspeicher“ gelöscht. Dann breitet sich die Stress-Alzheimer weiter aus. Das bedeutet, ich werde auch noch langsamer, obwohl ich eigentlich Gas geben wollte. Das hab ich also davon.

Kennst du das? Geht’s dir auch manchmal so?

Wie du vielleicht weißt, bin ich sehr stark mit der buddhistischen Ethik verbunden und praktiziere und lese täglich das Lotus-Sutra. Und da habe ich mir mal wieder die Vier edle Wahrheiten und den Achtfachen Pfad vorgenommen. Sie können nämlich ganz enorm helfen, den Kopf wieder frei zu bekommen. Aber erst mal: Was ist das überhaupt?

Vier Edle Wahrheiten:

1. Edle Wahrheit:

Das Leben des Daseinskreislauf ist letztendlich leidvoll, denn das Dasein besteht aus Unvollständigkeit und Unvollkommenheit.

2. Edle Wahrheit: 

Jedes Leiden hat eine Ursache. Die Ursache des Leidens ist Anhaftung. Die Anhaftung entsteht aus Gier, Hass und Verblendung, also Unklarheit.

3. Edle Wahrheit: 

Es gibt einen Weg, Leiden zu beenden. Wenn die Ursachen erlöschen, erlischt das Leiden. Erkennt man also die jeweilige Ursache eines leidvollen Zustandes, dann kann man ihn beseitigen.

4. Edle Wahrheit:

Der Achtfache Pfad führt zur Befreiung aus dem Leiden, denn er beinhaltet Empfehlungen für korrektes Denken und Handeln, was die Anhaftung auflöst:

  • Rechtes Verständnis
  • Rechtes Denken
  • Rechte Rede
  • Rechte Handlung
  • Rechter Lebenserwerb
  • Rechte Anstrengung
  • Rechte Achtsamkeit
  • Rechte Konzentration

Und wie nützt mir das nun für mein Business?

Na pass mal auf:

Die 1. Edle Wahrheit – Leben ist Leiden: 
Alles, was ist, ist unvollständig und keinesfalls perfekt. Egal was ist, es wird immer zwei oder mehrere Seiten haben, es wird immer unvollständig bleiben. Es ist nicht möglich, jemals „fertig“ zu werden oder etwas absolut perfekt hinzubekommen, weil sich alles ständig verändert. Das bedeutet, ich brauche eigentlich auch gar nicht nach Perfektion zu streben. Das wird sowieso nix…  100 Prozent geben und mit 60 bis 80 Prozent Ergebnis zufrieden sein. Das sollte doch wohl reichen, um Erfolg zu haben und glücklich zu sein! Mit „100 Prozent geben“ ist nun aber nicht gemeint, dass du dich bis zum Anschlag stressen und angespannt durch deinen Tag marschieren sollst. 100 Prozent geben bedeutet, deine Aufmerksamkeit zu 100 Prozent auf die eine Sache zu richten, die du gerade erledigst. Sonst nix. Und auf diese Weise machst du ein Ding nach dem anderen. Unterbrechungen solltest du entweder akzeptieren oder dafür zu sorgen, dass du nicht unterbrochen wirst. Verschwende keinen Gedanken an gestern oder morgen!

Die 2. Edle Wahrheit – jedes Leiden hat eine Ursache: 
Viele Menschen haben enorm hohe Ansprüche an sich selbst und dann auch an andere. Das ist aus buddhistischer Sicht auch eine Art von „Gier“. Und Gier gilt es immer zu eliminieren. Hinter dieser Art von Gier stehen persönliche Konzepte im Denken und Handeln. Sie bilden deine Persönlichkeit und sind auch für deine Erwartungen zuständig. Du hast diese Konzepte irgendwann gelernt. Das sind einfach sehr tief eingegrabene Gewohnheiten, die du normalerweise nicht hinterfragst. Sie bilden deine Sicht auf die Dinge. Letztendlich dein Weltbild. Und vor allem: Dein Lebensgefühl. Und gleichzeitig engen sie deinen Geist ein, ohne dass du das merkst. Ein enger Geist aber leidet schneller, zum Beispiel wenn Erwartungen nicht erfüllt werden. Stell dir also immer die Frage, ob das alles gerade tatsächlich so sein muss, wie du dir das vorstellst. Räume die Möglichkeit ein, dass es auch anders sein könnte. So kannst du die „Gier“ eines zu hohen Anspruchs leichter loslassen.

Die 3. Edle Wahrheit – Leiden kann enden:
Um deine eigenen Konzepte und Handlungsmuster zu erkennen, die dir Stress bereiten, brauchst du Ruhe und Selbstreflexion. Ohne Selbstreflexion kannst du nichts in deinem Leben wirklich verändern. Das ist die Fähigkeit, die uns Menschen von den Tieren unterscheidet. Indem du dich selbst beobachtest und auch hinterfragst, lernst du etwas über deine inneren Strickmuster. Du weißt, warum du so und nicht anders tickst. Du kannst dich bewusst steuern. Du kannst vor allem Mitgefühl entwickeln, sowohl für dich selber als auch für andere. Damit hast du einen ungeheuren Schutz vor negativen Situationen oder negativen Menschen. Und auch vor eigener Negativität. Also stelle dir für deine Selbstreflexion folgende Fragen:

  • Welche Ansprüche habe ich tatsächlich an mich selbst?
  • Was erwarte ich von anderen?
  • Wie muss für mich die Welt sein, damit ich mich glücklich fühle?

Einige Beispiele für den Schneepflug und andere Gelegenheiten:

  • Wenn du den Anspruch hast, noch heute 30 Punkte von deiner To-Do-Liste abzuhaken, dann fühlst du dich am Abend schlecht, weil du nur 10 Haken hinbekommen hast. Dann nimm dir weniger vor.
  • Wenn du von deinem Partner – sei es im Geschäft oder privat – mehr Aufmerksamkeit erwartest und sie nicht bekommst, bist du enttäuscht oder ärgerlich. Dann schenke stattdessen ihm oder anderen Menschen mehr Aufmerksamkeit.
  • Wenn du immer wieder über etwas nachdenkst, das dich geärgert hat, dann versaust du dir dein eigenes Lebensgefühl. Also denke nur an Dinge, die dich freuen und für die du dankbar bist. Alles andere verbanne aus deinen Gedanken.
  • Alles – deine Sicht auf die Welt, dein Lebensgefühl, dein Glück oder Unglück – entsteht in dir selber und ist abhängig von dir. Deshalb kannst du – und nur du – es verändern. Ändere und reduziere deine Bedingungen und Erwartungen.

Aber welches Gegenmittel bringt mich denn dann aus dem Leiden heraus?

Die 4. Edle Wahrheit – es gibt einen klaren Weg, um Leiden zu beenden:

Das ist der Achtfache Pfad. Er beschreibt rechtes Denken und Handeln und die rechte Konzentration auf die richtigen Dinge.

Wenn du dich darauf konzentrierst, dankbar zu sein und Wertschätzung zu verschenken, erzeugst du in dir Zufriedenheit. Wenn du darauf achtest, mit anderen respektvoll umzugehen, erzeugt das Respekt. Wenn du darauf achtest, genau die Qualitäten im Umgang mit anderen an den Tag zu legen, die auch du dir wünschst, erzeugst du damit eine Resonanz da draußen. Mit der Zeit werden andere sich ähnlich verhalten. Und so weiter. Das ist ethisches und menschliches Verhalten. Das ist emotionales Management.

Also nochmal: Gib anderen genau das, was du dir selbst wünscht! Dann vermehrst du das in der Welt. Wünschst du dir z. B. eine friedliche Welt, dann sei selber friedfertig. Wünschst du dir mehr Aufmerksamkeit von anderen, dann wende dich anderen bewusster zu.

Diese Weisheit gibt es in allen Kulturen und Religionen. Da fällt mir ein Spruch ein, den mir schon meine Eltern beigebracht haben: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“ Im Umkehrschluss bedeutet er auch: „Und was du willst, das man dir tu, das füge allen andern zu…! 😉

Zusammenfassung: Tipps für einen freien Kopf

  • Reflektiere, woran du anhaftest und lass das los.
  • Sei dankbar.
  • Nimm dir bewusst Zeit für die Dinge!
  • Erlaube dir, dass du Grenzen hast.
  • Stelle dir immer wieder die unendlich Weite des blauen Himmels vor und öffne deinen Geist. Lass dieses Gefühl der Weite in dich hineinströmen. Lass alle Gedanken, die auftauchen, einfach weiterziehen, so wie die Wölkchen am Himmel, die entstehen und sich wieder auflösen. Stell dir vor, dass all deine Konzepte und Erwartungen aus dir herausfließen und Leere hinterlassen. Räume in deinem Kopf auf. Dahinter entsteht tiefe Ruhe. In dieser Ruhe erholt sich dein gestresstes Gehirn und deine Gesichtszüge glätten sich wieder. Und dann fallen dir auch die Namen wieder ein… 😉 Ich weiß, wovon ich spreche…
  • Sei der Mensch, von dem du glaubst, dass die Welt ihn jetzt gerade dringend braucht!

So wirst du entspannt, friedlich, glücklich und voller Mitgefühl durch deinen Alltag gehen. Das wünsche ich dir von Herzen!

Ich unterstütze dich übrigens sehr gern dabei, deinen Kopf wieder freizubekommen und die Stress-Alzheimer zu verlieren. Wenn du dich leicht und fröhlich fühlen willst, dann melde dich bei mir:

Schreib mir eine Mail!

Oder ruf mich an: 0931 – 2 90 71

 

Hanne Demel

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Stress im Arbeitsalltag bewältigen, ohne innerlich zu kündigen:

Stress im Arbeitsalltag bewältigen, ohne innerlich zu kündigen:

Zeichnung: Hanne Demel

Stressabbau im Alltag: Warum du Gleichmut brauchst statt Gleichgültigkeit

Viele Menschen begegnen dem Stress im Arbeitsalltag nach einiger Zeit mit Gleichgültigkeit. Sie kündigen quasi innerlich. Doch damit geht’s ihnen nicht besser. Im Gegenteil.
Gleichgültigkeit ist eine Form von stiller Aggression und Abwertung. Sie entspringt einem Geist der Härte und des Getrenntseins. Gleichgültigkeit verletzt andere Menschen, denn wahrgenommen zu werden und wichtig zu sein ist ein menschliches Grundbedürfnis.

Stress im Arbeitsalltag mit Gleichmut auflösen

Gleichmut ist etwas völlig anderes. Es ist ein unerschütterlicher Geist, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Das japanische Wort für diesen unerschütterlichen Geist ist übrigens Fudoshin. In diesem Geisteszustand hast du inneren Raum und haftest an nichts wirklich an. Du verurteilst nichts, sondern behältst deine Mitte und deine Stabilität. Du bist voller Mitgefühl. Du schneidest nichts ab sondern bleibst im Kontakt. Zugleich hältst du innerlich ausreichend Distanz, um deine emotionalen Reaktionen im Griff zu behalten und zu lenken.

Warum verwechseln dann so viele Leute das Wort Gleichmut mit Gleichgültigkeit?

Das Wort Gleichmut wird vor allem in der buddhistischen Ethik benutzt. Es ist für uns „Westler“ noch immer etwas ungewohnt. Doch es gibt auch andere Worte, die diesen inneren Zustand der Verbindung und des Mitgefühls beschreiben: innere Distanz, innerer Friede, Unerschütterlichkeit, innere Ruhe…
Doch warum schreibe ich darüber?

Ich möchte dir ein paar Möglichkeiten zeigen, Gleichmut zu entwickeln

Denn Gleichmut erzeugt Klarheit. So kannst du die schwierigsten Situationen in deinem Unternehmen meistern.

  • Du bist dann in der Lage, einen stressigen Unternehmeralltag zu bewältigen ohne dass dein Blutdruck steigt oder du Tourett kriegst.
  • Du kannst klare Entscheidungen treffen, ohne sie hinterher zu bereuen.
  • Du kannst Konflikte lösen, ohne die Axt auszupacken.
  • Du führst deine Mitarbeiter mit deiner klaren Ausstrahlung und nicht mit dem Holzhammer…

Gleichmut entsteht immer dann, wenn du es schaffst, innerlich Distanz herzustellen und zugleich dein Mitgefühl zu aktivieren. Mitgefühl hält die Verbindung und hilft dir, im Kontakt zu bleiben.

Deshalb probier mal folgendes aus:

  • Aktiviere in dir ein sehr warmes und herzliches Gefühl, zum Beispiel indem du an jemanden denkst, den du sehr gern magst.
  • Nun spüre, was in deinem Körper passiert. Was fühlst du? Wie ist dein Atem? Wie schlägt dein Herz? Welche Art von Entspannung spürst du im Körper? Gibt es ein Gefühl der Wärme irgendwo?
  • Nun stell dir vor, dein Leben zieht an deinem geistigen Auge vorbei, so als wenn du dich einmal um deine Achse drehst und dabei in alle deine Bereiche mal kurz reinschaust.
  • Versuche dabei, das Körpergefühl, das du gespürt hast, die ganze Zeit über aufrecht zu erhalten. Lass deinen Atem langsam und entspannt fließen.
  • Wenn nun etwas vor deinem geistigen Auge auftaucht, das dieses Gefühl aus deinem Körper vertreibt, rücke dieses Bild innerlich etwas weiter von dir weg. So weit, bis du das schöne angenehme Gefühl wieder in dir spüren kannst.
  • Wenn etwas auftaucht, das dich so richtig aus der Ruhe bringt, dann dreh dich innerlich ein Stückchen davon weg. Lass es einfach „links liegen“ und hol dir dein angenehmes Gefühl zurück.

Geh so immer wieder durch alle Bereiche deines Unternehmens und rücke alles in die Distanz, in der du sowohl eine liebevolle Verbindung als auch inneren Abstand bewahren kannst. Du merkst das an dem entspannten Gefühl in dir, an deinem ruhigen, tiefen Atem und deiner angenehmen Körperspannung.

Wenn du Mitarbeiter hast, die unzufrieden sind und innerlich kündigen

Beobachte genauer, wo Unzufriedenheit und Frust sich ballen. Versuche, solche Bereiche zu entzerren, indem du innerlich Abstand nimmst und schaust, was bei diesen Mitarbeitern am hilfreichsten sein könnte. Das findest du nur mit innerer Distanz heraus. Wenn du keine Zeit oder keine Geduld dafür hast, dann unterstütze ich dich übrigens gerne. Denn es ist hilfreicher, Knackpunkte herauszufinden, BEVOR deine Mitarbeiter so viel Frust angesammelt haben, dass sie innerlich kündigen. Denn dann ist es sehr schwer, sie wieder zu motivieren.

Und wenn du selbst dich in Gleichmut übst, wirst du das auch ausstrahlen. Denn eine gleichmütige Haltung festigt sich mit der Zeit. Damit steigerst du deine Lebensqualität als Unternehmer ganz enorm. Und deine Mitarbeiter werden sich von deiner Ruhe anstecken lassen.

Ich kann dir übrigens auch meinen 5-Tage-Email-Kurs „Stressabbau im Alltag“ empfehlen. Er unterstützt dich weiter darin, Gleichmut und innere Ruhe zu entwickeln. Schau mal rein.

Hanne Demel

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Welcher Stresstyp bist du?

Welcher Stresstyp bist du?

Welcher Stresstyp bist du?

Was tust du zum Beispiel, wenn in deinem Unternehmen eine unangenehme Situation auftaucht?

1. Grübelst du dann viel und denkst drum herum?

Viel Denken und Grübeln vernebelt die Sinne. Du kannst dann nicht mehr klar wahrnehmen, was wirklich los ist. Deine Gedanken machen sich zu breit und schieben sich vor deine Augen und Ohren… Du hältst sie für die Realität. Das schafft eine Trennung zwischen dir und der tatsächlichen Situation. Mit dieser Trennung fällt es dann umso schwerer, etwas zu verändern. Es ist als wenn du einen Nagel einschlagen willst, deine Hand liegt daneben und du siehst vor lauter Denken den Nagel nicht richtig oder kannst nicht zielen….

ReaktionstypAls Unternehmer solltest du dir Grübeln ganz und gar abgewöhnen. Du brauchst einfache Methoden, die dir Klarheit verschaffen und erst mal für innere Ruhe sorgen. Dann kannst du handeln und die Situation zum Besseren wenden.

2. Lenkst du dich lieber ab?

Ablenkung ist manchmal gut, manchmal nicht. Wenn dich die Ablenkung vom Grübeln abhält, ist das hilfreich. Aber ein gewisses Maß an Achtsamkeit für die Situation ist wichtig. Vor allem solltest du auch achtsam für deine Gefühle und Empfindungen sein. Denn wenn du sie mit innerer Distanz beobachtest, gewinnst du Klarheit darüber, was genau die Situation so unangenehm für dich macht.

Für dich als Unternehmer kommt’s aber drauf an, womit du dich ablenkst. Bei Problemen mit Mitarbeitern solltest du lieber genau hinschauen. Sowohl auf dich selbst als auch auf deine Mitarbeiter. Auch sie haben ihren guten Grund, sich genau so und nicht anders zu verhalten. Erst wenn du den erkennst, kannst du eine angespannte Situation wieder lockern.

3. Igelst du dich vielleicht ein und redest nicht mehr viel?

Wenn du dich einigelst, besteht die Gefahr, dass du Beziehungen und Kontakte abschneidest. Im schlimmsten Fall zu Menschen, die dir helfen wollen oder die mit dir geschäftlich in Verbindung stehen. Es ist enorm wichtig, offen zu bleiben. Nur so siehst du, wer es gut meint mit dir und wer nicht.

Als Unternehmer brauchst du Kontakte und Unterstützer. Wenn du dich einigelst, haben diese das Gefühl, du lässt sie ablaufen und schätzt sie nicht. Doch Wertschätzung ist das A und O für und in deinem Business, wenn es wachsen und gedeihen soll.

4. Oder redest du gerade erst recht mit anderen Leuten drüber?

Wenn du mit anderen redest, kommt es darauf an, wie du das tust. Wenn es zu deiner Erleichterung stattfindet, du aber negativ sprichst oder über andere lästerst, schadest du deinem eigenen Ruf. Zusätzlich leidet deine Gesundheit, denn du nimmst dir damit Energie. Deshalb achte auf deine Sprechweise. Wenn du wertschätzend und positiv sprichst, auch wenn eine Situation dich gerade herausfordert, hilft das. Du kannst dann gemeinsam mit deinem Gesprächspartner Klarheit über die Situation bekommen. Und du kannst andere Blickwinkel finden, die dir helfen.

Vor allem als Unternehmer solltest du vorsichtig sein, wo und bei wem du dich öffnest. Die meisten Mitarbeiter sind irritiert, wenn du als Chef aus deiner Rolle fällst und Unklarheit zeigst. Du verlierst dann leicht deren Respekt und hast es hinterher umso schwerer, deine Führungsaufgaben zu übernehmen. Tausche dich lieber mit anderen Unternehmern aus. Zum Beispiel auf meinem Ethikstammtisch. Du kannst dich von überall einwählen, sofern du einen Internetzugang hast. Bequem an deinem Bildschirm sitzend kannst du mit uns diskutieren und deinen Blickwinkel weiten lassen.

5. Holst du dir Rat? Oder vielleicht sogar professionelle Unterstützung?

Wenn du dir Rat holst, dann schau gut, bei wem. Du solltest jemanden fragen, der vor allem mit Klarheit und Mitgefühl auf die Situation schauen kann. So kannst du die wichtigen Punkte am besten herausarbeiten und verändern. Mitgefühl ist ein wichtiger Schutz und die Basis für Veränderung.

 

Als Unternehmer ist es wichtig, immer wieder auch professionelle Unterstützung zu haben. So kannst du strategische und persönliche Unklarheiten beseitigen und gleichzeitig für gute Stimmung im Unternehmen sorgen.

Dafür gibt’s den Ethikstammtisch für emotionales Management

Wenn du dich mit anderen Unternehmern austauschen willst, dann komm doch zum Stammtisch für emotionales Management. Die vertrauensvolle Atmosphäre unterstützt dich bei der Auseinandersetzung mit schwierigen und spannenden ethischen Themen. Du bekommst dabei viele Anregungen und neue Blickwinkel. Das hilft dir, deine Sicht zu erweitern und Lösungen auch für dein Business zu finden, an die du vielleicht noch gar nicht gedacht hast. Ich achte auf einen wertschätzenden und vertraulichen Austausch und freundlichen Tonfall. Die obersten Regeln beim Stammtisch sind nämlich Diskretion und Wertschätzung.

Schau einfach mal hier!

Hanne Demel

 

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Mulmige Gefühle im Business

Mulmige Gefühle im Business

Zeichnung Hanne Demel

Hand aufs Herz – auch du kennst „Muffensausen“, wie man hier bei uns sagt, oder? Wenn du ein mulmiges Gefühl oder sogar Angst hast vor irgendwas? Ein Gefühl, das ich übrigens nicht besonders leiden kann. Aber du vermutlich auch nicht… Und wenn du dein Unternehmen führst, kannst und willst du sicher auch nicht zeigen, dass du dich gerade so fühlst, oder? Was also tun?

Mulmige Gefühle im Business entstehen durch Stress

Wenn du in eine schwierige Situation kommst, entscheidet dein inneres Bewertungssystem, ob du ausreichend Ressourcen und Möglichkeiten hast, um mit der Herausforderung umzugehen. Wenn diese Prüfung negativ ausfällt, entsteht Stress. Dann werden Stresshormone in deinem Körper ausgeschüttet, um eine Flucht- oder Angriffreaktion vorzubereiten. Das Gefühl, das sich dabei einstellt, ist oft Angst, denn du fühlst dich der Situation hilflos und ausgeliefert.

Es gibt ein spannendes Phänomen: In dem Moment, wo du aktiv etwas tun kannst, verringern sich Angstgefühle. Sie werden dann quasi nicht gebraucht. Es gibt ein paar Menschen, die einen Flugzeugabsturz überlebt haben. Von einem habe ich mal einen Bericht gelesen. Nach eigenen Aussagen hatte er keinerlei Angstgefühle, weil er an der Tür saß und die Aufgabe hatte, einen Hebel umzulegen, der die Tür öffnen würde, sobald sie „unten“ waren. Er konzentrierte sich so sehr darauf, diese Aufgabe richtig auszuführen, dass für Angstgefühle kein Platz mehr war in seinem Geist.

Was also kannst du tun, wenn du ein unangenehmes aber wichtiges Kundengespräch vor dir hast oder wenn du vor Menschen sprechen sollst, die dir weiche Knie machen?

 

Fünf Möglichkeiten, mit denen du deine mulmigen Gefühle reduzieren kannst:

1. Ablenkung:

Deine Gefühle folgen deinem Denken. Was geht dir im Kopf herum? Vieles von dem, was ein mulmiges Gefühl auslösen kann, ist allein im Kopf, nicht „draußen“ in der „Realität“. Schaffe in dir also eine andere Realität, indem du an etwas anderes denkst oder indem du bewusst auf einen guten Ausgang vertraust. Stell dir einfach vor, wie es wäre, wenn alles glatt laufen würde.

2. Konfrontation:

Schau mal ganz genau hin, was es wirklich ist, das dir ein mulmiges Gefühl macht. Was wäre denn das Schlimmste, was passieren könnte? Und wie würdest du damit umgehen, wenn notwendig? Oft ist das Schlimmste, das passieren kann, gar nicht soooo schlimm, wenn du dir schon vorher Plan B und sogar Plan C überlegt hast. Hauptsache, du hast immer eine Möglichkeit, zu handeln. Oftmals ist es auch nur die Angst vor einer Ablehnung. Dann mach dir bewusst, dass der andere deine Produkte oder deine Dienstleistung ablehnt, nicht aber dich als Person.

3. Schritte neu planen:

Wenn du ein Ziel vor Augen hast, das dir eigentlich Angst macht, dann schau mal auf deine Schritte dorthin. Sind sie vielleicht zu groß? Schwingt in dir ein Gefühl von überfordert sein mit? Wenn du so etwas entdeckst, dann teile deine einzelnen Schritte nochmal in kleinere Teilschritte. Erlaube dir mehr Zeit, um es zu erreichen. Verändere etwas. Es kann eine Kleinigkeit sein, die eine große Wirkung hat.

Nur wenn deine Schritte klein genug sind, kannst du ohne Furcht vorwärts gehen ohne Angst, auf die Nase zu fallen.

4. Dankbarkeit:

Dankbar zu sein bringt dich auf ein ganz anderes Gefühlslevel. Es öffnet deinen Geist und aktiviert deine Ressourcen. Und zwar die, die nicht aus deinem Ego und der Anhaftung an dich selbst kommen. Wenn du dankbar bist, ist dein Geist auf andere gerichtet. Du nimmst das Gute wahr, das von außen auf dich zukommt. Du siehst die Menschen, die dir gut tun. Die dich unterstützen. Das alles gibt dir Sicherheit. Dadurch aktivierst du einen Mechanismus in dir, der auch etwas Gutes geben will. Das ist ein natürlicher Prozess, der oft unbewusst abläuft.

Dein Ego wird „kleiner“, wenn du auf andere schaust. Deshalb brauchst du dich auch nicht zu verteidigen. Wenn dein Ego klein ist, vergibst du dir nichts dabei, einen Fehler einzugestehen. Oder dich zu entschuldigen, wenn du etwas falsch gemacht hast. Denn du brichst dir keinen Zacken aus der Krone damit.

Mit dieser Haltung gibt es viel weniger Angriffsfläche für all das, was dir ein mulmiges Gefühl verursacht. Krass gesagt: wo kein Ego da auch keine Angst…

5. Meditation:

Dein Geist braucht Ruhe und Weite, um Angst loslassen zu können. Die Meditation unterstützt dich dabei, nicht an deinen Gedanken und Gefühlen anzuhaften. Sie schenkt dir Sicherheit. Mit einem offenen Geist findest du ganz andere Lösungen, als wenn du engstirnig an etwas festhältst.

In der tiefen Ruhe einer guten Meditation lässt du all deine Gedanken weiterziehen so wie sie aufgetaucht sind. Du achtest zum Beispiel lediglich auf deinen Atem.

Wenn etwas auftaucht, das dein Denken verengt und dir ein mulmiges Gefühl verursacht, sag dir selbst „darum kümmere ich mich, wenn die Zeit dafür reif ist, nicht jetzt“. Nun spüre, was in dir passiert. Wie fühlst du dich?

 

Bitte schreibe mir eine Mail oder hinterlasse einen Kommentar hier im Blog. Was hat funktioniert? Wie hast du’s umgesetzt? Ich bin sehr gespannt.

 

Wenn du deine Gefühle nicht so einfach verändern kannst, dann ruf mich an. Ich kann dir helfen, ein Gefühl von Sicherheit und innerer Ruhe zu bekommen. Das ist meine Spezialität. Hier kannst du nachlesen, was emotionales Management ist und wie es funktioniert!

 

Melde dich für ein Blitzcoaching: 0931 – 2 90 71 

Hanne Demel

 

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Stress lass nach, aber wie? Stressabbau im Berufsalltag…

Stress lass nach, aber wie? Stressabbau im Berufsalltag…

Foto Pixabay: ThomasWolter

Stressabbau im (Berufs-)Alltag: Wenn die alten Schwarz-Weiß-Filme langweilig werden…

Neulich habe ich mal wieder einen alten Schwarz-Weiß-Film angeschaut. Vor vielen Jahren fand ich den super spannend. Aber diesmal kam er mir langatmig vor. Langsam geschnitten, zu ausgedehnte Szenen, zu viel unwichtige Handlung…

Ein Film muss heute um ein vielfaches schneller geschnitten sein als vor 30 Jahren, damit die Mehrzahl der Zuschauer ihn spannend findet. Mir geht’s da ganz genauso. Vieles wird nur noch angedeutet, nicht mehr ausgespielt. Das genügt. und je schneller die Andeutungen aneinandergereiht sind, umso witziger empfinde ich den Film. Niemand will heute mehr dabei zusehen, wie jemand seine Schuhe zubindet, es sei denn, genau das wäre für den Verlauf der Geschichte relevant.

Als dann mein Laptop mal wieder nicht so schnell reagierte wie ich klicken wollte, hätte ich es am liebsten aus dem Fenster geworfen. Ich muss mir mal wieder ernsthaft Gedanken über meinen Gemütszustand machen, dachte ich mir dann.

Mein Gefühl sagt mir, dass die Zeit immer schneller fliegt. Und ich höre viele Leute, die das gleiche Empfinden haben. Geht’s dir auch so?

Die kaum zu bewältigende E-Mail-Flut

Kürzlich erzählte mir jemand von einem Unternehmen, das den E-Mail-Empfang blockiert, solange ein Mitarbeiter im Urlaub ist. Sonst verfliegt der Erholungseffekt zu schnell, wenn der Mitarbeiter nach Rückkehr ins Büro hunderte von Mails aufarbeiten muss.

Die Datenmenge, die das Gehirn in jeder Sekunde verarbeitet, ist enorm gewachsen. Die Gehirnphysiognomie hat sich dieser Flut laut Manfred Spitzer,  ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, bereits angepasst. Die Bereiche, die Informationen aufnehmen und grob verarbeiten, sind gewachsen und quasi besser „verdrahtet“. Die Fähigkeit zur Anpassung der Gehirnstruktur nennen Spitzer und viele andere Wissenschaftler Neuroplastizität. Das Gehirn lernt lebenslang.

Das ist die gute Nachricht!

Nebenwirkungen der schnellen Taktung

Ein Nebeneffekt dieser hohen Informationsflut ist bei vielen Menschen die Unfähigkeit, sich länger auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Die Gedanken schweifen weiter und vieles wird schnell langweilig. Schließlich ist jede Information  in Nullkommanix gegoogelt, geyoutubed oder bei Wikipedia nachgelesen.

Ein hohes Tempo und ein enger Takt gehen meist mit einem Gefühl von Stress einher. Ein gestresster Mensch neigt dazu, überzureagieren. Er kommt nur schwer zur Ruhe und ist häufig nervös. Oft verschwindet auch die Freude an Dingen, die früher Spaß gemacht haben.

Manche Menschen vernachlässigen bei Stress soziale Kontakte und ziehen sich zurück. Oder sie haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und anderen zuzuhören.

Aber auch körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Atemnot oder Schlaflosigkeit sind ein Indiz und für zu viel Cortisol im Blut. Ein Mensch, der die Stresshormone nicht mehr ausreichend abbauen kann, hat häufig auch eine schwierige Ausstrahlung.

Entschleunigen ohne Rückschritt

Deshalb hörst du auch immer mehr Menschen von der „Entschleunigung“ im Alltag sprechen. Aus diesem Grund möchte ich dir ein paar Methoden zeigen, mit denen du deinen rasanten Alltag gefühlt ganz schnell immer wieder drosseln kannst. Ist ja ein Paradoxon, aber es stimmt. Es braucht nicht viel, um diesen Effekt zu erreichen.

Dazu habe ich ein 5-Tage-Programm entwickelt, mit Hilfe dessen du deinen Arbeitsalltag prüfen und verändern kannst. Du kannst dir die täglichen Übungen online ins Haus bestellen (in deinen E-Mail-Postkasten) und ausprobieren. Wenn du mehr über das Übungsprogramm Stressabbau im Alltag erfahren willst, dann schau mal hier!

Hanne Demel

 

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Anhaftung ist, wenn der Labrador jeden Hasen apportiert…

Anhaftung ist, wenn der Labrador jeden Hasen apportiert…

Foto Pixabay: 2204574

Anhaftung im Alltag erkennen

Ich hatte mal einen kohlrabenschwarzen Labrador. Er hieß Sam. Und er war versessen darauf, Dinge zu apportieren. Das war seine einzige Leidenschaft – neben Fressen natürlich. Wenn du einem Labrador mal beim Fressen zugesehen hast, weißt du, was ich meine…

Wenn auch immer sich etwas im Gebüsch bewegte, schoss er davon, um es zu holen. Ich musste draußen also immer höllisch aufpassen, damit ich rechtzeitig stopp rufen konnte, noch bevor er davonstob.

Der Labrador in dir

Wenn ich es mir so recht überlege, lebt doch ein bisschen Sam in jedem von uns. So ein kleiner schwarzer Labrador, der auf alles reagiert, was da draußen passiert, und der alles apportiert, um es uns unter die Nase zu halten, oder?

  • Da macht der Nachbar z. B. ein unfreundliches Gesicht und erwidert Ihren Gruß nicht. Fragst du dich dann vielleicht, warum er so schaut und ob er vielleicht sauer ist, weil der Grillgeruch vom Vorabend direkt zu ihm rübergezogen ist?
  • Oder dein Partner ist am Abend besonders schweigsam. Denkst du vielleicht, dass er in Gedanken bei jemand anders ist und wirst eifersüchtig. Oder glaubst, er wär sauer, weil du dich nicht um ihn gekümmert hast.
  • Oder dein Chef ignoriert dich und du glaubst, deine Arbeit wär nicht gut genug gewesen und du müsstest dich mehr reinhängen.
  • Oder deine Mitarbeiter tuscheln in der Pause und du glaubst, sie lästern über dich.

Gibt es nicht tausende solcher Beispiele – jemand legt ein bestimmtes Verhalten an den Tag und du fragst dich, wo die Verbindung zu dir liegt?

Was kannst du dagegen tun

Versuch doch einmal, alles, was passiert, so zu betrachten, als gäbe es dich selbst gar nicht. Bleibe einfach nur Beobachter in der Szenerie.

Oder halte innerlich genügend Abstand und klopf erst mal alle anderen Möglichkeiten ab, bevor du dich selbst als weitere Option mit ins Spiel bringst. Das kann sogar ziemlich Spaß machen, weil es eine unglaubliche Gelassenheit und neue Blickwinkel schenkt. Versprochen!

Sensible sind in größerer Gefahr

Gerade für die Sensiblen unter uns ist das wichtig, denn sie reagieren noch schneller auf Signale von außen. Ihre Aufmerksamkeit scannt ständig die Umgebung. Sie hören sofort das Rascheln im Gebüsch… Der kleine Schwarze braucht eine klare Führung. Dann fühlt er sich wohl und holt auch nur das, was du möchtest.

Du bist der Chef!

Du entscheidest, in welcher Reihenfolge du denkst!

Meine Erfahrungen mit Sam haben mir gezeigt, dass es trotz benötigter Aufmerksamkeit viel leichter war, ihn zurückzuhalten, bevor er auf und davon war, als ihm dann schimpfend ins Gebüsch nachzusteigen…

Welche Erfahrungen hast du gemacht? 😉

Hanne Demel

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