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Eine Unternehmensübergabe ist nie nur rational

Eine Unternehmensübergabe ist nie nur rational

Oder: Wenn du innerlich nicht klar bist, kriegst du die Kuh nicht vom Eis

Eine Kundin war im Begriff, das Familienunternehmen endlich komplett zu übernehmen. Sie hatte bereits seit einigen Jahren in dem Betrieb mitgearbeitet. Nun wollte der Vater es ihr ganz überschreiben. Doch die Unternehmensübergabe gestaltete sich schwieriger als erwartet.

 

Wieder lautes Schimpfen quer über den Hof. „Herrje, die haben sich schon wieder in der Wolle“, denken die Mitarbeiter, ziehen die Köpfe ein und arbeiten bedrückt weiter.

Seitdem der Übergabeprozess begonnen hatte, war nichts mehr harmonisch. Der Altchef, Herr Kuhn war bereits weit übers Renteneintrittsalter hinaus und wollte sich endlich zur Ruhe setzen. Das sollte bei drei Kindern eigentlich auch kein Problem sein, hatte er immer gedacht.

Seine älteste Tochter, Frau Wolz, arbeitete bereits seit sieben Jahren in der Firma. Sein jüngerer Sohn war ebenfalls seit zwei Jahren mit an Bord. Die jüngste Tochter studierte Medizin und hatte kein Interesse am Familienunternehmen. Frau Wolz hatte sich seit Jahren schon innerlich darauf vorbereitet, eines Tages den Familienbetrieb mit 160 Mitarbeitern zu übernehmen.

 

Die rechtliche Seite der Unternehmensübergabe ist nur ein Bruchteil der Übernahme

Doch die Gespräche mit dem Rechtsanwalt und Steuerberater hakten immer wieder. Termine wurden nicht eingehalten und Vater und Tochter konnten sich über einige Punkte nicht einigen. Es war ein unsägliches Hin und Her. Die rechtlichen Dinge waren aufgrund der familiären Spannungen, die aus unerfindlichen Gründen seit dem Übergabeprozess aufgetaucht waren, noch immer nicht ganz unter Dach und Fach. Damit hatte Frau Wolz nicht gerechnet.

Der Vater kam seit der Übergabeverhandlungen sogar häufiger als früher ins Büro, um „nach dem Rechten zu sehen“. Und er ging auch so schnell nicht wieder, obwohl er sich eigentlich „nicht mehr einmischen wollte“. Im Gegenteil, er machte sogar die Mitarbeiter kirre.

Frau Wolz hatte Mühe, ihre Rolle als neue Chefin einzunehmen, denn der Vater widersprach ihr immer wieder, und die Mitarbeiter waren es noch gewohnt, auf ihn zu hören. Und auch der Bruder wollte sich von der Schwester „nichts vorschreiben lassen“ und reagierte zunehmend empfindlich auf Anweisungen, die sie als Chefin gab.

Das kostete alle Beteiligten enorm viel Energie und spaltete sogar allmählich die Belegschaft, die nicht mehr wusste, an wem sie sich orientieren sollte.

In ihrer Verzweiflung rief die Tochter mich an.

 

Rollenkonflikte gehören dazu

Bei einer Übernahme im Familienbetrieb geraten immer verschiedene Rollen und Rangfolgen miteinander in Konflikt. Diese bringen Verwirrung im Geist und sind emotional sehr anstrengend.

Die Eltern stehen in der Rangfolge über den Kindern.

Genauso wie frühere Firmenchefs oder Firmengründer rangmäßig über den Nachfolgern stehen.

Der aktuelle Firmenchef steht in der Rangfolge über den fest angestellten sowie über den freien Mitarbeitern. Aber nicht gegenüber dem früheren Firmenchef, obgleich er ihm gegenüber seit Übernahme weisungsbefugt ist, sofern der frühere Firmenchef noch weiter in der Firma mitarbeitet. Diese Situation ist besonders schwierig zu bewerkstelligen.

Dabei entstehen oft Widersprüche innerhalb einer Person, die sich nur durch bewusste Würdigung auflösen und lebbar machen lassen. Wenn die unterschiedlichen Rollen nicht beachtet werden, kann das eine Übernahme sogar zum Scheitern bringen.

 

Nachfolge erfordert emotionale Klarheit

Es standen so viele Fettnäpfchen rechts und links am Weg, von deren Existenz Frau Wolz bislang nichts geahnt hatte. Sie hätte beinahe die Lust verloren, den Betrieb weiterzuführen.

Sie fühlte sich von ihrem Vater kontrolliert und gegängelt. Doch bisher hatte sie es nicht übers Herz gebracht, dem eigenen Vater zu sagen, dass er nicht mehr täglich in die Firma kommen sollte. Sie wusste, dass er noch nicht wirklich loslassen konnte, denn er wollte noch nicht zum alten Eisen gehören. Das spürte Frau Wolz genau.

Auch dem kleinen Bruder gegenüber, den Frau Wolz ihr Leben lang beschützt und verteidigt hatte, konnte sie nicht wirklich als Chefin gegenübertreten, denn als Schwester kannte sie nur das innere Programm, ihn beschützen zu müssen. Sie hätte die Rolle der Schwester im Unternehmen bewusst ablegen müssen, um in die Rolle der Chefin zu schlüpfen.

 

Die Sicht der Tochter

Ich arbeitete zuerst mit der Tochter, Frau Wolz. Es zeigte sich, dass sie extrem genervt war vom Vater, der täglich durch die Firma spazierte und ihre Autorität als Chefin torpedierte. Trotzdem konnte sie ihm das nicht verwehren, da er auch ihr Vater war. Sie fühlte sich wie in einer Zwangsjacke und wusste nicht, wie sie da aussteigen konnte.

 

Die Sicht des Vaters

Dem Vater war nicht bewusst, wie schwer er es seiner Tochter machte, in ihre neue Rolle als Chefin hineinzufinden. Er hatte Angst loszulassen und die Verantwortung abzugeben. Obwohl er sich das gleichzeitig auch sehr wünschte. Unterschwellig fürchtete er aber, nicht mehr gebraucht zu werden, was ihn enorm verunsicherte und in ein tiefes emotionales Loch zu stürzen drohte. Er wollte seiner Tochter das Feld räumen, doch es gelang ihm nicht, denn es herrschte ein enormes Gefühlschaos in ihm. Er hatte sein ganzes Leben in dieses Unternehmen gesteckt.

 

Die Sicht der Mitarbeiter

Die Mitarbeiter waren hin und her gerissen und wussten nicht mehr, wem sie folgen sollten. Sie spürten die Aggressionen, die im Untergrund schwelten. Die Stimmung war gereizt und sie durften sich wenig Fehler erlauben, wollten sie nicht eine Explosion verursachen. Außerdem verunsicherte sie enorm, dass sie nun von zwei Leuten Anweisungen bekamen, die sich teilweise wiedersprachen. Allmählich machte sich eine ziemlich gereizte Stimmung breit.

 

Die Sicht auf das Gesamtsystem

Sobald man hinter die vordergründigen Aktionen schaut, zeigt sich ein konfliktreiches Rollenkonglomerat.

Der Vater war kurz nach dem Krieg geboren worden und hatte noch enorm viel Leid miterlebt. Und da er wiederum seinen Vater, den Großvater von Frau Wolz, im Krieg verloren hatte, war ein Teil seines Herzens in der Trauer um ihn hängengeblieben. Er trug ein unbestimmtes Gefühl in sich, nicht unbeschwert leben zu können. Aus diesem Grund hatte er seine gesamte Zeit und Energie in den Aufbau dieser Firma gesteckt. Er hatte seine persönlichen Wünsche zurückgestellt und sich für die Firma und für das Auskommen seiner Familie aufgeopfert. Doch ohne diese Firma war nun sein Halt und Lebenssinn weg, was zur Folge hatte, dass der alte unbestimmte Schmerz mit voller Wucht wieder hochkam. Obgleich ihm die Ursache dieses Schmerzes nicht bewusst war, stürzte er Herrn Kuhn in existenzielle Fragen, die ihn an den Rand einer Depression brachten: Wozu war er hier? Wozu war er noch nütze?

Die Tochter hatte immer gespürt, dass der Vater etwas Schweres, Belastendes mit sich trug. Aus diesem Grund hatte sie sich ihr Leben lang um den Vater gekümmert. Das war ihr gar nicht bewusst, und doch tat sie es. Und als Erstgeborene kümmerte sie sich auch um die jüngeren Geschwister, für die sie immer Verantwortung mit übernommen hatte.

 

Eine Unternehmensübergabe spricht immer tiefste Strukturen an

Die innere Stabilität, die sich über viele Jahre in einem System herausgebildet hat, wird in einem Übergabeprozess immer komplett umgehauen und – im besten Falle – neu definiert und geordnet. Doch das geht meistens nicht ohne Hilfe von außen. Ein neutraler Blick mit innerer Distanz bringt die tiefen Dynamiken eines solchen Prozesses ans Licht. Ganz besonders ist das so in Familienbetrieben, wo besonders viele unterschiedliche Rollen gleichzeitig berührt werden und in Bewegung kommen. Jeder Rollenwechsel – zum Beispiel von der Tochter und Angestellten zur Chefin – betrifft immer die ganze Familie.

Wie kann sich die Tochter als Chefin fühlen, wenn sie zugleich die Tochter des früheren Chefs ist? Oder wenn sie den Vater unterstützen will, damit er innerlich stabil bleibt? Wie kann sie ihn nach Hause schicken, weil er die Übernahme stört, wenn sie gleichzeitig seine innere Not fühlt und ihn halten will?

Ähnliche Konflikte können aber auch entstehen, wenn ein „Fremder“ ein Unternehmen übernimmt. Auch dann werden tiefe Strukturen angesprochen, sie sind jedoch meistens nicht so komplex wie in einer Unternehmerfamilie. Doch in einer außerfamiliären Übernahme ist die gegenseitige Akzeptanz von „schrulligen“ Verhaltensweisen dafür meist viel niederschwelliger.

 

Die Liebe im Familiensystem braucht Ausdruck

Es ging nach den rechtlichen Dingen in der Firma nun vor allem darum, auch das familiäre Miteinander neu zu gestalten und zu entspannen. Es kam darauf an, inneren Frieden bei den Beteiligten zu schaffen. Zunächst war es wichtig, die verschiedenen Rollen bewusst zu besprechen. Jeder Beteiligte brauchte in jeder seiner Rollen Achtung und Zustimmung, damit er sie auch gut ausfüllen konnte.

 

Die Lösung ist am Ende immer einfach

Es hilft, Bewusstsein zu schaffen, anzuerkennen, was ist, und es zu würdigen. Jeder für sich, in jeder Rolle. Erst die Klarheit über die eigenen Facetten und die verschiedenen Rollen sowie deren innere Zusammenhänge bringen klare Lösungen ans Licht. Diese Lösungen sind fühlbar. Sie fühlen sich leicht und entspannt an. Und wenn innerlich Frieden eingekehrt ist, dann flutscht auch die Übergabe. Innerhalb der nächsten Wochen war diese dann auch in trockenen Tüchern.

Frau Wolz konnte schließlich zu ihrem Vater schließlich sagen: „Du bist mein Vater, und ich achte dich als meinen Vater, genauso wie ich dich als Firmengründer achte. Und aus Dankbarkeit dir gegenüber wende ich mich nun meinen neuen Aufgaben zu und führe die Firma dir zu Ehren in alleiniger Verantwortung weiter, so gut ich es kann.“

Und zum Bruder sagte sie: „Du bist mein kleiner Bruder, und ich werde immer deine große Schwester sein. Nur als Chefin gebe ich dir notwendige Anweisungen. Und das ändert nicht das Geringste an meiner Liebe zu dir als Schwester. “

Der Vater konnte durch die Berührung mit dem frühen Verlust seine Trauer erkennen und in Frieden kommen. Er fand – obgleich er in fortgeschrittenem Alter war – noch eine innere Stabilität, die er so bisher nie erfahren hatte. Das machte es ihm leichter, loszulassen.

 

Weitere Begleitung ist wichtig

In der Folgezeit begleitete ich den Prozess der Unternehmensübergabe weiter, um die neuen Rollen von Vater und Tochter zu stabilisieren. Außerdem wurde im nächsten Schritt wichtig, auch die Mitarbeiter in den Blick zu nehmen. Eine Übergabe bringt immer Unruhe und Verunsicherung in die Belegschaft. Wenn diese Emotionen nicht aufgedeckt und beantwortet werden, können sie eine gefährliche Eigendynamik entwickeln.

 

Auch die Mitarbeiter sind Teil des Systems

Eine psychische Gefährdungsbeurteilung brachte die Verunsicherung und Überforderung, die während der Unternehmensübergabe entstanden war, ans Licht. Wir konnten dann Maßnahmen formulieren und einsetzen, um Sicherheit und Stabilität zurückzubringen und den Übergabestress zu reduzieren. Dazu etablierten wir unter anderem ein längerfristiges Gesprächsangebot in Form von Stundenkontingenten für die Mitarbeiter. Dadurch konnten wir Ruhe reinbringen, wo die Unsicherheit Stress ausgelöst hatte. Das alte neue Unternehmen stabilisierte sich dadurch zusehends und nahm gute Fahrt auf. Neue Strukturen und Gewohnheiten festigten sich und brachten Zufriedenheit und Erfolg mit sich.

Solche Nachfolgeprozesse sind immer vielschichtig. Oftmals ist den Beteiligten gar nicht bewusst, welche inneren Positionen und Gefühle beteiligt sind. Deshalb ist es hilfreich, frühzeitig einen Berater einzubeziehen, der sich im emotionalen Management wirklich und in der Tiefe auskennt.

 

Hier kannst du dich weiter informieren!

Hanne Demel

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Mindguide – der hilfreiche Führer im Geist

Mindguide – der hilfreiche Führer im Geist

Was ist eigentlich ein „Mindguide“

„Mind“ steht für „Geist“, also das Mentale in uns. Guide ist der Führer. Wenn du einen guten Führer für deinem eigenen Geist hast, kann er dir helfen, für dich persönlich schwierige Situationen zu lösen. Sicher hast du schon Menschen getroffen, die sich selber sehr gut im Griff haben, oder? Was glaubst du, woran das liegt? Und wie geht das?

Ohne Aufmerksamkeit ist alles nix…

Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zur Veränderung. Dein Gehirn kann immer nur kleine Ausschnitte dessen aufnehmen, was „da draußen“ passiert. Das ist so, als wenn ein Stroboskop Lichtblitze tackert und dabei immer nur Bruchteile einer Bewegung beleuchtet.

Dabei entstehen Lücken im Gehirn

Naja, sagen wir mal lieber, Lücken in der Wahrnehmung. Es gibt keinen Nonstop-Input, damit wäre deine Reizverarbeitung heillos überfordert.

Diese Lücken bemerkst du aber nicht, denn dein Gehirn ergänzt sie mit deinen schon vorhandenen Erfahrungen. Deine aktuelle Wahrnehmung wird also auch von intern gespeist. Dabei füllt dein Gehirn die Lücken einfach auf. So erlebst du einen kontinuierlichen Ablauf, der sich seeeehr real anfühlt.

Doch genau durch diese internen Ergänzungen kann es passieren, dass zwei unterschiedliche Menschen ein und dieselbe Situation völlig unterschiedlich wahrnehmen. Und sich dann zu streiten beginnen. Du siehst, worauf das hinausläuft? Es gibt kein absolutes Recht haben. Alles hängt von deiner Aufmerksamkeit ab. Und von deinen Vorerfahrungen, die du im „limbischen System“ deines Gehirns abgespeichert hast.

So war’s zum Beispiel auch bei Karl und Gustav…

Es war ein regnerischer Tag mit dunklen Wolken. Die rissen jedoch immer wieder auf und dann brach die strahlend helle Sonne durch. Der Tag war also gleichermaßen regnerisch wie sonnig.

Zwei Brüder, Karl und Gustav saßen im Zimmer und waren sehr vertieft in ihre Bücher. Sie schauten beide immer wieder mal aus dem Fenster, um die Augen zu entspannen. Doch in unterschiedlichen Momenten.

Karl sah dabei häufiger, wie die Sonne strahlend hell durch die Wolken brach und alles hell erleuchtet. Er hätte das Buch beinahe weggelegt und wäre nach draußen gelaufen. Tat er aber nicht.

Gustav aber sah öfter die trübe dunkle Wetterlage und den leichten Regenschauer. Gustav fröstelte und war froh, nicht vor die Tür zu müssen. Er blieb sehr gern in der warmen Bude.

Am nächsten Tag bedauerte Karl, dass er an diesem herrlichen Sonnentag nicht rausgegangen war. Gustav jedoch erwiderte, dass dieser trübe Regentag ja wohl sch… gewesen wäre. Er wäre froh, gewesen nicht vor die Tür zu müssen.

Und so gab eins das andere. Sie kamen in Streit. Warum? Weil jeder seine Wahrnehmung mit der ihm an der wahrscheinlichsten erscheinenden Annahme ergänzt hatte. Und jeder dachte, er hätte Recht. Wie das bei Brüdern halt manchmal so ist…

Warum also ist ein Mindguide hilfreich

Es kommt immer darauf an, welcher Reiz im Gehirn ankommt und wie er intern bewertet und ergänzt wird. Und genau da setzt ein Mindguide an. Er lenkt deine Aufmerksamkeit auf die Punkte in deinem Leben, die dein Handeln und dein Lebensgefühl verändern können. Er hilft dir, deine Wahrnehmung mit positiven Momenten und Erfahrungen zu ergänzen. Er führt dich raus aus einem Teufelskreis, denn:

  1. Deine Wahrnehmung erzeugt deine Gedanken.
  2. Deine Gedanken erzeugen deine Gefühle.
  3. Deine Gefühle lenken dein Handeln.
  4. Dein Handeln erzeugt Resonanz im Außen.
  5. Diese Resonanz nimmst du wieder wahr…

Nur du allein kannst das durchbrechen, indem du deine Aufmerksamkeit lenkst. Der Mindguide hilft dir beim Lenken, denn er zeigt mit dem Finger auf das, was entscheidend deine Wahrnehmung prägt.

Im Grunde hast du es jederzeit in der Hand, ob du dich gut oder schlecht fühlst. Ob du in einen Streit einsteigst oder nicht. Ob du misstrauisch wirst oder nicht.

Selbst wenn du einen Anlass hättest, in die Luft zu gehen, könntest du dennoch auf viele verschiedene Weisen reagieren.

Reiz und Reaktion sind zwei Paar Schuhe

Anlass ist der Außenreiz. Die Reaktion aber findet in dir statt. Tief in deinem Inneren entscheidet dein Unterbewusstsein, wie du reagierst. Das merkst du gar nicht.

Das Gesetz des Stärkeren

Es herrscht im Unterbewusstsein. Und stärker ist immer das, was unangenehme Gefühle in dir auslöst. Solche Erfahrungen werden umso intensiver gespeichert. Das dient der Prävention, denn daraus bastelt dein System Überlebensmechanismen. Die steuern von da an dein Verhalten, selbst wenn die Situation gar nicht so bedrohlich ist wie die ursprüngliche. In der Regel ist dir aber nicht bewusst, dass du gerade „alte“ Verhaltensmuster abrufst.

Wenn dich zum Beispiel jemand anschreit, ziehst du unwillkürlich den Kopf ein und wirst still. Oder du baust dich auf und schreist sofort zurück. Je nachdem, wie du das früher bereits getan hast. Deine Reaktion gehört zu deinem Überlebensmuster. Es wird durch das Schreien angetriggert. Du rufst dieses Verhalten ab, ohne über das „Warum“ nachzudenken.

Das Frühwarnsystem im Gehirn

Entscheidend für deine Reaktionen ist das limbische System. Es gleicht ununterbrochen die Außenreize, die bei dir ankommen, mit deinen früheren Erfahrungen ab. Ähnelt sich etwas, schlägt es sofort Alarm. Und befeuert damit die instinktiven Reaktionen.

Es ist also eine Art Frühwarnsystem, das blitzschnell reagiert. Du benutzt dabei alte Überlebensmuster. Die sind oftmals aber nicht die besten Reaktionsmuster für die aktuelle Situation.

Automatismen sind nicht das Gelbe vom Ei

Doch um an diesen Automatismen etwas zu verändern, brauchst du Aufmerksamkeit. Du musst beobachten, was passiert. Du brauchst innere Distanz zu den Dingen. Diese innere Distanz schenkt dir nämlich auch Zeit. Und Zeit ist in diesem Fall enorm wertvoll. Nun kannst du NACHDENKEN und deine Reaktionen überdenken und anpassen. Das geschieht in einem völlig anderen Teil deines Gehirns. Nur dort kommst du aus deinen Reflexen heraus und kannst Neues ausprobieren und lernen. Du kannst bewusst überlegen, welches Verhalten dir aktuell den größten Gewinn bringt. Du kannst bewusst dein Überleben sichern, ohne dass das deine antrainierten Reflexe übernehmen müssen.

Emotionen sind nett, wenn du sie hast, aber nicht, wenn sie dich haben

Wenn du so deinen Geist lenken lernst, gewinnst du eine unglaublich große Bandbreite an Verhaltensmöglichkeiten. Vor allem kommst du in die Lage, deine Emotionen zu steuern.

Die innerliche Distanz zu all dem, was geschieht, ist keine Entfremdung oder Gleichgültigkeit. Sie entsteht einfach dadurch, dass du dich selber beobachtest und reflektierst.

Das Timing entscheidet

Mit der Zeit kannst du immer früher regulierend eingreifen. Ohne innere Distanz überrollt dich deine Wahrnehmung und du reagierst wie ein Ertrinkender, der im Wasser um sich schlägt. Ein versierter Schwimmer hingegen weiß, wo Strömungen auf ihn lauern, die ihn mitreißen könnten, wann er paddeln muss und wann er sich treiben lassen sollte.

Versteh mich bitte nicht falsch, auch die unbewussten reflexhaften Reaktionen haben ihre Daseinsberechtigung und sind in Notsituationen höchst sinnvoll. Doch in der Regel nicht in sozialen Interaktionen und in emotionalen Situationen.

Ein Mindguide hilft dir, diese innere Distanz zu finden. Er hilft dir vor allem, an den richtigen Stellen achtsam zu sein. Diese Achtsamkeit entwickelt sich nicht von allein. Sie braucht stetige Erinnerungshilfen. Der Mindguide gibt dir diese Erinnerungshilfen. Er lenkt dein Augenmerk auf die Stellen in deinem Leben, die für Entwicklung und Veränderung entscheidend sind. Mit ihm bekommst du regelmäßige Impulse, die dir eine Spur legen, in der du sicher entlanggehen kannst.

Willst du einen Mindguide?

Wenn du Interesse hast, dann schau dich auch hier mal um und melde dich für ein kostenfreies Erstgespräch. Wir eruieren deinen persönlichen Mindguide und legen die Spur. Und dann kann’s losgehen. Ich unterstütze dich und gehe wöchentlich mit dir den nächsten Schritt.

Posted by Hanne Demel in Persönlichkeitsentwicklung, 0 comments
Wie wirken sich starke Emotionen auf deine Entscheidungen aus

Wie wirken sich starke Emotionen auf deine Entscheidungen aus

Foto Pixabay: Activedia

Starke Emotionen haben eine große Wirkung in deinem Geist 

  • Was passiert in dir, wenn du in starken Emotionen haften bleibst?
  • Wie kannst du da gegensteuern?
  • Wie kannst du deine Entscheidungen auf einer ethischen Basis treffen, die allen nützt?

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Hier findest du mehr Infos dazu.

Posted by Hanne Demel in Ethische Themen, 2 comments
Die eigene Wut loswerden in drei Schritten

Die eigene Wut loswerden in drei Schritten

Foto Pixabay: SauLustig

Wegdrücken oder ausleben?

Neulich hatte ich mal wieder so einen Tag, an dem nichts so gelaufen ist, wie es sollte. Sogar mein PC hat gesponnen. Ich hab immer wieder mal gehört, der PC schwingt mit der Person, die vor ihm sitzt… angeblich! Aber das nur nebenbei, denn um die IT soll’s hier nicht gehen.

Die Suche nach dem Schuldigen…

Na, jedenfalls lag es nahe, jemandem die Schuld zu geben. Mir fiel auch prompt jemand ein. Der kam mir gerade Recht.
Dabei war der nicht mal persönlich anwesend, aber er kam mir in den Sinn und ab da regte ich mich über ihn auf.

Besonders hilfreich war das nicht. Vor allem hat es mich nicht erleichtert, sondern mich immer weiter sauer gemacht.

Hätte ich mal lieber den 40 Grad draußen die Schuld gegeben…

Wie also kann ich nun meine Wut loswerden…

… und zwar ohne sie wegzudrücken, denn man hört ja immer wieder, das sei ungesund ;-)? Ich wollte mich aber auch nicht davon beherrschen lassen! Denn das bringt ja erst recht nichts.

Also dachte ich mir, ich nehme am besten den mittleren Weg, denn der wird in allen buddhistischen Lehren empfohlen. Aber wie geht der? Sollte ich jetzt nur noch ein bisschen sauer sein? Mich nur ein bisschen ärgern? Nee, das kann’s ja nun auch nicht sein.

Was wäre in diesem Fall menschlich und zugleich sozialverträglich?

Also besser wär’s, ich hätte für den anderen Mitgefühl anstatt mich zu ärgern. Tja, aber was ist, wenn das nicht funktioniert? Vielleicht denke ich ja noch, Mitgefühl wär schon gut, aber in Wahrheit bin ich stinksauer und werde das auch nicht los? Soll ich’s einfach runterschlucken und mir ein Magengeschwür einhandeln?

Wenn du die Wut nicht umwandeln kannst, bedeutet das, dass gerade dein Selbstschutz aktiv ist. Der macht dich dicht und verhärtet deine Gefühle. Ich kenne Leute, die von sich behaupten, dass sie kaum Empathie und Mitgefühl für andere empfinden können. Aber wenn man sie genauer beobachtet, haben sie Unmengen davon. Sie spüren’s bloß nicht. Aus Selbstschutz, weil sie sonst nämlich ihr letztes Hemd hergeben würden. Sie würden sich sogar komplett aufopfern. Also dann lieber gar nicht, oder?

Was also tun…

…wenn du negative Gefühle nicht einfach wegatmen kannst? Wenn du keinen anderen Blickwinkel findest, der dir mehr Ruhe bringt? Wenn’s einfach weiter bohrt und kocht? Dann braucht es etwas anderes:

Empathie und Mitgefühl für dich selbst!

Erst wenn du dich selbst empathisch anschaust und Mitgefühl mit dir hast, kann dein Selbstschutz wieder aufweichen. Und erst danach kannst du auch mal wieder für jemand anderen Mitgefühl aufbringen.

Empathie und Mitgefühl kann man trainieren…

denn sie sind wie Muskeln – je öfter du sie aktivierst, umso stärker werden sie.

„Mitgefühl für mich selber – das kann ich nicht!“ höre ich immer wieder. Aber ich kann dir helfen, das zu entwickeln. Es lohnt sich enorm. Je öfter du dich selbst empathisch einbeziehst und dich mit Mitgefühl anschaust, umso stabiler wirst du. Und umso entspannter. Umso sicherer. Umso ruhiger. Und umso mehr kannst du auch andere mit Mitgefühl anschauen. Das ist ganz schön attraktiv, oder?

Also melde dich, wenn ich dich dabei unterstützen darf.

Ruf an: 0931 – 2 90 71

Hanne Demel

Posted by Hanne Demel in Persönlichkeitsentwicklung, 0 comments
Wachstum: von der Stagnation in die Vorwärtsenergie

Wachstum: von der Stagnation in die Vorwärtsenergie

Stagnation – Ansporn zu Wachstum und Weiterentwicklung:

Kennst du das Gefühl, wenn nichts vorwärts geht und du trotz Bemühen kaum nennenswerten Erfolg hast? Du wünscht dir Wachstum, doch es fehlt an Ideen und Inspiration. Die tägliche Arbeit erschöpft und langweilt dich gleichermaßen. Es entsteht Frust und Lustlosigkeit.

Eine solche Zeit ist bestens geeignet, um ganz genau hinzuschauen, was sich verändern möchte, soll und darf…

In der Stagnation steckt enorme Antriebskraft. Es braucht nur den richtigen Ansatzpunkt.

 

Aktive Geduld, um Wachstum anzustoßen: 5 Schritte der Tatkraft

  1. Stagnation ist das Gegenteil von Vorwärtsenergie und Wachstum. Bleib bewusst am Thema und beobachte dich. Weiche der Situation nicht aus. Verschaffe dir Klarheit darüber, was genau dich aufhält. Lass dich dabei unterstützen.
  2. Bleib neugierig. Stell den Zähler auf Null. Was wäre, wenn du heute ganz von vorn anfangen könntest. Was würdest du mit Freude beibehalten, was nicht?
  3. Übe dich im Vertrauen. Vertrauen ist eine aktive Angelegenheit, um die man sich täglich bemühen darf. Manche Dinge brauchen Zeit, um sich zu entfalten. Und manchmal ist es auch sinnvoll, sich jemandem anzuvertrauen, um neue Blickwinkel zu erarbeiten.
  4. Lass die Kontrolle einmal komplett los. Vielleicht kontrollierst du dein eigenes Körpergewicht, wenn du sehr diszipliniert bist. Oder deine Stimmung, wenn du deinen Geist zu kontrollieren gelernt hast. Aber – Hand aufs Herz – was lässt sich sonst noch wirklich kontrollieren? Suche lieber nach dem Schwimmreifen, der dich sicher über Wasser hält und dir Hilfestellung gibt, während du dich mitten in den Fluss stürzt (bitte nicht im depressiven Sinne…) und dich vom Wasser tragen lässt. Abstand zu sich selber, eine Portion Selbstironie und vor allem Humor ist übrigens der beste Schwimmreifen… (neben einem guten Coach natürlich…;-))
  5. Lerne so viel wie möglich aus der Situation. Öffne dich der Situation voll und ganz. Geh doch einfach mal davon aus, dass die Tatsachen freundlich sind, auch wenn’s schwer fällt, weil dir gerade alles grauslich erscheint. Denn nur dann schenkt die aktuelle Situation die Erfahrungen, die du später nutzen kannst. Gerade diese Erfahrungen sind es, die dir später umso mehr Seelenfrieden und zuguterletzt auch Erfolg schenken.

 

Wie löse ich Stagnation auf und komme in die Vorwärtsenergie

  • Prüfen ganz genau, was dich langweilt. Erlaube dir für einen Moment, Pläne ohne Begrenzung zu schmieden. Was würde dir wirklich Spaß machen?
  • Suchen nach einer Herausforderung, die dein Herz höher schlagen lässt – in positivem Sinne.
  • Mache Pausen!!! Nur dann kann sich Neues entwickeln.
  • Nur für das, was dir Freude bereitet, stellt dein Unterbewusstsein auch die Energie bereit.

Wenn du dir noch nicht im Klaren bist, wo der Haken ist, lass dich mit einem Coaching unterstützen. Systemische Aufstellungen bringen da sehr schnell Klarheit.

 

Auch der Körper zeigt unterbewusste Veränderungswünsche

  • Beobachte deine eigenen Körperbewegungen. Sind die Bewegungen geschmeidig und rund oder gibt es Schwierigkeiten im Bewegungsablauf oder sogar Schmerzen?
  • Vergleiche die Stellen, die „unrund“ laufen, mit deiner mentalen Verfassung. Hakt es irgendwo im Bein? Beim Vorwärtsgehen? Hast du Schmerzen in der Hüfte? In den Knien?
  • Vielleicht machst du zu große Schritte. Mental könnte das bedeuten, dass du sehr viel – vielleicht zu viel von dir verlangst. Zu viel Schnelligkeit, zu viel Können, zu viel Perfektion?
  • Hast du Schmerzen in den Armen oder Schultern? Hältst du dich vielleicht zu sehr zurück? Verpasst du gute Gelegenheiten, weil du nicht zugreifst und dich stattdessen immer wieder ausbremsen lässt?
  • Hast du einen steifen Nacken? Fällt es dir schwer, flexibel zu sein, dich an Gegebenheiten anzupassen? Hast du die Dinge lieber unter Kontrolle?

Auf diese Weise kannst du deinen ganzen Körper betrachten. Er zeigt eins zu eins, wo es hängt und wo du noch Potenzial hast, das sich entfalten möchte.

Also: Bleib geschmeidig, sowohl mental als auch körperlich! ?

Hanne Demel

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