Warum kann Mitgefühl ein so ungeheurer Schutzfaktor sein – sowohl für denjenigen, für den du Mitgefühl empfindest als auch für dich selber? Was denkst du? Mitgefühl und Empathie entstehen nur dann, wenn du in die Beobachterrolle gehst. Wenn du dich nicht reinziehen lässt sondern innerlich Distanz bewahrst. Und Distanz ist wiederum der Nährboden für gelassenes Handeln und Fühlen.

Was passiert, wenn du KEIN Mitgefühl hast:

 

1. Dir fehlt die innere Distanz.

Ohne Mitgefühl nimmst du das, was dein Gegenüber sagt, meistens sehr persönlich. Du hast keine innere Distanz. Du fühlst dich in deiner Persönlichkeit verletzt und produzierst entsprechende Gefühle. Versteh mich bitte nicht falsch: es ist wichtig, dem anderen zu sagen, wenn er Bockmist redet und sich verletzend verhält. Aber sich über längere Zeit verletzt zu FÜHLEN ist eigentlich nicht unbedingt notwendig dafür.

Sobald du dich verletzt FÜHLST, brauchst du mehr inneren Abstand. Denn dann fällt es dir leichter gelassen zu bleiben. Deine Selbstschutzmechanismen springen dann nicht automatisch an und du kannst bewusst entscheiden, wie du reagieren willst.

 

2. Du reagierst ungesund.

Stell dir mal vor, ein Mitarbeiter haut dir irgendwas vor den Latz, weil er gerade gereizt und schlecht gelaunt ist. Du bist augenblicklich stinksauer. Dein Blutdruck schießt nach oben und du fühlst dich beleidigt. Das verhärtet deine Gesichtsmuskeln, was auf Dauer dein Empfinden von Freude beeinträchtigt. Oder du versuchst deinen Ärger runterzuschlucken und kriegst davon ein Magengeschwür. Klingt alles nicht gerade gesund, oder? Mit solchen Reaktionen schränkst du außerdem deine Möglichkeiten zur Deeskalation massiv ein.

 

3. Du verstärkst Konflikte.

Wenn ein Konflikt auftritt, reagierst du instinktiv. Statt emotionalem Management entstehen emotionale Reflexe. Frühere Erfahrungen werden angetriggert und du feuerst entsprechend deiner alten Überlebensmuster. Doch die sind im aktuellen Fall nicht immer die hilfreichsten.

So setzt deine spontane Reaktion vielleicht eine negative Spirale in Gang, die du so schnell nicht wieder stoppen kannst. Das Fatale an solchen Negativspiralen ist, dass sie Konflikte immer weiter verstärken. Das kann bis zu einem Punkt gehen, von dem aus du nicht mehr zurück kannst. Daran sind schon Beziehungen zerbrochen, die nicht hätten zerbrechen müssen. Und Konflikte in Betrieben entstanden, die – hätte man die Spirale früher unterbrochen – niemals so zerstörerisch geworden wären.

Wenn persönlicher Stolz verletzt wird, ist es für manche Menschen unmöglich, auch nur einen Schritt zurückzurudern. Sie produzieren lieber noch mehr Scherben als „zu verlieren“. Damit schneiden sie sich quasi noch tiefer ins eigene Fleisch anstatt zu deeskalieren. Das ist leider das Gegenteil von Mitgefühl.

 

4. Du erzeugst negative Folgen für dein Unternehmen

Wenn du ohne Mitgefühl und Empathie agierst, erzeugst du in deinem Unternehmen Stress. Das zieht mit der Zeit innere Kündigung, Rückzug, Dienst nach Vorschrift, Krankheitsausfälle und reale Kündigungen nach sich. Wenn Mitarbeiter Konflikte mit dir haben, können sie in der Regel nur auf indirekte Weise reagieren. Das liegt daran, dass du der Ranghöhere bist und sie mit dir nicht ganz auf Augenhöhe und in gleicher Weise antworten können. Du bist schließlich der Chef. Also halten sie sich entsprechend zurück mit dem Ergebnis, dass die Konflikte aus sämtlichen anderen Löchern pfeifen und deine Wertschöpfung massiv beeinträchtigen.

 

Fazit: ungebremste instinkthafte emotionale Reaktionen ohne Empathie und Mitgefühl stören und mindern deine Wertschöpfung.

 

Was passiert im Geist von jemandem, der sich negativ verhält und wenig Mitgefühl hat

Der eigene Geist ist immer wach und präsent. Er speichert alles, was er wahrnimmt, egal wer etwas tut. Er ist wie weicher Ton, der alles, was ihn berührt, wieder zeigt.

Wenn man sich negativ verhält, dann speichert der Geist diesen negativen Ausdruck. Er sammelt somit weitere Negativität an und erzeugt mit der Zeit ein gewaltiges negatives Bild in sich selber, das sich immer weiter reproduziert.

Das, was im Geist gespeichert ist, spiegelt sich im Leben wider. In den Erwartungen, in der Haltung und im ganzen Erleben. Negativität reproduziert sich damit selbst erneut.

Mit anderen Worten: Du baust dir selbst die Brille, durch die du deine Welt wahrnimmst. Ist in dir viel Negativität und wenig Mitgefühl, dann nimmst du die Welt auch als bedrohlich, kalt und unsicher wahr. Hast du Mitgefühl, dann erlebst du innere Stabilität, Ruhe und Freude.

 

Ein Beispiel dazu:

Wenn du immer wieder wütend bist, wirst du fortwährend auf Wut treffen oder sie selbst in dir erzeugen, denn dein Geist hat viele Wuteindrücke gespeichert. Das wird zur Gewohnheit. Du wirst dann tausend Gründe finden, warum du wütend wirst. Die müssen nicht unbedingt der „Wahrheit“ entsprechen, doch du glaubst daran. Und Du erwartest den gleichen Geist bei anderen. Du denkst – ohne darüber zu reflektieren – dass andere auch wütend sind, dich angreifen wollen etc. Du hast dann sehr schnell das Gefühl, dich verteidigen und rechtfertigen zu müssen, obwohl du das vielleicht gar nicht musst. Du erlebst die Welt als Kampf.

 

Ein anderes Beispiel:

Wenn du immer wieder sehr ehrgeizig und streng mit dir und/oder mit anderen umgehst, dann speicherst du in deinem Geist Strenge, Vergleich und Urteil. Du wirst dich selbst also auch immer wieder vergleichen und beurteilen oder zumindest beurteilt fühlen. Denn das entspricht deinen inneren Mustern. Du verstärkst mit der Zeit diese Urteile, indem du sie immer wieder wiederholst. Damit erzeugst du sehr viel Druck in dir und du erlebst die Welt eng und bedrohlich.

 

Warum Mitgefühl zu haben eigentlich gar nicht so schwer ist

Bedenke: Alles, was du tust, erzeugt eine Resonanz in der Welt und wird wieder zur Ursache von etwas anderem, das du erlebst. Wenn jemand negative Ursachen setzt, wird er negative Resultate bekommen. Früher oder später. Wenn du also jemanden beobachtest, der sich negativ verhält, könntest du dich im Grunde einfach zurücklehnen und abwarten. Du brauchst vielleicht einen längeren Atem, doch keinen eigenen Holzhammer. Die Suppe, die derjenige sich da gerade braut, wird er schon irgendwann wieder auslöffeln müssen. So wie jeder andere auch.

Wenn du aus diesem Blickwinkel zuschaust, siehst du, wie derjenige gerade sein eigenes künftiges Leiden erzeugt. Denn je ätzender sich jemand verhält, umso mehr wird er daran leiden. Und umso größer könnte deshalb auch dein Mitgefühl für ihn sein, da du weißt, welche Resonanz er in seinem Geist erzeugt und was er sich selbst damit antut.

 

Und was passiert, wenn du Empathie und Mitgefühl aktivierst?

In dem Moment, in dem du mit Mitgefühl an jemanden denkst, denkst du nicht an dich selber. Du haftest nicht an dir und deinen eigenen Gefühlen sondern du bist Beobachter. Du selbst bist offen und leer.

 

1. Mitgefühl lässt das eigene „Ego“ schmelzen.

Wenn deine Gedanken an dir selber kleben bleiben, erzeugst du viel Leiden. Denn du kreiselst immer wieder um das herum, was dich verletzt hat. Wenn du es schaffst, Mitgefühl zu empfinden, löst du dieses Kleben und Kreiseln um dich selbst auf und richtest deine Aufmerksamkeit auf jemand anderen. Damit endet dein eigenes Verletztsein. Und somit dein Leiden. Du lässt quasi dein „Ego“ schmelzen.

Deshalb denke immer daran: Je mehr negative Worte jemand raushaut, umso größer darf dein Mitgefühl für ihn sein, da nach dem Ursache-Wirkungs-Prinzip dieser Mensch durch seine eigene Negativität leiden wird. Mit diesem Gedanken kannst du gleichzeitig innere Distanz  aufzubauen und halten.

 

2. Mitgefühl macht emotionales Management möglich

Durch innere Distanz zum Geschehen kannst du jederzeit ÜBERLEGEN, wie du am besten reagieren solltest. Was wäre am hilfreichsten? Womit würdest du dein Gegenüber am besten stoppen? Wie könntest du ihm klarmachen, dass das, was er gerade tut, nicht gut ist?

Diese Überlegungen finden in einer anderen Hirnregion statt als die reflexhaften Reaktionen. Sie kommen aus deinem Bewusstsein. Dort hast du die Möglichkeit zu entscheiden. Instinktreaktionen bleiben im Hintergrund. In dem Moment ist dein emotionales Management vollkommen intakt. Du kannst entscheiden, wie du reagieren willst. Das passiert nicht mehr automatisch.

 

Und jetzt mal ein konkretes Beispiel zum Hinspüren:

Ein Mitarbeiter haut dir pampig etwas um die Ohren. Statt dich aufzuregen, aktivierst du dein Mitgefühl. Du betrachtest ihn und versuchst ihn zu verstehen. Wo kommt seine schlechte Laune her? Fühlt er sich unter Druck? Gestresst? Gibt es etwas, das ihn belastet?

Im zweiten Schritt bedauerst du sein pampiges Verhalten. Deine Aufmerksamkeit bleibt bei ihm. Du versuchst ihn zu stoppen und ihm da rauszuhelfen.

Vergleiche nun: Wie würde es sich anfühlen und welche Wirkung hätte es, wenn du deinem Mitarbeiter auch eine überbraten würdest. Und dann: Wie fühlst du dich und welche Folgen erzeugst du, wenn du Mitgefühl für ihn hast und versuchst, ihm da rauszuhelfen oder zumindest ihn zu verstehen. Merkst du den Unterschied?

 

Alles wird im eigenen Geist erschaffen

Wenn du Mitgefühl für andere hast (und natürlich auch für dich selber), dann speicherst du Mitgefühl in deinem Geist. Die Akzeptanz und Sanftheit des Mitgefühls wird sich in deinem eigenen Geist festigen und verstärken.

  • Du fühlst dich mit der Zeit immer weniger angegriffen.
  • Du nimmst Dinge immer seltener persönlich.
  • Du nimmst die Hintergründe wahr, aufgrund dessen die Leute ihre Klöpse raushauen.
  • Du fühlst dich immer seltener verletzt.
  • Du kannst gelassen reagieren bei deinen Mitarbeitern.
  • Du spürst weniger Druck in dir.
  • Du fühlst dich leicht und frei.

In jedem Moment schaffst du durch deine eigene Geisteshaltung deine persönliche emotionale Landkarte, die dich durch deinen Unternehmeralltag führt. Das, was du aktivierst, verstärkst du. Das, was du außer Acht lässt, reduzierst du.

 

Sei dein eigener Meister!

Ein gutes emotionales Management lässt dich gelassen und mitfühlend reagieren. Du brauchst dazu innere Flexibilität, Unabhängigkeit und Klarheit. Das kannst du lernen.

 

Ein Coaching für dein emotionales Management und die Mindguide-Impulse bringen dich in diese Flexibilität

  • Du lernst, selbst zu entscheiden, wie und wann du auf etwas reagieren möchtest.
  • Du lernst, dein Mitgefühl zu aktivieren und für gute Ergebnisse einzusetzen.
  • Du lernst, Druck loszuwerden und eine gelassene Atmosphäre zu erzeugen. Zum Wohl aller.

 

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Hanne Demel

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