Unternehmensführung

Nähe und Distanz im Business: Wieviel von was und warum?

Nähe und Distanz im Business: Wieviel von was und warum?

Das Thema Nähe und Distanz im Business war auch das Thema unseres Ethikstammtisches im April 2020.

Mitten in der Corona-Krise, so viele Leute sind zu Hause. Entweder im Home-Office oder gleich in Kurzarbeit. Da hat das Thema Nähe und Distanz im Business doch gleich eine völlig neue Bedeutung.

Wir diskutieren – natürlich online – über die Nähe in den verschiedenen Branchen. Doch Nähe ist nicht gleich Nähe. Ein Teilnehmer versteht unter Nähe einen sanften Umgang miteinander. Und nennt auch gleich eine Erklärung, warum diese Art von Nähe nicht funktioniert – zumindest nicht in seinem Unternehmen. „In der Baubranche braucht man klare Ansagen. Kurz, knackig, auf den Punkt“, sagt er. Da geht nix mit „drüber reden“ und „gewaltfreier Kommunikation“. Viele Mitarbeiter wollen geführt werden, und zwar klar und eindeutig.

Ist das jetzt Nähe oder Distanz, frage ich mich.

In Zeiten wie diesen ist eines klar: die Leute brauchen Sicherheit. Emotionen wie Angst und Verunsicherung, wie es weitergehen wird, bringen die Leute an ihre Grenzen. Und jeder, der verunsichert ist, ist froh über einen anderen Menschen, der ihm Sicherheit geben kann. Zum Beispiel, indem er eine klare Ansage macht. Und das ist nicht nur in der Baubranche so, denke ich.

Ist Distanz zugleich Nähe auf einer anderen Ebene?

Nähe entsteht durch Empathie und Mitgefühl. Und die kann sich auch in distanziertem Verhalten zeigen.

Wenn du als Unternehmer selber verunsichert bist oder dir zum Heulen zumute ist – mal krass gesprochen – dann bringt es in der Regel wenig, wenn du das deinen Mitarbeitern so ungeschminkt offenbarst. Denn damit nimmst du auch deiner Belegschaft den Halt und der Stress greift ungebremst um sich. Keinem ist dabei geholfen.

Ich weiß sehr gut, dass es sehr schwer ist, die eigene Befindlichkeit und die eigenen Vorlieben und Wünsche zurückzunehmen zum Wohl anderer. Doch damit beweist du innere Stärke und strahlst Sicherheit aus. Distanz schafft also auch Sicherheit. Und Sicherheit erzeugt wiederum Nähe. Also wieder nix Eindeutiges…

Als Führungskraft bist du allein!

Viele Unternehmer sagen mir immer wieder, dass sie die Mitarbeiter nicht wirklich an sich heranlassen. Je näher dir jemand ist, umso schwieriger kann es werden, deine Rolle als Führungskraft auszuüben. Stell dir vor, du fühlst dich emotional sehr stark mit jemandem verbunden und musst gleichzeitig zum Beispiel die Entscheidung treffen, ihn zu entlassen. Da sind schlaflose Nächte vorprogrammiert.

Nähe und Distanz ist also – so auch die Meinung der Teilnehmer am Ethikstammtisch – ein fortwährender Prozess. Keine statische Angelegenheit. Und auch keine, die man einmal für alle Zeiten entscheiden kann. Es braucht viel Fingerspitzengefühl für die einzelnen Menschen, die unterschiedlich gut mit Nähe und Distanz umgehen können. Der eine braucht mehr, der andere weniger.

Eine Teilnehmerin beschreibt das Prinzip der offenen Tür als ein hilfreiches Mittel. Auch wenn der folgende Vergleich eines anderen Teilnehmers etwas krass daherkommt, gibt er doch ein sehr gutes Bild zu diesem Prinzip: „Der Hund muss zu dir kommen, nicht du zum Hund. Nur dann erkennt er dich als Führungspersönlichkeit an und du kannst ihm Sicherheit geben.“

Na guuut, denke ich. Das Bild stimmt, aber verallgemeinern würde ich das nicht unbedingt. Es gibt sicher genug Situationen, in denen es eine gute Wirkung hat, wenn du als Unternehmer aktiv auf deine Mitarbeiter zugehst. Das zeigt auch wieder Interesse und Wertschätzung. Also du siehst, auch hier braucht es Fingerspitzengefühl.

Und dann kommt eine Aussage, die ich sehr spannend finde:

Zur Situation braucht es Distanz, zu sich selber und der eigenen Befindlichkeit Nähe!

Diese Mischung bringt Erfolg. Als Unternehmer weißt du genau, wie sich das anfühlt. Stimmt’s? Wenn du mit deinen eigenen Gefühlen und Befindlichkeiten im Kontakt bist, dann projizierst du sie nicht so leicht nach draußen. Das hilft dir, klarer zu handeln. Und klares Handeln wiederum erzeugt sehr viel Nähe, weil du andere Menschen besser verstehst. Wenn du verstehst, weshalb deine Mitarbeiter gerade so und nicht anders handeln, weißt du genau, wo du anpacken und wie du sie ansprechen musst. Und das – genau! – bringt wiederum Nähe. Auf eine gute Art. Zwischen Unternehmer und Mitarbeitern.

Danke für die wunderbare Diskussion um dieses sehr komplexe Thema.

Posted by Hanne Demel in Ethikstammtisch für emotionales Management, Führung, 0 comments
Eine Unternehmensübergabe ist nie nur rational

Eine Unternehmensübergabe ist nie nur rational

Oder: Wenn du innerlich nicht klar bist, kriegst du die Kuh nicht vom Eis

Eine Kundin war im Begriff, das Familienunternehmen endlich komplett zu übernehmen. Sie hatte bereits seit einigen Jahren in dem Betrieb mitgearbeitet. Nun wollte der Vater es ihr ganz überschreiben. Doch die Unternehmensübergabe gestaltete sich schwieriger als erwartet.

 

Wieder lautes Schimpfen quer über den Hof. „Herrje, die haben sich schon wieder in der Wolle“, denken die Mitarbeiter, ziehen die Köpfe ein und arbeiten bedrückt weiter.

Seitdem der Übergabeprozess begonnen hatte, war nichts mehr harmonisch. Der Altchef, Herr Kuhn war bereits weit übers Renteneintrittsalter hinaus und wollte sich endlich zur Ruhe setzen. Das sollte bei drei Kindern eigentlich auch kein Problem sein, hatte er immer gedacht.

Seine älteste Tochter, Frau Wolz, arbeitete bereits seit sieben Jahren in der Firma. Sein jüngerer Sohn war ebenfalls seit zwei Jahren mit an Bord. Die jüngste Tochter studierte Medizin und hatte kein Interesse am Familienunternehmen. Frau Wolz hatte sich seit Jahren schon innerlich darauf vorbereitet, eines Tages den Familienbetrieb mit 160 Mitarbeitern zu übernehmen.

 

Die rechtliche Seite der Unternehmensübergabe ist nur ein Bruchteil der Übernahme

Doch die Gespräche mit dem Rechtsanwalt und Steuerberater hakten immer wieder. Termine wurden nicht eingehalten und Vater und Tochter konnten sich über einige Punkte nicht einigen. Es war ein unsägliches Hin und Her. Die rechtlichen Dinge waren aufgrund der familiären Spannungen, die aus unerfindlichen Gründen seit dem Übergabeprozess aufgetaucht waren, noch immer nicht ganz unter Dach und Fach. Damit hatte Frau Wolz nicht gerechnet.

Der Vater kam seit der Übergabeverhandlungen sogar häufiger als früher ins Büro, um „nach dem Rechten zu sehen“. Und er ging auch so schnell nicht wieder, obwohl er sich eigentlich „nicht mehr einmischen wollte“. Im Gegenteil, er machte sogar die Mitarbeiter kirre.

Frau Wolz hatte Mühe, ihre Rolle als neue Chefin einzunehmen, denn der Vater widersprach ihr immer wieder, und die Mitarbeiter waren es noch gewohnt, auf ihn zu hören. Und auch der Bruder wollte sich von der Schwester „nichts vorschreiben lassen“ und reagierte zunehmend empfindlich auf Anweisungen, die sie als Chefin gab.

Das kostete alle Beteiligten enorm viel Energie und spaltete sogar allmählich die Belegschaft, die nicht mehr wusste, an wem sie sich orientieren sollte.

In ihrer Verzweiflung rief die Tochter mich an.

 

Rollenkonflikte gehören dazu

Bei einer Übernahme im Familienbetrieb geraten immer verschiedene Rollen und Rangfolgen miteinander in Konflikt. Diese bringen Verwirrung im Geist und sind emotional sehr anstrengend.

Die Eltern stehen in der Rangfolge über den Kindern.

Genauso wie frühere Firmenchefs oder Firmengründer rangmäßig über den Nachfolgern stehen.

Der aktuelle Firmenchef steht in der Rangfolge über den fest angestellten sowie über den freien Mitarbeitern. Aber nicht gegenüber dem früheren Firmenchef, obgleich er ihm gegenüber seit Übernahme weisungsbefugt ist, sofern der frühere Firmenchef noch weiter in der Firma mitarbeitet. Diese Situation ist besonders schwierig zu bewerkstelligen.

Dabei entstehen oft Widersprüche innerhalb einer Person, die sich nur durch bewusste Würdigung auflösen und lebbar machen lassen. Wenn die unterschiedlichen Rollen nicht beachtet werden, kann das eine Übernahme sogar zum Scheitern bringen.

 

Nachfolge erfordert emotionale Klarheit

Es standen so viele Fettnäpfchen rechts und links am Weg, von deren Existenz Frau Wolz bislang nichts geahnt hatte. Sie hätte beinahe die Lust verloren, den Betrieb weiterzuführen.

Sie fühlte sich von ihrem Vater kontrolliert und gegängelt. Doch bisher hatte sie es nicht übers Herz gebracht, dem eigenen Vater zu sagen, dass er nicht mehr täglich in die Firma kommen sollte. Sie wusste, dass er noch nicht wirklich loslassen konnte, denn er wollte noch nicht zum alten Eisen gehören. Das spürte Frau Wolz genau.

Auch dem kleinen Bruder gegenüber, den Frau Wolz ihr Leben lang beschützt und verteidigt hatte, konnte sie nicht wirklich als Chefin gegenübertreten, denn als Schwester kannte sie nur das innere Programm, ihn beschützen zu müssen. Sie hätte die Rolle der Schwester im Unternehmen bewusst ablegen müssen, um in die Rolle der Chefin zu schlüpfen.

 

Die Sicht der Tochter

Ich arbeitete zuerst mit der Tochter, Frau Wolz. Es zeigte sich, dass sie extrem genervt war vom Vater, der täglich durch die Firma spazierte und ihre Autorität als Chefin torpedierte. Trotzdem konnte sie ihm das nicht verwehren, da er auch ihr Vater war. Sie fühlte sich wie in einer Zwangsjacke und wusste nicht, wie sie da aussteigen konnte.

 

Die Sicht des Vaters

Dem Vater war nicht bewusst, wie schwer er es seiner Tochter machte, in ihre neue Rolle als Chefin hineinzufinden. Er hatte Angst loszulassen und die Verantwortung abzugeben. Obwohl er sich das gleichzeitig auch sehr wünschte. Unterschwellig fürchtete er aber, nicht mehr gebraucht zu werden, was ihn enorm verunsicherte und in ein tiefes emotionales Loch zu stürzen drohte. Er wollte seiner Tochter das Feld räumen, doch es gelang ihm nicht, denn es herrschte ein enormes Gefühlschaos in ihm. Er hatte sein ganzes Leben in dieses Unternehmen gesteckt.

 

Die Sicht der Mitarbeiter

Die Mitarbeiter waren hin und her gerissen und wussten nicht mehr, wem sie folgen sollten. Sie spürten die Aggressionen, die im Untergrund schwelten. Die Stimmung war gereizt und sie durften sich wenig Fehler erlauben, wollten sie nicht eine Explosion verursachen. Außerdem verunsicherte sie enorm, dass sie nun von zwei Leuten Anweisungen bekamen, die sich teilweise wiedersprachen. Allmählich machte sich eine ziemlich gereizte Stimmung breit.

 

Die Sicht auf das Gesamtsystem

Sobald man hinter die vordergründigen Aktionen schaut, zeigt sich ein konfliktreiches Rollenkonglomerat.

Der Vater war kurz nach dem Krieg geboren worden und hatte noch enorm viel Leid miterlebt. Und da er wiederum seinen Vater, den Großvater von Frau Wolz, im Krieg verloren hatte, war ein Teil seines Herzens in der Trauer um ihn hängengeblieben. Er trug ein unbestimmtes Gefühl in sich, nicht unbeschwert leben zu können. Aus diesem Grund hatte er seine gesamte Zeit und Energie in den Aufbau dieser Firma gesteckt. Er hatte seine persönlichen Wünsche zurückgestellt und sich für die Firma und für das Auskommen seiner Familie aufgeopfert. Doch ohne diese Firma war nun sein Halt und Lebenssinn weg, was zur Folge hatte, dass der alte unbestimmte Schmerz mit voller Wucht wieder hochkam. Obgleich ihm die Ursache dieses Schmerzes nicht bewusst war, stürzte er Herrn Kuhn in existenzielle Fragen, die ihn an den Rand einer Depression brachten: Wozu war er hier? Wozu war er noch nütze?

Die Tochter hatte immer gespürt, dass der Vater etwas Schweres, Belastendes mit sich trug. Aus diesem Grund hatte sie sich ihr Leben lang um den Vater gekümmert. Das war ihr gar nicht bewusst, und doch tat sie es. Und als Erstgeborene kümmerte sie sich auch um die jüngeren Geschwister, für die sie immer Verantwortung mit übernommen hatte.

 

Eine Unternehmensübergabe spricht immer tiefste Strukturen an

Die innere Stabilität, die sich über viele Jahre in einem System herausgebildet hat, wird in einem Übergabeprozess immer komplett umgehauen und – im besten Falle – neu definiert und geordnet. Doch das geht meistens nicht ohne Hilfe von außen. Ein neutraler Blick mit innerer Distanz bringt die tiefen Dynamiken eines solchen Prozesses ans Licht. Ganz besonders ist das so in Familienbetrieben, wo besonders viele unterschiedliche Rollen gleichzeitig berührt werden und in Bewegung kommen. Jeder Rollenwechsel – zum Beispiel von der Tochter und Angestellten zur Chefin – betrifft immer die ganze Familie.

Wie kann sich die Tochter als Chefin fühlen, wenn sie zugleich die Tochter des früheren Chefs ist? Oder wenn sie den Vater unterstützen will, damit er innerlich stabil bleibt? Wie kann sie ihn nach Hause schicken, weil er die Übernahme stört, wenn sie gleichzeitig seine innere Not fühlt und ihn halten will?

Ähnliche Konflikte können aber auch entstehen, wenn ein „Fremder“ ein Unternehmen übernimmt. Auch dann werden tiefe Strukturen angesprochen, sie sind jedoch meistens nicht so komplex wie in einer Unternehmerfamilie. Doch in einer außerfamiliären Übernahme ist die gegenseitige Akzeptanz von „schrulligen“ Verhaltensweisen dafür meist viel niederschwelliger.

 

Die Liebe im Familiensystem braucht Ausdruck

Es ging nach den rechtlichen Dingen in der Firma nun vor allem darum, auch das familiäre Miteinander neu zu gestalten und zu entspannen. Es kam darauf an, inneren Frieden bei den Beteiligten zu schaffen. Zunächst war es wichtig, die verschiedenen Rollen bewusst zu besprechen. Jeder Beteiligte brauchte in jeder seiner Rollen Achtung und Zustimmung, damit er sie auch gut ausfüllen konnte.

 

Die Lösung ist am Ende immer einfach

Es hilft, Bewusstsein zu schaffen, anzuerkennen, was ist, und es zu würdigen. Jeder für sich, in jeder Rolle. Erst die Klarheit über die eigenen Facetten und die verschiedenen Rollen sowie deren innere Zusammenhänge bringen klare Lösungen ans Licht. Diese Lösungen sind fühlbar. Sie fühlen sich leicht und entspannt an. Und wenn innerlich Frieden eingekehrt ist, dann flutscht auch die Übergabe. Innerhalb der nächsten Wochen war diese dann auch in trockenen Tüchern.

Frau Wolz konnte schließlich zu ihrem Vater schließlich sagen: „Du bist mein Vater, und ich achte dich als meinen Vater, genauso wie ich dich als Firmengründer achte. Und aus Dankbarkeit dir gegenüber wende ich mich nun meinen neuen Aufgaben zu und führe die Firma dir zu Ehren in alleiniger Verantwortung weiter, so gut ich es kann.“

Und zum Bruder sagte sie: „Du bist mein kleiner Bruder, und ich werde immer deine große Schwester sein. Nur als Chefin gebe ich dir notwendige Anweisungen. Und das ändert nicht das Geringste an meiner Liebe zu dir als Schwester. “

Der Vater konnte durch die Berührung mit dem frühen Verlust seine Trauer erkennen und in Frieden kommen. Er fand – obgleich er in fortgeschrittenem Alter war – noch eine innere Stabilität, die er so bisher nie erfahren hatte. Das machte es ihm leichter, loszulassen.

 

Weitere Begleitung ist wichtig

In der Folgezeit begleitete ich den Prozess der Unternehmensübergabe weiter, um die neuen Rollen von Vater und Tochter zu stabilisieren. Außerdem wurde im nächsten Schritt wichtig, auch die Mitarbeiter in den Blick zu nehmen. Eine Übergabe bringt immer Unruhe und Verunsicherung in die Belegschaft. Wenn diese Emotionen nicht aufgedeckt und beantwortet werden, können sie eine gefährliche Eigendynamik entwickeln.

 

Auch die Mitarbeiter sind Teil des Systems

Eine psychische Gefährdungsbeurteilung brachte die Verunsicherung und Überforderung, die während der Unternehmensübergabe entstanden war, ans Licht. Wir konnten dann Maßnahmen formulieren und einsetzen, um Sicherheit und Stabilität zurückzubringen und den Übergabestress zu reduzieren. Dazu etablierten wir unter anderem ein längerfristiges Gesprächsangebot in Form von Stundenkontingenten für die Mitarbeiter. Dadurch konnten wir Ruhe reinbringen, wo die Unsicherheit Stress ausgelöst hatte. Das alte neue Unternehmen stabilisierte sich dadurch zusehends und nahm gute Fahrt auf. Neue Strukturen und Gewohnheiten festigten sich und brachten Zufriedenheit und Erfolg mit sich.

Solche Nachfolgeprozesse sind immer vielschichtig. Oftmals ist den Beteiligten gar nicht bewusst, welche inneren Positionen und Gefühle beteiligt sind. Deshalb ist es hilfreich, frühzeitig einen Berater einzubeziehen, der sich im emotionalen Management wirklich und in der Tiefe auskennt.

 

Hier kannst du dich weiter informieren!

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Psychische Gefährdungsbeurteilung, Unternehmensnachfolge, 0 comments
Warum du dich selber und dein Unternehmen am besten schützen kannst, wenn du Mitgefühl entwickelst

Warum du dich selber und dein Unternehmen am besten schützen kannst, wenn du Mitgefühl entwickelst

Warum kann Mitgefühl ein so ungeheurer Schutzfaktor sein – sowohl für denjenigen, für den du Mitgefühl empfindest als auch für dich selber? Was denkst du? Mitgefühl und Empathie entstehen nur dann, wenn du in die Beobachterrolle gehst. Wenn du dich nicht reinziehen lässt sondern innerlich Distanz bewahrst. Und Distanz ist wiederum der Nährboden für gelassenes Handeln und Fühlen.

Was passiert, wenn du KEIN Mitgefühl hast:

 

1. Dir fehlt die innere Distanz.

Ohne Mitgefühl nimmst du das, was dein Gegenüber sagt, meistens sehr persönlich. Du hast keine innere Distanz. Du fühlst dich in deiner Persönlichkeit verletzt und produzierst entsprechende Gefühle. Versteh mich bitte nicht falsch: es ist wichtig, dem anderen zu sagen, wenn er Bockmist redet und sich verletzend verhält. Aber sich über längere Zeit verletzt zu FÜHLEN ist eigentlich nicht unbedingt notwendig dafür.

Sobald du dich verletzt FÜHLST, brauchst du mehr inneren Abstand. Denn dann fällt es dir leichter gelassen zu bleiben. Deine Selbstschutzmechanismen springen dann nicht automatisch an und du kannst bewusst entscheiden, wie du reagieren willst.

 

2. Du reagierst ungesund.

Stell dir mal vor, ein Mitarbeiter haut dir irgendwas vor den Latz, weil er gerade gereizt und schlecht gelaunt ist. Du bist augenblicklich stinksauer. Dein Blutdruck schießt nach oben und du fühlst dich beleidigt. Das verhärtet deine Gesichtsmuskeln, was auf Dauer dein Empfinden von Freude beeinträchtigt. Oder du versuchst deinen Ärger runterzuschlucken und kriegst davon ein Magengeschwür. Klingt alles nicht gerade gesund, oder? Mit solchen Reaktionen schränkst du außerdem deine Möglichkeiten zur Deeskalation massiv ein.

 

3. Du verstärkst Konflikte.

Wenn ein Konflikt auftritt, reagierst du instinktiv. Statt emotionalem Management entstehen emotionale Reflexe. Frühere Erfahrungen werden angetriggert und du feuerst entsprechend deiner alten Überlebensmuster. Doch die sind im aktuellen Fall nicht immer die hilfreichsten.

So setzt deine spontane Reaktion vielleicht eine negative Spirale in Gang, die du so schnell nicht wieder stoppen kannst. Das Fatale an solchen Negativspiralen ist, dass sie Konflikte immer weiter verstärken. Das kann bis zu einem Punkt gehen, von dem aus du nicht mehr zurück kannst. Daran sind schon Beziehungen zerbrochen, die nicht hätten zerbrechen müssen. Und Konflikte in Betrieben entstanden, die – hätte man die Spirale früher unterbrochen – niemals so zerstörerisch geworden wären.

Wenn persönlicher Stolz verletzt wird, ist es für manche Menschen unmöglich, auch nur einen Schritt zurückzurudern. Sie produzieren lieber noch mehr Scherben als „zu verlieren“. Damit schneiden sie sich quasi noch tiefer ins eigene Fleisch anstatt zu deeskalieren. Das ist leider das Gegenteil von Mitgefühl.

 

4. Du erzeugst negative Folgen für dein Unternehmen

Wenn du ohne Mitgefühl und Empathie agierst, erzeugst du in deinem Unternehmen Stress. Das zieht mit der Zeit innere Kündigung, Rückzug, Dienst nach Vorschrift, Krankheitsausfälle und reale Kündigungen nach sich. Wenn Mitarbeiter Konflikte mit dir haben, können sie in der Regel nur auf indirekte Weise reagieren. Das liegt daran, dass du der Ranghöhere bist und sie mit dir nicht ganz auf Augenhöhe und in gleicher Weise antworten können. Du bist schließlich der Chef. Also halten sie sich entsprechend zurück mit dem Ergebnis, dass die Konflikte aus sämtlichen anderen Löchern pfeifen und deine Wertschöpfung massiv beeinträchtigen.

 

Fazit: ungebremste instinkthafte emotionale Reaktionen ohne Empathie und Mitgefühl stören und mindern deine Wertschöpfung.

 

Was passiert im Geist von jemandem, der sich negativ verhält und wenig Mitgefühl hat

Der eigene Geist ist immer wach und präsent. Er speichert alles, was er wahrnimmt, egal wer etwas tut. Er ist wie weicher Ton, der alles, was ihn berührt, wieder zeigt.

Wenn man sich negativ verhält, dann speichert der Geist diesen negativen Ausdruck. Er sammelt somit weitere Negativität an und erzeugt mit der Zeit ein gewaltiges negatives Bild in sich selber, das sich immer weiter reproduziert.

Das, was im Geist gespeichert ist, spiegelt sich im Leben wider. In den Erwartungen, in der Haltung und im ganzen Erleben. Negativität reproduziert sich damit selbst erneut.

Mit anderen Worten: Du baust dir selbst die Brille, durch die du deine Welt wahrnimmst. Ist in dir viel Negativität und wenig Mitgefühl, dann nimmst du die Welt auch als bedrohlich, kalt und unsicher wahr. Hast du Mitgefühl, dann erlebst du innere Stabilität, Ruhe und Freude.

 

Ein Beispiel dazu:

Wenn du immer wieder wütend bist, wirst du fortwährend auf Wut treffen oder sie selbst in dir erzeugen, denn dein Geist hat viele Wuteindrücke gespeichert. Das wird zur Gewohnheit. Du wirst dann tausend Gründe finden, warum du wütend wirst. Die müssen nicht unbedingt der „Wahrheit“ entsprechen, doch du glaubst daran. Und Du erwartest den gleichen Geist bei anderen. Du denkst – ohne darüber zu reflektieren – dass andere auch wütend sind, dich angreifen wollen etc. Du hast dann sehr schnell das Gefühl, dich verteidigen und rechtfertigen zu müssen, obwohl du das vielleicht gar nicht musst. Du erlebst die Welt als Kampf.

 

Ein anderes Beispiel:

Wenn du immer wieder sehr ehrgeizig und streng mit dir und/oder mit anderen umgehst, dann speicherst du in deinem Geist Strenge, Vergleich und Urteil. Du wirst dich selbst also auch immer wieder vergleichen und beurteilen oder zumindest beurteilt fühlen. Denn das entspricht deinen inneren Mustern. Du verstärkst mit der Zeit diese Urteile, indem du sie immer wieder wiederholst. Damit erzeugst du sehr viel Druck in dir und du erlebst die Welt eng und bedrohlich.

 

Warum Mitgefühl zu haben eigentlich gar nicht so schwer ist

Bedenke: Alles, was du tust, erzeugt eine Resonanz in der Welt und wird wieder zur Ursache von etwas anderem, das du erlebst. Wenn jemand negative Ursachen setzt, wird er negative Resultate bekommen. Früher oder später. Wenn du also jemanden beobachtest, der sich negativ verhält, könntest du dich im Grunde einfach zurücklehnen und abwarten. Du brauchst vielleicht einen längeren Atem, doch keinen eigenen Holzhammer. Die Suppe, die derjenige sich da gerade braut, wird er schon irgendwann wieder auslöffeln müssen. So wie jeder andere auch.

Wenn du aus diesem Blickwinkel zuschaust, siehst du, wie derjenige gerade sein eigenes künftiges Leiden erzeugt. Denn je ätzender sich jemand verhält, umso mehr wird er daran leiden. Und umso größer könnte deshalb auch dein Mitgefühl für ihn sein, da du weißt, welche Resonanz er in seinem Geist erzeugt und was er sich selbst damit antut.

 

Und was passiert, wenn du Empathie und Mitgefühl aktivierst?

In dem Moment, in dem du mit Mitgefühl an jemanden denkst, denkst du nicht an dich selber. Du haftest nicht an dir und deinen eigenen Gefühlen sondern du bist Beobachter. Du selbst bist offen und leer.

 

1. Mitgefühl lässt das eigene „Ego“ schmelzen.

Wenn deine Gedanken an dir selber kleben bleiben, erzeugst du viel Leiden. Denn du kreiselst immer wieder um das herum, was dich verletzt hat. Wenn du es schaffst, Mitgefühl zu empfinden, löst du dieses Kleben und Kreiseln um dich selbst auf und richtest deine Aufmerksamkeit auf jemand anderen. Damit endet dein eigenes Verletztsein. Und somit dein Leiden. Du lässt quasi dein „Ego“ schmelzen.

Deshalb denke immer daran: Je mehr negative Worte jemand raushaut, umso größer darf dein Mitgefühl für ihn sein, da nach dem Ursache-Wirkungs-Prinzip dieser Mensch durch seine eigene Negativität leiden wird. Mit diesem Gedanken kannst du gleichzeitig innere Distanz  aufzubauen und halten.

 

2. Mitgefühl macht emotionales Management möglich

Durch innere Distanz zum Geschehen kannst du jederzeit ÜBERLEGEN, wie du am besten reagieren solltest. Was wäre am hilfreichsten? Womit würdest du dein Gegenüber am besten stoppen? Wie könntest du ihm klarmachen, dass das, was er gerade tut, nicht gut ist?

Diese Überlegungen finden in einer anderen Hirnregion statt als die reflexhaften Reaktionen. Sie kommen aus deinem Bewusstsein. Dort hast du die Möglichkeit zu entscheiden. Instinktreaktionen bleiben im Hintergrund. In dem Moment ist dein emotionales Management vollkommen intakt. Du kannst entscheiden, wie du reagieren willst. Das passiert nicht mehr automatisch.

 

Und jetzt mal ein konkretes Beispiel zum Hinspüren:

Ein Mitarbeiter haut dir pampig etwas um die Ohren. Statt dich aufzuregen, aktivierst du dein Mitgefühl. Du betrachtest ihn und versuchst ihn zu verstehen. Wo kommt seine schlechte Laune her? Fühlt er sich unter Druck? Gestresst? Gibt es etwas, das ihn belastet?

Im zweiten Schritt bedauerst du sein pampiges Verhalten. Deine Aufmerksamkeit bleibt bei ihm. Du versuchst ihn zu stoppen und ihm da rauszuhelfen.

Vergleiche nun: Wie würde es sich anfühlen und welche Wirkung hätte es, wenn du deinem Mitarbeiter auch eine überbraten würdest. Und dann: Wie fühlst du dich und welche Folgen erzeugst du, wenn du Mitgefühl für ihn hast und versuchst, ihm da rauszuhelfen oder zumindest ihn zu verstehen. Merkst du den Unterschied?

 

Alles wird im eigenen Geist erschaffen

Wenn du Mitgefühl für andere hast (und natürlich auch für dich selber), dann speicherst du Mitgefühl in deinem Geist. Die Akzeptanz und Sanftheit des Mitgefühls wird sich in deinem eigenen Geist festigen und verstärken.

  • Du fühlst dich mit der Zeit immer weniger angegriffen.
  • Du nimmst Dinge immer seltener persönlich.
  • Du nimmst die Hintergründe wahr, aufgrund dessen die Leute ihre Klöpse raushauen.
  • Du fühlst dich immer seltener verletzt.
  • Du kannst gelassen reagieren bei deinen Mitarbeitern.
  • Du spürst weniger Druck in dir.
  • Du fühlst dich leicht und frei.

In jedem Moment schaffst du durch deine eigene Geisteshaltung deine persönliche emotionale Landkarte, die dich durch deinen Unternehmeralltag führt. Das, was du aktivierst, verstärkst du. Das, was du außer Acht lässt, reduzierst du.

 

Sei dein eigener Meister!

Ein gutes emotionales Management lässt dich gelassen und mitfühlend reagieren. Du brauchst dazu innere Flexibilität, Unabhängigkeit und Klarheit. Das kannst du lernen.

 

Ein Coaching für dein emotionales Management und die Mindguide-Impulse bringen dich in diese Flexibilität

  • Du lernst, selbst zu entscheiden, wie und wann du auf etwas reagieren möchtest.
  • Du lernst, dein Mitgefühl zu aktivieren und für gute Ergebnisse einzusetzen.
  • Du lernst, Druck loszuwerden und eine gelassene Atmosphäre zu erzeugen. Zum Wohl aller.

 

Wenn dich das anspricht und du dir Hilfestellung wünscht, dann melde dich bei mir und wir sprechen darüber. Das ist für dich völlig unverbindlich und kostenfrei. Du bekommst in ca. 20 Minuten schon einen ersten Eindruck und vermutlich auch schon eine erste Hilfestellung für dein eigenes emotionales Management.

Klicke hier und buche dir einen Termin für einen kostenfreien „EM-Check“.

 

Weitere Artikel zum Thema Mitgefühl:

„Warum Mitgefühl hilfreich sein kann, Mitleid aber nicht“

„Warum Mitgefühl auch knallhart sein kann“

„Warum es manchmal so schwer ist Mitgefühl zu empfinden“

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Ethische Themen, Führung, Unternehmertools, 0 comments
Welcher Stresstyp bist du?

Welcher Stresstyp bist du?

Welcher Stresstyp bist du?

Was tust du zum Beispiel, wenn in deinem Unternehmen eine unangenehme Situation auftaucht?

1. Grübelst du dann viel und denkst drum herum?

Viel Denken und Grübeln vernebelt die Sinne. Du kannst dann nicht mehr klar wahrnehmen, was wirklich los ist. Deine Gedanken machen sich zu breit und schieben sich vor deine Augen und Ohren… Du hältst sie für die Realität. Das schafft eine Trennung zwischen dir und der tatsächlichen Situation. Mit dieser Trennung fällt es dann umso schwerer, etwas zu verändern. Es ist als wenn du einen Nagel einschlagen willst, deine Hand liegt daneben und du siehst vor lauter Denken den Nagel nicht richtig oder kannst nicht zielen….

ReaktionstypAls Unternehmer solltest du dir Grübeln ganz und gar abgewöhnen. Du brauchst einfache Methoden, die dir Klarheit verschaffen und erst mal für innere Ruhe sorgen. Dann kannst du handeln und die Situation zum Besseren wenden.

2. Lenkst du dich lieber ab?

Ablenkung ist manchmal gut, manchmal nicht. Wenn dich die Ablenkung vom Grübeln abhält, ist das hilfreich. Aber ein gewisses Maß an Achtsamkeit für die Situation ist wichtig. Vor allem solltest du auch achtsam für deine Gefühle und Empfindungen sein. Denn wenn du sie mit innerer Distanz beobachtest, gewinnst du Klarheit darüber, was genau die Situation so unangenehm für dich macht.

Für dich als Unternehmer kommt’s aber drauf an, womit du dich ablenkst. Bei Problemen mit Mitarbeitern solltest du lieber genau hinschauen. Sowohl auf dich selbst als auch auf deine Mitarbeiter. Auch sie haben ihren guten Grund, sich genau so und nicht anders zu verhalten. Erst wenn du den erkennst, kannst du eine angespannte Situation wieder lockern.

3. Igelst du dich vielleicht ein und redest nicht mehr viel?

Wenn du dich einigelst, besteht die Gefahr, dass du Beziehungen und Kontakte abschneidest. Im schlimmsten Fall zu Menschen, die dir helfen wollen oder die mit dir geschäftlich in Verbindung stehen. Es ist enorm wichtig, offen zu bleiben. Nur so siehst du, wer es gut meint mit dir und wer nicht.

Als Unternehmer brauchst du Kontakte und Unterstützer. Wenn du dich einigelst, haben diese das Gefühl, du lässt sie ablaufen und schätzt sie nicht. Doch Wertschätzung ist das A und O für und in deinem Business, wenn es wachsen und gedeihen soll.

4. Oder redest du gerade erst recht mit anderen Leuten drüber?

Wenn du mit anderen redest, kommt es darauf an, wie du das tust. Wenn es zu deiner Erleichterung stattfindet, du aber negativ sprichst oder über andere lästerst, schadest du deinem eigenen Ruf. Zusätzlich leidet deine Gesundheit, denn du nimmst dir damit Energie. Deshalb achte auf deine Sprechweise. Wenn du wertschätzend und positiv sprichst, auch wenn eine Situation dich gerade herausfordert, hilft das. Du kannst dann gemeinsam mit deinem Gesprächspartner Klarheit über die Situation bekommen. Und du kannst andere Blickwinkel finden, die dir helfen.

Vor allem als Unternehmer solltest du vorsichtig sein, wo und bei wem du dich öffnest. Die meisten Mitarbeiter sind irritiert, wenn du als Chef aus deiner Rolle fällst und Unklarheit zeigst. Du verlierst dann leicht deren Respekt und hast es hinterher umso schwerer, deine Führungsaufgaben zu übernehmen. Tausche dich lieber mit anderen Unternehmern aus. Zum Beispiel auf meinem Ethikstammtisch. Du kannst dich von überall einwählen, sofern du einen Internetzugang hast. Bequem an deinem Bildschirm sitzend kannst du mit uns diskutieren und deinen Blickwinkel weiten lassen.

5. Holst du dir Rat? Oder vielleicht sogar professionelle Unterstützung?

Wenn du dir Rat holst, dann schau gut, bei wem. Du solltest jemanden fragen, der vor allem mit Klarheit und Mitgefühl auf die Situation schauen kann. So kannst du die wichtigen Punkte am besten herausarbeiten und verändern. Mitgefühl ist ein wichtiger Schutz und die Basis für Veränderung.

 

Als Unternehmer ist es wichtig, immer wieder auch professionelle Unterstützung zu haben. So kannst du strategische und persönliche Unklarheiten beseitigen und gleichzeitig für gute Stimmung im Unternehmen sorgen.

Dafür gibt’s den Ethikstammtisch für emotionales Management

Wenn du dich mit anderen Unternehmern austauschen willst, dann komm doch zum Stammtisch für emotionales Management. Die vertrauensvolle Atmosphäre unterstützt dich bei der Auseinandersetzung mit schwierigen und spannenden ethischen Themen. Du bekommst dabei viele Anregungen und neue Blickwinkel. Das hilft dir, deine Sicht zu erweitern und Lösungen auch für dein Business zu finden, an die du vielleicht noch gar nicht gedacht hast. Ich achte auf einen wertschätzenden und vertraulichen Austausch und freundlichen Tonfall. Die obersten Regeln beim Stammtisch sind nämlich Diskretion und Wertschätzung.

Schau einfach mal hier!

Hanne Demel

 

Posted by Hanne Demel in Führung, Persönlichkeitsentwicklung, Unternehmertools, 0 comments
Wenn die Stimmung sinkt – psychische Gefährdungsbeurteilung in Unternehmen

Wenn die Stimmung sinkt – psychische Gefährdungsbeurteilung in Unternehmen

Foto Pixabay: saxonrider

Psychische Gefährdungsbeurteilung hätte das verhindert…

Neulich erzählte mir Anna, Führungskraft in einem mittelständischen Unternehmen in der Papierindustrie, dass die Stimmung in ihrer Abteilung immer mehr in den Keller zu fahren scheint. Kürzlich hätte ihr ein Mitarbeiter sogar richtig die Meinung gegeigt. Sie überlege sich tatsächlich Konsequenzen zu ziehen und ihn rauszuschmeißen.

Doch viel bringen würde das wohl nichts, meinte sie betrübt, denn die anderen Mitarbeiter machten auch nicht gerade zufriedene Gesichter. Doch Anna wusste nicht, woran das lag. Oder wie sie das ändern sollte. Sie fühlte sich einfach nicht wohl in ihrer Haut.

Wenn du sehr ehrgeizig bist…

  • … willst du viel erreichen, schnell sein, supergute Arbeit machen. Das bringt mitunter enormen Druck. Du musst fortwährend dranbleiben. Ein Nebeneffekt dieses Dranbleibens ist das Drankleben. Du merkst das daran, dass du abends beim Insbettgehen gedanklich noch immer um deine Arbeit kreist wie die Motte ums Licht.
  • … trifft dich Kritik manchmal bis ins Mark. Und ganz besonders dann, wenn du sehr an deiner Arbeit haftest. Du hast einfach keinen Abstand mehr. Deshalb nimmst du Kritik persönlich. Ist ja auch klar, denn du hängst mit deiner ganzen Person da drin und fühlst dich bewertet. Und wer will schon negativ bewertet werden.
  • … siehst du manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Du läufst Gefahr, betriebsblind zu werden. Das heißt, du bekommst nicht mit, wo Unzufriedenheit entsteht. Wann und weshalb sich deine Mitarbeiter langsam innerlich von dir verabschieden. Das aber bringt dir auf Dauer grooooßen Schaden.

Als Führungskraft brauchst du Abstand

Denn dranbleiben ist auch drankleben. Du bist dann emotional so beschäftigt mit dir selbst, dass du nicht mitkriegst, wie die Emotionen der anderen um dich herum sich verändern. Vielleicht weichen die Mitarbeiter innerlich zurück und schweigen. Vielleicht steigen die Krankentage. Doch ein hoher Krankenstand wirft seine Schatten weit voraus. Davor steht meist Dienst nach Vorschrift und Innere Kündigung.

Genau dafür gibt’s die psychische Gefährdungsbeurteilung

Diese gesetzlich vorgeschriebene Untersuchung, die jedes Unternehmen seit 2013 machen muss, das Mitarbeiter beschäftigt, setzt genau da an. Was stresst die Leute? Wie empfinden sie die Arbeit, die Drum-Herum-Bedingungen, die Führung? Es ist super hilfreich, dazu genauere Informationen zu sammeln und die auch ernst zu nehmen. Du kannst dein Business dadurch enorm aufpeppen und deine Bilanz nach oben pushen!

Wenn du mehr darüber erfahren oder das in deinem Unternehmen umsetzen möchtest, melde dich bei mir: 0931 2 90 71

Hanne Demel

 

Posted by Hanne Demel in Psychische Gefährdungsbeurteilung, 1 comment
Negatives Sprechen: Lästern schadet nur dem, der es tut!

Negatives Sprechen: Lästern schadet nur dem, der es tut!

Foto: Irmgard Guder

Negatives Sprechen hat negative Auswirkungen auf alle beteiligten Ohren…

„Ab in die Wüste“ sagt sich eine Freundin von mir fast jedes Jahr und bucht eine Reise in den Sand. Und jedesmal schwärmt sie dann von der Weite, der Ruhe und der Entschleunigung, die sie dort erfährt. Sie sieht immer wieder sehr entspannt aus, wenn sie zurückkommt.

Doch neulich war das nicht so.Weder schwärmte sie noch sah sie erholt aus. Ihren Erzählungen zufolge waren einige Mitwanderer in dieser Reisegruppe nicht so harmonisch und kompatibel miteinander wie sonst. Drei Teilnehmer hatten sich besonders zusammengerottet und zugleich von den anderen abgekapselt.

Das hat die ganze Gruppendynamik aus der Balance geworfen und meine Freundin fühlte sich teilweise ziemlich ausgeschlossen.

Der Zusammenhalt der Sippe war früher überlebensnotwendig

Früher konnten sich die Menschen das gar nicht leisten, nicht aufeinander Rücksicht zu nehmen oder sich aufeinander zu beziehen. Die Zugehörigkeit zur Sippe war überlebensnotwendig. Heute dagegen ist Individualismus und Eigenständigkeit einer der wichtigsten Punkte in unserer Werteskala.

Auch heute hat ein Mangel an Zusammenhalt negative Auswirkungen

Die Herausforderung heute ist, menschliches Miteinander trotz Individualität und Vielfalt fürsorglich und warmherzig zu gestalten. Wenn die Mitarbeiter eines Unternehmens nicht wertschätzend miteinander kommunizieren, Kontakte abbrechen oder Informationen zurückhalten, bringt das enorme Unzufriedenheit, eine hohe Fehlzeitenquote und messbaren materiellen Verlust mit sich.

Erst kürzlich hörte ich von einem Unternehmen, in dem die Mitarbeiter enorm viel Zeit damit verbringen, über den Chef zu lästern. Zugegebenermaßen würde diesem Chef ein Feinschliff in Sachen Kommunikation und Vorbildverhalten nicht schaden (vielleicht sollten ihn die Mitarbeiter auch mal in die Wüste schicken…).

Das Paradoxe beim Lästern…

…ist aber, dass es vor allem demjenigen schadet, der herzhaft über andere ablästert. Egal, ob ein Chef die Beschwerden verdient hat oder nicht.
Jedes einzelne Wort hat eine Wirkung auf den eigenen Körper und das eigene Energiesystem. Das lässt sich nachspüren über die eigenen Körperreaktionen auf einzelne Worte, Sätze, Situationen. Man nennt diese Körperreaktionen somatische Marker.

Das Unterbewusstsein hört mit

Negative Sprache hat immer einen negativen Einfluss auf einen selbst. Das Unterbewusstsein hört in jedem Augenblick mit und unterscheidet nicht zwischen dem eigenen Ich und den anderen. Mit einem „kinesiologischen Test“, mit dem der körpereigene Energiefluss gemessen wird, kann das ein erfahrener Therapeut sofort sichtbar und spürbar machen. Der sinkt nämlich sofort beim Lästern.

Wenn du also negative Gedanken hegst, steigt dein eigener Stresshormonspiegel, denn dein Gehirn unterscheidet nicht in der neuronalen Reaktion, ob du etwas wirklich erlebt, es nur gehört, beobachtet oder dir sogar nur ausgedacht hast.

Dieser Stresshormonspiegel ist ausschlaggebend für deine Gesundheit und dein Wohlbefinden. Er sollte nicht zu hoch sein!

Achte auf eine gute Stimmung in deinem Unternehmen!

Du solltest als Unternehmer darauf achten, wie deine Mitarbeiter miteinander und übereinander sprechen. Daraus kannst du auch Rückschlüsse ziehen, wie Mitarbeiter über dich selbst sprechen. Es ist wichtig, eine Atmosphäre von Offenheit und Ehrlichkeit zu schaffen. Und wie machst du das am besten?
Indem du selbst offen und ehrlich bist! Denn als Unternehmer hast du durch die höhere Position automatisch eine Vorbildfunktion inne.

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Ethische Themen, 8 comments
Wenn man nix loslassen kann… Anderen etwas zutrauen bedeutet Wertschätzung schenken!

Wenn man nix loslassen kann… Anderen etwas zutrauen bedeutet Wertschätzung schenken!

Foto iStock.com: toxawww

Dazu eine kleine Geschichte zum Thema Wertschätzung:

Eine Praktikantin sollte sich in einem Unternehmen um die Erstellung von einigen Folien kümmern. Nach getaner Arbeit legte sie ihre Arbeit der verantwortlichen Chefin vor. Die pfuschte wortlos drin herum und veränderte die mit Mühe erstellten Folien in wenigen Klicks, worauf der Praktikantin entfuhr: „Also so sieht‘s doch scheiße aus“. Die Chefin war perplex und irritiert.
Die Praktikumsanleiterin der Studentin hatte das Ganze mitbekommen. In der Mittagspause nahm sie sie zur Seite und erklärte ihr, dass sie so ungehobelt nicht reden dürfe. Sie nannte ihr gleich ein paar alternative Formulierungen.

Schon eine Woche später bot sich die Gelegenheit. Wieder klickte die verantwortliche Chefin in ein paar frisch erstellten Folien herum, was die Studentin erneut ärgerte. Wie aus der Pistole geschossen sagte sie diesmal: „Also jetzt hat’s wieder Potenzial nach oben“…‘

Anderen etwas zutrauen bedeutet Wertschätzung schenken

Es ist nicht selten, dass jemand, der gefühlt oder real verantwortlich ist, in vielen Dingen „das letzte Wort“ haben muss. Doch oft erzeugt das nicht etwa Freude im Umfeld sondern Unmut und Unlust.

Ich habe Unternehmen erlebt, da haben Mitarbeiter schon innerlich gekündigt, weil sie sowieso nichts recht machen konnten und alles immer wieder vom Chef geändert wurde. Auf die Frage, wie viel Wertschätzung sie bekommen, kam die Antwort: Gleich Null.

Anhaftung bewusst machen

Der Knackpunkt liegt in der Identifikation mit der Sache. Ich meine damit nicht, dass dir alles egal sein soll und du dich nicht mehr identifizieren sollst mit deiner Arbeit. Aber wenn du zu sehr anhaftest, nimmst du sehr viel Raum ein und der Raum von anderen wird kleiner. Und du machst dir mehr Stress damit als notwendig, denn es ist höchst entspannend, etwas wirklich abgeben zu können.

Es ist manchmal absolut nicht leicht, etwas jemand anders zu überlassen und zuzustimmen, auch wenn er es „ganz anders“ macht. Ich kenne das sehr gut. Manchmal geht’s mir so, wenn mein Mann kocht und ich auch in der Küche bin. Aber er macht es sowieso wie er will und ich genieße danach ein wunderbares Essen… 😉

Fünf grade sein lassen kann man üben

Eine Freundin berichtete mir vor einer Weile, wie schwer es ihr gefallen ist, die Toilettenpapierrollen, die ihr Mitbewohner im Bad kreuz und quer gelagert hatte, einmal nicht ordentlich aufeinanderzustapeln… Sie musste sich enorm beherrschen. Das war für sie der Einstieg in eine tiefe Auseinandersetzung mit ihren Beweggründen und ihren Gefühlen. Heute ist sie lockerer und viel weniger „Zwängi“, das kann man spüren.

Du kannst also also lernen, lockerer zu werden und anderen mehr Raum zu lassen. Das schenkt dir letztendlich auch Entlastung und du wirst dich mit der Zeit freier fühlen.

Übung:

Nimm dir einen Tag vor, an dem du nichts – aber auch gar nichts korrigierst. Schau einfach zu, was andere tun, egal wo, egal wie. Wenn du kannst, verschiebe wichtige Entscheidungen auf den nächsten Tag. Nun prüfe, wie leicht es dir fällt, Dinge stehen zu lassen ohne zu korrigieren.

Vielleicht ist dir ja bisher gar nicht aufgefallen, wie oft du eingreifst.

Währenddessen beobachte deine innersten Regungen. Was genau steigt in dir auf? Wie stark ist dein Impuls, einzugreifen? Was denkst und was fühlst du?

  • Du bist nicht zu ersetzen?
  • Nur du allein kannst das Problem lösen?
  • Deine Ideen sind besser?
  • Du weißt es einfach besser?
  • Du möchtest anderen unbedingt helfen?
  • Du möchtest einfach die Kontrolle behalten?
  • Du möchtest deinen Platz behaupten?
  • Du suchst Anerkennung?
  • etc.

Es gibt viele Gründe und genauso viele Hintergründe. Du kannst dahinter vielleicht Überverantwortlichkeit entdecken, Angst, dich anderen anzuvertrauen, Angst, von anderen übergangen zu werden, nicht gesehen zu werden, die Kontrolle zu verlieren…

Bitte spüre ganz genau hin und notiere einen oder zwei Tage lang alles, was dir dazu auf- und einfällt.

Und bitte berichte mir von deinen Erfahrungen. Schreibe mir einen Kommentar unter diesen Blogartikel. Wenn du Fragen hast, nur raus damit. Ich freu mich schon drauf.

 

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Führung, 2 comments
Nicht geschimpft ist Lob genug

Nicht geschimpft ist Lob genug

Foto Pixabay: Gellinger

Wertschätzung als Basis von Engagement und Gesundheit

Nicht geschimpft ist Lob genug – eine für unsere Breitengrade typische Aussage! In Amerika zum Beispiel wäre ein solcher deutscher Rauhbart sehr schnell unten durch. Dort herrscht eine völlig andere und intensivere Lobkultur vor als hierzulande.

Wertschätzung ist ein menschliches Grundbedürfnis

Wertschätzung bedeutet gesehen zu werden, den eigenen Beitrag gewürdigt zu wissen. Je weniger ein Mensch davon erhält, umso schneller verliert er die Lust, sich zu engagieren. Deshalb ist Wertschätzung in Organisationen unabdingbar für die Zusammenarbeit und das Engagement von Einzelnen und von Teams.

Wertschätzung ist etwas anderes als Lob

Lob lässt sich nicht direkt mit Wertschätzung gleichsetzen. Denn ein Lob von jemand zu erhalten kommt einer Belohnung gleich. Dahinter steht eine Beurteilung seiner Leistung. Das kann auch herablassend oder arrogant wirken. Derjenige, der das Lob ausspricht, steht über dem Gelobten, da er sich in der Position fühlt, die Leistung des anderen zu beurteilen. Dieses Lob stammt daher aus den inneren Konzepten und Erwartungen desjenigen, der lobt. Der Gelobte erfüllt diese Erwartungen.

Die Wirkung von Lob

Lob kann völlig unterschiedlich wirken, je nachdem wie es eingesetzt wird. Lobt man z. B. einen Mitarbeiter für ein gutes Ergebnis, so fällt ein Teil dieses Lobes auf andere Umstände zurück. Ein gutes Ergebnis ist meist das Zusammenspiel von vielen Einzelnen oder auch von einer Portion Glück. Das Loben eines guten Ergebnisses bedeutet immer ein Stück Unkontrollierbarkeit und damit auch Unsicherheit, weil nicht garantiert werden kann, dass der Gelobte dieses gute Ergebnis wiederholen kann.

Lobt man jedoch für die Anstrengung und die Ausdauer, die ein Mitarbeiter unternommen hat, um dieses Ergebnis zu erzielen oder auch nur dazu beizutragen, so wird dieser Mitarbeiter dieses Lob sich selbst und seinem persönlichen Einsatz zuschreiben können. Somit kann er diese Belohnung selbst kontrollieren und wiederholen. Er weiß genau, was er dafür tun muss. Das erzeugt ein hohes Maß an innerer Sicherheit.

An falscher Stelle kann zu viel Lob auch Faulheit verursachen oder das Ego aufblasen. Wenn ein Lob unspezifisch kommt wie zum Beispiel „Du bist so super, Du bist einfach der Beste“… So etwas hinterlässt leicht ein Gefühl von Allmacht und stoppt persönliche Anstrengung. Eine Führungskraft sollte Lob also sehr klar einsetzen, um die von ihr gewünschte Wirkung zu erzeugen.

Wertschätzung ist ganzheitlich

Ganz anders ist da die Wirkung von Wertschätzung. Durch sie fühlt sich ein Menschen im Ganzen gesehen. Wertschätzung betrifft nicht nur eine einzelne Leistung. Man kann auch dann jemanden schätzen, wenn er gerade Mist gebaut, einen Misserfolg geerntet oder sich negativ verhalten hat. Wertschätzung ist eine innere Haltung. Und als solche ist sie der dauerhafte Kitt zwischen den Menschen. Diese Haltung hält Beziehungen aufrecht und schafft Bindungen.

Wertschätzung sieht für jeden Einzelnen anders aus

Aber wie findet man heraus, die richtige Ausdrucksweise für Wertschätzung zu finden? Für jeden Menschen erzeugt etwas anderes das Gefühl, geschätzt zu werden. Wenn der eine sich tatsächlich ein Lob wünscht, möchte der andere vielleicht eine kleine konkrete Aufmerksamkeit. Ein dritter aber wünscht sich womöglich, die Zeit zu bekommen, damit er seine Gedanken in Ruhe und ungestört ordnen kann etc. Wertschätzung kann auf tausend verschiedene Arten ausgedrückt und empfunden werden. Daher ist es auch wesentlich für denjenigen, der Wertschätzung geben möchte, genau zu beobachten und nachzufragen, was beim anderen als solche ankommt. Zirkuläre Fragen aus der Psychotherapie und dem Coaching könnten dabei Klarheit schaffen. „Woran würdest du merken, dass ich dich schätze?“, oder „was muss ich tun, um dir das Gefühl zu geben, geschätzt zu sein?“ wären Beispiele dafür.

Wertschätzung in Unternehmen

Gute Beziehungen werden nicht nur im privaten Bereich geschaffen. Eine ganze Unternehmenskultur und das Miteinander werden durch Wertschätzung geprägt. Sie bildet die Grundlage für Wohlbefinden und gute Beziehungen. Untersuchungen haben einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem gefühlten Mangel an Wertschätzung und der Höhe des Krankenstandes gezeigt. Die Motivation sinkt in dem Maß, wie gerügt, getadelt und missachtet wird. Mitarbeiter wollen für gute Arbeit gesehen, belohnt und geschätzt werden. Die typisch deutsche Mentalität des Nicht-Tadelns als ausreichendes Lob reicht da nicht. Mögen die Wirtschaftsunternehmen sich diese Zusammenhänge auf der Zunge zergehen lassen, denn letztendlich hängt der knallharte monetäre Gewinn davon ab.

Das genetische Programm der Schmerzvermeidung

Tatsächlich versucht jeder Mensch, Schmerz zu vermeiden und angenehme Gefühle zu erleben. Das ist in der evolutionären Entwicklung unseres menschlichen Gehirns so angelegt. Negative Erfahrungen wie Schmerz, Zurückweisung, Missachtung etc. werden sehr viel intensiver und dauerhafter gespeichert als gute angenehme Erfahrungen. Evolutionär bedingt ist das Glas immer halb leer und nicht halb voll. Das liegt daran, dass das genetische Überlebensprogramm auf Schmerzvermeidung ausgerichtet ist. Das, was uns unangenehme Gefühle verursacht – und da gehören auch seelische Missempfindungen wie missachtet werden dazu – wird möglichst vermieden. Das ist aus dem Blickwinkel des Urmenschen sehr sinnvoll, denn es sichert das Überleben. In unserer heutigen Kultur bedeutet das aber, dass eine Atmosphäre, die Unwohlsein und Schmerz verursacht, also z. B. eine nicht wertschätzende Atmosphäre, Vermeidungsstrategien triggert und Lustlosigkeit bis hin zu Krankheit und innerer Kündigung nach sich zieht.

Die Wirkung von Wertschätzung im menschlichen Gehirn

In der Hirnforschung hat man festgestellt, dass eine negative Erfahrung sich fünfmal so tief in das Erinnerungssystem des limbischen Systems im Gehirn einbrennt wie eine positive. Das bedeutet im Klartext, dass ein einziger Tadel fünf Situationen des Lobes gefühlt zerstören kann. Dieses Verhältnis sollten sich Führungskräfte sehr deutlich vor Augen führen, damit sie die Wirkung, die sie bei ihren Mitarbeitern erzielen, besser einschätzen können. Tadel sollte aus dieser Sicht heraus möglichst in Form von wertschätzender und konstruktiver Kritik erfolgen.

Dankbarkeit ist Wertschätzung pur

Der einfachste Weg, Wertschätzung zu zeigen, ist dankbar zu sein. Dankbarkeit als ernst gemeinte innere Haltung und nicht nur als äußerliches Lippenbekenntnis ist eine sehr starke Form, anderen etwas zu geben und sie wahrzunehmen. Dankbarkeit schafft Beziehung und Bindung. Tiefe Dankbarkeit geht immer einher mit Wertschätzung. Diese beiden Haltungen sind wie ein siamesisches Zwillingspaar, das nicht getrennt werden kann. Eine dankbare Haltung berührt, selbst wenn sie nicht sehr geschliffen ausgedrückt wird.

Wertschätzung bringt Unternehmenserfolg

Menschen wollen sich einsetzen und einen guten Beitrag leisten. Auch das ist ein menschliches Grundbedürfnis. Ein Unternehmer, der seine Mitarbeiter schätzt und deren Erfolge würdigt, schafft mit der Zeit eine Atmosphäre, in der gute Beziehungen und Engagement selbstverständlich sind. Das ist der leichteste Weg, Wertschöpfung zu praktizieren, den Krankenstand zu senken und den Erfolg aller zu mehren.

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Führung, 0 comments
Die dunkle Seite der Ethik

Die dunkle Seite der Ethik

Foto iStock.com: AKA_SANCHO

Ethisches Engagement ist nicht immer per se gut…

Kürzlich hörte ich von einem mittelständischen Unternehmer, der seine ethischen Werte sehr hoch hält. Er wollte alle seine Mitarbeiter auf diese ethischen Werte eichen und hatte sie deshalb vor einiger Zeit eine Erklärung unterschreiben lassen, in der sie sich zu deren Einhaltung verpflichten sollten, und zwar immer, überall und jederzeit.

Diese von den Mitarbeitern eigenhändig unterschriebenen Erklärungen zum Thema „Ethisches Engagement“ sind inzwischen vor allem in Konzernen in Bezug auf Ziele gang und gäbe und ein solches Vorgehen breitet sich immer weiter auch im Mittelstand aus.

Druck erzeugt Abwehr

Was dieser Unternehmer leider nicht mitbekam:

Seine „Zwangsverordnung“ löste bei den Mitarbeitern gemischte bis sehr unangenehme Gefühle aus, die diese sich aber nicht zu formulieren trauten. Sie bekamen durch diese erzwungene Erklärung zu dem täglichen Stress noch eine Schippe Druck obendrauf, denn eine eigenhändig unterschriebene Erklärung hat eine unterbewusste starke Wirkung (deshalb wird sie ja gefordert). Sie setzt starke eigene Erwartungen an deren Einhaltung, auch wenn das natürlich nicht immer klappt.

Um diesen Druck wieder zu reduzieren, nahmen die Mitarbeiter innerlich mehr Abstand.

Der Unternehmer erzeugte also mit der Begeisterung für seine eigenen ethischen Werte bei den Mitarbeitern eher Unlust und Widerstand. Solche Gefühle sind immer ein guter Nährboden für Dienst nach Vorschrift und innere Kündigung. Und damit für enorme finanzielle Einbußen und Umsatzschwierigkeiten.

Vielleicht kennst du das auch aus dem Privatleben. Jemand, der begeistert ist und andere Menschen unbedingt von etwas überzeugen möchte, bewirkt, dass die Menschen Abstand nehmen und einen Bogen machen. Denn niemand möchte „zwangsmissioniert“ werden.

Freiraum lassen

Im Unternehmen lässt sich Ethik nicht „verordnen“, ohne dass die „Patienten“ dabei das innere Feuer verlieren. Nicht jeder Mitarbeiter hat die gleichen Wünsche und Ziele und vielen sind hehre ethische Vorgaben schnurzpiepegal. Manch einer will vielleicht nur Geld verdienen, um seine Familie ernähren zu können (was übrigens auch eine hoch ethische Haltung ist).

Ethik und Werte leben durch „Vorleben“ und durch Freiraum. Zwangsverordnete Werte lösen genauso Widerstand aus wie ein Land, das seinen Einwohnern eine bestimmte Religion vorschreibt. Einige Einwohner werden sich innerlich abwenden, andere werden das Land verlassen. Wieder andere werden offen dagegen ankämpfen. Und nur wenige werden die neue Religion begeistert annehmen. Selbst wenn sie die besten Absichten hat.

Echte Motivation kommt von innen

Wenn andere Menschen das glauben und verfolgen dürfen, was sie möchten (sofern sie niemandem an Leib und Leben schaden natürlich), können sie ihre eigene intrinsische Motivation finden und sich ihr gemäß einsetzen. Und die ist es, die tatsächlich vorwärts treibt und täglich aufs Neue motiviert.

Eine von außen aufoktroyierte Motivation lässt die innere absterben und Lustlosigkeit folgen, wenn sie nicht zufällig genau mit der eigenen inneren Motivation zusammenpasst. Mitarbeiter motivieren wollen heißt, ihnen ihre eigene innere Motivation zu nehmen. Mitarbeiter zur ethischen Haltung per Unterschrift verpflichten zu wollen, heißt, Widerstand im Unternehmen zu erzeugen. Ein Unternehmer, der es ernst meint, muss auch selber zeigen, was ihm wichtig ist.

Ein cholerischer Chef, der einen ruhigen und gelassenen Umgang von seinen Mitarbeitern fordert, ist absurd. Ein Chef, der predigt, den Gürtel enger schnallen zu müssen, sich aber die eigenen Taschen prall voll macht, ist unglaubwürdig. Und so weiter.

Kennst du die folgende Geschichte über Gandhi? Eine Mutter kam mit ihrem kleinen Sohn zu ihm und bat ihn, dem Sohn zu sagen, dass er aufhören solle, Zucker zu essen, weil der auf seine Mutter nicht hörte. Gandhi hörte sich ihre Bitte an und schickte sie dann fort mit den Worten, sie solle in zwei Wochen wiederkommen. Als sie nach zwei Wochen mit ihrem Sohn wieder vor Gandhi stand, schaute der dem Kleinen fest in die Augen und sagte zu ihm: „Hör auf, Zucker zu essen!“ Verwundert fragte die Mutter Gandhi, wieso er das nicht schon vor zwei Wochen hatte sagen können. Da antwortete Gandhi: „Vor zwei Wochen habe ich selber noch Zucker gegessen.“

Das gute alte Vorbild

In diesem Sinne: zeig deinen Mitarbeitern im Unternehmen, was du dir wünschen, indem du es vormachst so weit als möglich. Und halten ethische Distanz, so dass jeder Einzelne, der mit dir zu tun hat, für sich entscheiden kann, ob er deine Werte attraktiv findet und ihnen folgen möchte oder nicht.

Das Gleiche gilt fürs Privatleben. Du kannst immer nur mit gutem Beispiel vorangehen und hoffen, dass andere folgen. Alles andere wäre übergriffig.

Also bleib locker und lasse andere anders sein als du… 😉

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Ethische Themen, Führung, 0 comments