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Dazu eine kleine Geschichte zum Thema Wertschätzung:

Eine Praktikantin sollte sich in einem Unternehmen um die Erstellung von einigen Folien kümmern. Nach getaner Arbeit legte sie ihre Arbeit der verantwortlichen Chefin vor. Die pfuschte wortlos drin herum und veränderte die mit Mühe erstellten Folien in wenigen Klicks, worauf der Praktikantin entfuhr: „Also so sieht‘s doch scheiße aus“. Die Chefin war perplex und irritiert.
Die Praktikumsanleiterin der Studentin hatte das Ganze mitbekommen. In der Mittagspause nahm sie sie zur Seite und erklärte ihr, dass sie so ungehobelt nicht reden dürfe. Sie nannte ihr gleich ein paar alternative Formulierungen.

Schon eine Woche später bot sich die Gelegenheit. Wieder klickte die verantwortliche Chefin in ein paar frisch erstellten Folien herum, was die Studentin erneut ärgerte. Wie aus der Pistole geschossen sagte sie diesmal: „Also jetzt hat’s wieder Potenzial nach oben“…‘

Anderen etwas zutrauen bedeutet Wertschätzung schenken

Es ist nicht selten, dass jemand, der gefühlt oder real verantwortlich ist, in vielen Dingen „das letzte Wort“ haben muss. Doch oft erzeugt das nicht etwa Freude im Umfeld sondern Unmut und Unlust.

Ich habe Unternehmen erlebt, da haben Mitarbeiter schon innerlich gekündigt, weil sie sowieso nichts recht machen konnten und alles immer wieder vom Chef geändert wurde. Auf die Frage, wie viel Wertschätzung sie bekommen, kam die Antwort: Gleich Null.

Anhaftung bewusst machen

Der Knackpunkt liegt in der Identifikation mit der Sache. Ich meine damit nicht, dass dir alles egal sein soll und du dich nicht mehr identifizieren sollst mit deiner Arbeit. Aber wenn du zu sehr anhaftest, nimmst du sehr viel Raum ein und der Raum von anderen wird kleiner. Und du machst dir mehr Stress damit als notwendig, denn es ist höchst entspannend, etwas wirklich abgeben zu können.

Es ist manchmal absolut nicht leicht, etwas jemand anders zu überlassen und zuzustimmen, auch wenn er es „ganz anders“ macht. Ich kenne das sehr gut. Manchmal geht’s mir so, wenn mein Mann kocht und ich auch in der Küche bin. Aber er macht es sowieso wie er will und ich genieße danach ein wunderbares Essen… 😉

Fünf grade sein lassen kann man üben

Eine Freundin berichtete mir vor einer Weile, wie schwer es ihr gefallen ist, die Toilettenpapierrollen, die ihr Mitbewohner im Bad kreuz und quer gelagert hatte, einmal nicht ordentlich aufeinanderzustapeln… Sie musste sich enorm beherrschen. Das war für sie der Einstieg in eine tiefe Auseinandersetzung mit ihren Beweggründen und ihren Gefühlen. Heute ist sie lockerer und viel weniger „Zwängi“, das kann man spüren.

Du kannst also also lernen, lockerer zu werden und anderen mehr Raum zu lassen. Das schenkt dir letztendlich auch Entlastung und du wirst dich mit der Zeit freier fühlen.

Übung:

Nimm dir einen Tag vor, an dem du nichts – aber auch gar nichts korrigierst. Schau einfach zu, was andere tun, egal wo, egal wie. Wenn du kannst, verschiebe wichtige Entscheidungen auf den nächsten Tag. Nun prüfe, wie leicht es dir fällt, Dinge stehen zu lassen ohne zu korrigieren.

Vielleicht ist dir ja bisher gar nicht aufgefallen, wie oft du eingreifst.

Währenddessen beobachte deine innersten Regungen. Was genau steigt in dir auf? Wie stark ist dein Impuls, einzugreifen? Was denkst und was fühlst du?

  • Du bist nicht zu ersetzen?
  • Nur du allein kannst das Problem lösen?
  • Deine Ideen sind besser?
  • Du weißt es einfach besser?
  • Du möchtest anderen unbedingt helfen?
  • Du möchtest einfach die Kontrolle behalten?
  • Du möchtest deinen Platz behaupten?
  • Du suchst Anerkennung?
  • etc.

Es gibt viele Gründe und genauso viele Hintergründe. Du kannst dahinter vielleicht Überverantwortlichkeit entdecken, Angst, dich anderen anzuvertrauen, Angst, von anderen übergangen zu werden, nicht gesehen zu werden, die Kontrolle zu verlieren…

Bitte spüre ganz genau hin und notiere einen oder zwei Tage lang alles, was dir dazu auf- und einfällt.

Und bitte berichte mir von deinen Erfahrungen. Schreibe mir einen Kommentar unter diesen Blogartikel. Wenn du Fragen hast, nur raus damit. Ich freu mich schon drauf.

 

Hanne Demel

2 comments

Hello! Cool post, amazing!!!

Danke, freut mich sehr. 🙂

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